Was passiert, wenn man aufhört zu duschen?

Wer mit dem Duschen aufhört, muss zuerst eine unangenehme Phase überbrücken - dann passt sich der Körper an
Wer mit dem Duschen aufhört, muss zuerst eine unangenehme Phase überbrücken - dann passt sich der Körper an © alamy

Es gehört zum täglichen Ritual wie Zähneputzen: das Duschen. Man wäscht den Dreck ab und ist wieder frisch. Doch ist das wirklich nötig? Kann man die tägliche Dusche auch einfach weglassen? Dermatologen sagen: Ja!

Was passiert beim Duschen eigentlich mit unserem Körper? Man wäscht sich mit Hilfe von synthetisch hergestellten Duschgels den Fettfilm vom Körper, um ihn anschließend durch Auftragen von Lotionen und Ölen wieder herzustellen.

Hat die Natur uns Menschen wirklich so dreckig und stinkend gestaltet, dass wir jeden Tag duschen müssen? Natürlich nicht, allerdings möchte es trotzdem niemand riskieren, mit Schweißgeruch zur Arbeit zu gehen.

Aber könnte es sein, dass dieser Schweißgeruch gerade durch das regelmäßige Duschen erzeugt wird? Um diese Frage zu beantworten, hilft es, sich die Entstehung des typischen Schweißgeruches einmal näher anzusehen. Entscheidend dafür sind die Ausscheidungen von Bakterien, die auf unserer Haut leben und sich Fettfilm auf unserer Haut ernähren. Dieses Fett tritt aus den Schweiß- und Talgdrüsen an den Haarfollikeln aus.

Doch das tägliche Einseifen mit vermeintlichen Pflegeprodukten zerstört das gesunde Gleichgewicht zwischen Bakterien und Hautfetten und die auf unserer Haut lebenden Ökosysteme werden mit einer einzigen Dusche ausgelöscht. Sie bilden sich zwar schnell wieder neu, doch da das ganze System aus dem Gleichgewicht gerät, werden hauptsächlich Mikroben gebildet, die Schweißgeruch produzieren.

 

 

Wer kennt seinen natürlichen Körpergeruch?

 

Wenn man für eine Weile mit dem Duschen aufhört, lässt sich also zunächst ein mehr oder weniger strenger Körpergeruch nicht vermeiden. Die gute Nachricht: Das alte Gleichgewicht zwischen Bakterien und körpereigener Fettproduktion erholt sich nach einer Weile und der Schweißgeruch geht zurück. An seine Stelle tritt der natürliche, unverwechselbare Körpergeruch eines jeden Menschen, der im Alltag jedoch häufig durch Pflegeprodukte und Parfüms übertönt wird.

Auch die Fettproduktion der Kopfhaut normalisiert sich nach einigen Tagen.

 

Zwei Körperteile bilden eine große Ausnahme: Die Hände sollten regelmäßig mit Seife gewaschen werden, um sich und sein Umfeld vor Infektionen zu schützen. Den Rest des Körpers kann man auch mit klarem Wasser gut von Straßendreck und Schweiß reinigen.

Wenn Sie mal ein paar Tage Home Office haben oder zufällig Urlaub in einer verlassenen Berghütte machen, versuchen Sie doch einfach mal, ein paar Tage ohne Duschgel auszukommen und beobachten Sie, was mit Ihrer Haut passiert.

 

Wer gerne auf tägliches Duschen verzichten möchte, ohne zu Beginn streng zu riechen, dem kann vielleicht ein besonderes Spray helfen: Eine auf Biotechnologie spezialisierte Firma in den USA stellt ein Mikroben-Spray her, das die natürliche Bakterien-Flora unserer Haut schneller regenerieren soll. Die sogenannten Nitrosomona Eutropha sollen außerdem helfen, diejenigen Mikroben zu neutralisieren, die für den Schweißgeruch verantwortlich sind.

 

© by WhatsBroadcast

Hamburg, 12. Juni 2016

Themen
Das könnte Sie auch interessieren
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.