Was Sie über den Eisprung wissen sollten

Stephanie Pingel
Eine Samenzelle erreicht die Eizelle
© iStock

Der Eisprung ist Teil des Menstruationszyklus einer Frau und lässt sich sowohl zum Verhüten als auch zur Familienplanung verwenden. PraxisVITA erklärt, was Sie über den Eisprung wissen sollten und wie Sie ihn richtig berechnen.

Generell bezeichnet der Eisprung (Ovulation) die Ausstoßung einer Eizelle aus dem Eierstock in den Eileiter und markiert damit die fruchtbaren Tage einer Frau. Ist der Zyklus regelmäßig 28 Tage lang, erfolgt der Eisprung am 14. Tag. Bei einem längeren Zyklus erfolgt er später, bei einem kürzeren früher. Der Zyklus selbst beginnt jeden Monat mit dem Einsetzen der Menstruation. Wird der Eisprung von diesem Tag ausgehend korrekt berechnet, kann er sowohl zur Verhütung als auch zur Schwangerschaftsplanung genutzt werden. Das klappt allerdings nur, wenn der Zyklus regelmäßig ist – schwankt beispielsweise der Tag, an dem die Menstruation einsetzt, kann sich auch der Eisprung verschieben. Frauenärzten sehen einen Zyklus zwischen 28 und 35 Tagen als normal an.

Eisprung
Sofern der Zyklus regelmäßig ist, lässt sich der Eisprung für die Berechnung der fruchtbaren Tage der Frau heranziehen© iStock/279photo
 

Was passiert beim Eisprung?

Bevor der Eisprung einsetzt, finden viele andere hormonelle Prozesse im Körper der Frau statt. Eizellen sind in sogenannten Eibläschen (Follikeln) angelegt. Die Zahl dieser Follikel sinkt mit jedem Eisprung. Während jedem Zyklus reifen 10 bis 20 der Follikel heran, von denen jedoch nur eines zum sogenannten dominanten Follikel wird. Dieser saugt sich mit Flüssigkeit voll und wandert an die Außenseite des Eierstocks. Dort sorgen verschiedene Hormone dafür, dass die Follikelwand abgebaut wird. Gleichzeitig zieht sich das Muskelgewebe des Eierstocks zusammen – durch die beiden Vorgänge wird die Eizelle aus dem Follikel ausgeschwemmt. Die anderen reifen Follikel sterben ab und versorgen den Körper mit dem Geschlechtshormon Östrogen. Übrigens können auch zwei dominante Follikel heranreifen – bei einer Befruchtung entstehen dann Mehrlinge.

Insgesamt befindet sich die Eizelle für 24 Stunden im Eileiter und kann in dieser Zeit befruchtet werden. Wenn das geschieht, wandert sie einige Tage später weiter in die Gebärmutter und nistet sich dort ein. Generell ist eine Frau mit einem regelmäßigen 28-Tage-Zyklus etwa fünf Tage vor und zwei Tage nach dem Eisprung fruchtbar. Da die Spermien einige Tage im Körper der Frau überleben können, können sie den Eisprung auch abwarten. Wird die Eizelle nicht befruchtet, stirbt sie ab und der nächste Schritt im Zyklus folgt: Die Gebärmutterschleimhaut wird abgebaut und schließlich beginnt die nächste Regelblutung.

Eisprung
Wird die Eizelle befruchtet, wandert sie durch den Eileiter in die Gebärmutter und nistet sich ein© iStock/BlackJack3D
 

Woran erkenne ich einen Eisprung?

Einige Frauen bemerken den Eisprung durch ein leichtes Ziehen im Unterbauch, das als „Mittelschmerz“ bekannt ist. Andere Symptome können empfindliche Brüste, Übelkeit, Rückenschmerzen und eine erhöhte Sekretausscheidung sein. Zusätzlich steigt die Körpertemperatur um bis zu 0,6 Grad an.

 

Natürliche Verhütung bei regelmäßigem Zyklus

Sofern der Eisprung regelmäßig kommt, lässt er sich zur Berechnung der fruchtbaren Tage heranziehen und ist damit eine Grundlage für natürliche Verhütungsmethoden. Verschiebt sich der Eisprung, kommt es zu Fehlern in der Berechnung – was eine ungewollte Schwangerschaft zur Folge haben kann. Es kann aber auch passieren, dass der Eisprung ausbleibt. Ursachen dafür sind beispielsweise Stress, Über- bzw. Untergewicht, Essstörungen oder ein gestörter Tag-Nacht-Rhythmus. Lassen Sie auch ärztlich abklären, ob es andere Gründe für den ausbleibenden Eisprung geben kann und welche Möglichkeiten es gibt, diese zu beheben.

 
Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.