Was sind Listerien?

Verena Elson Medizinredakteurin

Was sind Listerien? Wie gefährlich sind die Bakterien und durch welche Symptome äußert sich eine sogenannte Listeriose? Alle Antworten!

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Inhalt
  1. Definition: Was sind Listerien?
  2. Symptome einer Listeriose
  3. Wie lang ist bei der Listeriose die Inkubationszeit?
  4. Listeriose in der Schwangerschaft
  5. Listeriose: Behandlung mit Antibiotika
  6. Listerien abtöten: Wie geht das?
 

Definition: Was sind Listerien?

Was sind Listerien? Diese Frage stellt sich vielen, wenn etwa Lebensmittel aufgrund einer solchen Verunreinigung zurückgerufen werden. Unter Listerien versteht man Bakterien der Gattung Listeria (L.). Ist von einer Vergiftung mit Listerien, einer sogenannten Listeriose, die Rede, hat der Betroffene in der Regel Lebensmittel verzehrt, die mit Listerien der Spezies L. monocytogenes verunreinigt waren. Dabei handelt es sich meist um Fleisch und Fisch (v.a. Räucherfisch), Milchprodukte, rohes Gemüse oder gekühlte Ware, die vor dem Verzehr nicht gekocht wird.

 

Symptome einer Listeriose

Menschen mit einem normal funktionierenden Immunsystem erkranken selten an einer Listeriose. Tun sie es doch, zeigt sich die Erkrankung häufig nur durch leichtes Fieber. Gefährlich kann die Listeriose allerdings für folgende Risikogruppen werden:

  • Neugeborene
  • Alte Menschen
  • Patienten mit chronischen Erkrankungen wie beispielsweise Krebs
  • Menschen, deren Immunsystem geschwächt ist
  • Schwangere (bzw. deren ungeborene Kinder)

Bei diesen Personen zeigt sich die Listeriose typischerweise durch grippeähnliche Symptome wie Fieber und Muskelschmerzen, aber auch Durchfall, Übelkeit und Erbrechen sind häufig. Zusätzlich kann es zu folgenden Komplikationen kommen:

  • Blutvergiftung (Sepsis)
  • Meningitis (Hirnhautentzündung)
  • Enzephalitis (Gehirnentzündung)

Vor allem die beiden zuletzt genannten Komplikationen können mit neurologischen Ausfällen einhergehen. Laut Robert Koch-Institut (RKI) kann bei einer Listeriose grundsätzlich jedes Organ befallen werden und sich entzünden.

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Wie lang ist bei der Listeriose die Inkubationszeit?

Die Inkubationszeit bei der Listeriose hängt davon ab, welche Beschwerden die Infektion auslöst. Laut RKI beträgt sie:

  • bei Magen-Darm-Beschwerden wenige Stunden bis zu sechs Tagen
  • bei neurologischen Symptomen 1-14 Tage
  • bei Schwangeren 17-67 Tage
 

Listeriose in der Schwangerschaft

Werdende Mütter sind besonders im letzten Schwangerschaftsdrittel gefährdet, sich mit Listerien zu infizieren – denn dann ist die Aktivität des Immunsystems am stärksten herabgesetzt. Bei der Schwangeren zeigt sich die Infektion typischerweise mit leichten, grippeähnlichen Symptomen. Die Listerien können über die Plazenta zum Kind wandern, auch eine Infektion während der Geburt ist möglich. Für Schwangere gilt daher besondere Vorsicht bei folgenden Symptomen:

  • Fieber
  • Muskelschmerzen
  • Durchfall, Übelkeit und Erbrechen
  • Rückenschmerzen
  • Halsschmerzen

Wenn Schwangere an diesen Symptomen leiden, sollten sie einen Arzt aufsuchen. Denn im schlimmsten Fall kann die Listeriose zu einer Fehlgeburt oder Totgeburt führen – bei Infekltionen im letzten Schwangerschaftsdrittel kann es auch zu Frühgeburten kommen. Zudem kann ein infiziertes Baby mit einer sogenannten Neugeborenen-Listeriose zur Welt kommen: Diese äußert sich etwa durch einen schlechten Allgemeinzustand und Untergewicht, die betroffenen Babys trinken häufig schlecht.

Zur Vorbeugung einer Listeriose in der Schwangerschaft sollten werdende Mütter auf die richtige Ernährung in der Schwangerschaft achten.

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Listeriose: Behandlung mit Antibiotika

Wurde die Listeriose durch eine Blutanalyse oder eine Untersuchung der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit bestätigt, verschreibt der Arzt ein passendes Antibiotikum, dass die Listerien abtötet.

 

Listerien abtöten: Wie geht das?

Das große Problem mit Listerien: sie stellen keine hohen Ansprüche an ihre Umgebung und schaffen es beispielsweise auch, im Kühlschrank zu überleben.

Generell lassen sich Listerien abtöten, wenn sie bei über 65 Grad erhitzt werden. Allerdings ist die Reinheit des Lebensmittels nicht garantiert, wenn es vor dem Kauf bereits erhitzt wurde – denn eine spätere Kontamination (nach dem Erhitzen und vor dem Verpacken) ist möglich.

Um einer Listeriose vorzubeugen, empfehlen Experten darum, insbesondere vakuumverpackte Lebensmittel möglichst bald nach dem Einkauf zu verbrauchen. Zudem sollte auf eine gute Küchenhygiene geachtet werden. Angehörige von Risikogruppen sollten zudem besonders häufig verunreinigte Lebensmittel wie nicht durchgegartes Fleisch und Rohmilchkäse meiden.

Wer sich bei der Frage „was sind Listerien“ weitere Informationen wünscht, kann sich auf den Seiten der Verbraucherzentrale zum Thema Listerien ausführlich dazu informieren.

Quellen:

Listeriose, in: rki.de

Listerien, in: efsa.europa.eu

Listeriose, in: msdmanuals.com

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