Was steckt hinter braunem Auswurf?

Verena Elson Medizinredakteurin

Besonders Raucher leiden häufig an chronischem Husten mit braunem Auswurf, der vor allem morgens auftritt. Wie entsteht der sogenannte Raucherhusten? Auf welche Erkrankungen kann brauner Auswurf außerdem hinweisen?

Eine Frau hält sich die Hand vor den Mund und hustet
Brauner Auswurf beim Husten sollte immer ärztlich abgeklärt werden Foto:  iStock/Wavebreakmedia
Inhalt
  1. Brauner Auswurf bei Raucherhusten
  2. Brauner Auswurf als Symptom von COPD
  3. Rostbrauner Auswurf als Symptom einer Lungenentzündung
  4. Brauner Auswurf: Wann zum Arzt?
 

Brauner Auswurf bei Raucherhusten

Brauner Auswurf ist häufig eine Begleiterscheinung von Raucherhusten. Dieser entsteht im Zuge der Selbstreinigungsarbeit der Lunge: Die Bronchien schützen sich vor den durch Zigaretten- oder Zigarrenrauch eindringenden Schadstoffen durch vermehrte Schleimbildung. Normalerweise sind kleine, sogenannte Flimmerhärchen in den Bronchien dafür verantwortlich, diesen Schleim Richtung Rachen abzutransportieren, wo er dann verschluckt wird.

Wenn diese Flimmerhärchen jedoch ständig Rauch und vermehrtem Schleim ausgesetzt sind, verkleben sie, sodass sie ihrer Reinigungsaufgabe nicht mehr richtig nachkommen können. Um den Schleim dennoch wieder loszuwerden, greift der Körper auf das Abhusten des Sekrets zurück: Das Ergebnis ist ein Husten mit zähem Schleim. Weil die Bronchien nachts von Rauch „ungestört“ ihre Reinigungsarbeit leisten können, sammelt sich im Laufe der Nacht viel Schleim an – das ist der Grund, warum die teils starken Hustenanfälle vor allem morgens auftreten.

 

Brauner Auswurf als Symptom von COPD

Tritt bei diesem Raucherhusten brauner Auswurf auf, ist das ein Zeichen dafür, dass die Bronchien durch den Zigarettenrauch bereits stark verschmutzt sind. Weiter fortgeschritten, kann sich der Husten zu einer chronischen Bronchitis oder der sogenannten chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) entwickeln. Diese zeigt sich neben dem chronischen Husten mit Auswurf unter anderem durch Kurzatmigkeit, Atemnot, geräuschvolles Atmen und Leistungsabfall.

Die beste Therapie gegen den morgendlichen Husten mit braunem Auswurf ist es, mit dem Rauchen aufzuhören. Doch nach dem Rauchstopp verschwinden Husten und Auswurf in der Regel nicht sofort – stattdessen kann sich der Husten sogar zunächst verschlimmern. Der Grund dafür ist, dass sich die Flimmerhärchen wieder regenerieren und dann mit neuer Kraft mit der „Aufräumarbeit“ beginnen. Nach etwa vier Wochen sollte der Husten jedoch nachlassen – andernfalls ist ein Arztbesuch angeraten.

Eine Frau steht im Freien und hustet
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Rostbrauner Auswurf als Symptom einer Lungenentzündung

Ist der Auswurf rostbraun, kann es sich um blutigen Auswurf handeln – dieser ist möglicherweise Anzeichen einer Lungenentzündung und sollte schnellstmöglich ärztlich abgeklärt werden. Weitere typische Symptome einer Lungenentzündung sind Fieber, ein starkes Krankheitsgefühl und Atemnot.

 

Brauner Auswurf: Wann zum Arzt?

Brauner Auswurf ist immer ein Fall für den Arzt. Viele Raucher neigen dazu, das Problem zu ignorieren und es als „normale“ Begleiterscheinung des Rauchens abzutun. Doch die COPD ist eine ernstzunehmende Krankheit: Der Körper wird nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt, die Kondition nimmt rapide ab. Das alles begünstigt unter anderem Folgeerkrankungen wie Diabetes, Osteoporose, Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen und Herzinfarkt.

Bei blutigem oder rostbraunem Auswurf sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden – dahinter können potenziell lebensbedrohliche Erkrankungen wie eine Lungenentzündung stecken.
 

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