Was sind Ursachen für Stottern?

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Es gibt zwar unterschiedliche Theorien über die Ursachen von Stottern, diese bleiben jedoch ihre wissenschaftlichen Beweise bislang schuldig. In jedem Fall scheinen verschiedene, teils psychische, teils genetische Faktoren, einen Anteil am Stottern zu tragen. Was die idiopathische Form des Stotterns angeht, also die Variante ohne erkennbare Ursache, ist es sehr wahrscheinlich, dass eine erbliche Veranlagung eine Rolle spielt.

Dafür spricht die Beobachtung, dass Stotterer – im Vergleich zu Normalsprechenden – etwa dreimal häufiger auch Verwandte mit dieser Sprechstörung haben. Doch die Veranlagung alleine bedeutet noch nicht, dass das Stottern in jedem Fall auch in Erscheinung tritt. Vielmehr müssen weitere körperliche, psychische oder auch soziale Faktoren hinzukommen, um das Stottern auszulösen und aufrechtzuerhalten.

 

Stottern mündet in einen Teufelskreis aus Angst und Vermeidung

Dabei sind vor allem psychische und soziale Aspekte bedeutsam: So bemühen sich die meisten Kinder, die stottern, zunehmend das Sprechhindernis zu überwinden – gelingt dies nicht, resultieren hieraus negative Gefühle. Das Kind verkrampft sich beim Sprechen immer mehr, was schließlich in einem Teufelskreis aus Angst und Vermeidung mündet. Die negativen Gefühle, die das Kind dem Sprechen gegenüber entwickelt, werden selbst zum Hemmnis. Verstärkend wirkt sich auch das Verhalten des jeweiligen Gegenübers aus. Ungeduld oder das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden, halten den Teufelskreis zusätzlich am Laufen. Das idiopathische Stottern nimmt also seinen Ausgang nicht in einer psychischen Störung, sondern ist eher selbst Ausgangspunkt seelischer Blockaden, die den Redefluss zusätzlich hemmen.

Über das Stottern und seine Ursachen herrschen zahlreiche Vorurteile, die jedoch sicher nicht der Grund der Sprechstörung sind. Dazu zählt beispielsweise die Annahme, dass nur bestimmte Persönlichkeiten zum Stottern neigen, Stotterer weniger intelligent sind oder insgesamt gehemmter, unsicherer oder aufgeregter. Auch hier gilt eher der Umkehrschluss, dass Menschen, die stottern, durch die Reaktionen ihrer Umwelt verunsichert werden.

Bei der erworbenen Form von Stottern sind bestimmte auslösende Faktoren als Ursache bekannt. Oft beginnt diese Variante erst im Erwachsenenalter. Mögliche Ursachen sind unter anderem psychische oder neurologische Erkrankungen (z. B. Verletzungen des Gehirns als Folge eines Unfalls oder Schlaganfalls).

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