Was passiert bei der Periode?

Verena Elson Medizinredakteurin

Einmal im Monat werden Frauen von ihr „heimgesucht“: Die Periode kann nervig oder sogar schmerzhaft sein. Was passiert dabei im Körper? Woher kommen Regelschmerzen und warum kommt die Periode manchmal unregelmäßig?

Eine Frau sitzt auf dem Sofa und schaut auf ihren Laptop
Viele Frauen fühlen sich von ihrer Periode gar nicht gestört – für andere ist sie mit starken Beschwerden verbunden Foto:  iStock/AleksandarNakic
Inhalt
  1. Was ist die Menstruation?
  2. Menarche: Wann findet die erste Periode im Schnitt statt?
  3. PMS: Das Leiden vor der Menstruation
  4. Regelschmerzen: Warum tut die Periode häufig so weh?
  5. Unregelmäßige Periode: Woran kann das liegen?
  6. Starke Regelblutung: Ist das normal?
  7. Amenorrhoe: Was steckt hinter dem Ausbleiben der Periode?
  8. Tampons, Binden, Menstruationstassen: Was nutze ich bei der Periode?
 

Was ist die Menstruation?

Während der Menstruation wird die unbefruchtete Eizelle mitsamt der Gebärmutterschleimhaut abgestoßen – das äußert sich in der monatlichen Regelblutung. Die Gebärmutterschleimhaut wird in jedem Menstruationszyklus neu aufgebaut; und zwar als „Nest“ für eine befruchtete Eizelle. In jedem Zyklus wird eine reife Eizelle aus einem Eierstock ausgestoßen (Eisprung) und wandert durch den Eileiter Richtung Gebärmutter. In der Zeit dieser Wanderschaft kann die Eizelle befruchtet werden. Kommt sie befruchtet in der Gebärmutter an, nistet sie sich in dem vorbereiteten Nest ein. Erreicht sie die Gebärmutter unbefruchtet, werden Eizelle und Nest wieder ausgestoßen und der Körper bereitet sich auf die nächste mögliche Schwangerschaft im folgenden Zyklus vor. Der erste Tag der Periode signalisiert den Beginn des neuen Menstruationszyklus. Die bis zu 200 ml Menstruationsflüssigkeit bestehen aus Schleimhautresten, Blut und Sekret.

 

Menarche: Wann findet die erste Periode im Schnitt statt?

Der Zeitpunkt der ersten Periode, der sogenannten Menarche, kann sehr unterschiedlich ausfallen. Während einige Mädchen bereits vor ihrem zehnten Lebensjahr ihre erste Periode haben, tritt die erste Regelblutung bei anderen erst mit 17 Jahren ein. Das Durchschnittsalter bei der Menarche beträgt 13 Jahre. Wissenschaftler schätzen, dass der Zeitpunkt der ersten Periode etwa zur Hälfte von den Genen und zur Hälfte von Umwelteinflüssen bestimmt wird. So beobachteten Wissenschaftler etwa, dass bei übergewichtigen Mädchen die Menarche im Schnitt früher eintritt als bei normal- oder untergewichtigen. Eine auffällig späte Menarche wird dagegen eher mit Nährstoffmangel und damit verbundenem Untergewicht in Zusammenhang gebracht.
Zudem gibt es Hinweise darauf, dass sich eine besonders frühe oder späte Menarche auf die Gesundheit auswirken kann. So wird eine frühe Menarche mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko assoziiert. Eine Oxford-Studie zum Thema Menarche aus dem Jahr 2014 ergab außerdem, dass Mädchen, die ihre erste Periode im Alter von 13 Jahren haben, das geringste Risiko haben, später Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, Koronare Herzkrankheit oder Schlaganfall zu erleiden. Je weiter der Zeitpunkt der Menarche von dem Durchschnittsalter abweicht, desto höher ist demnach das Herzerkrankungsrisiko.
Nach einer 2016 in dem Fachblatt The Journal of Nutrition veröffentlichten Forschungsarbeit lässt sich der Zeitpunkt der ersten Periode über die Ernährung beeinflussen: Demnach bekommen Mädchen mit einem hohen Konsum an rotem Fleisch früher ihre Periode als Mädchen, die wenig rotes Fleisch essen.

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PMS: Das Leiden vor der Menstruation

Bei vielen Frauen kündigt sich die Periode regelmäßig in der zweiten Hälfte des Menstruationszyklus an – durch das sogenannte prämenstruelle Syndrom (PMS). Hormonelle Veränderungen können in dieser Zeit für verschiedene, teils stark belastende Symptome sorgen: 

Mediziner vermuten, dass einige Frauen stärker auf die rapide sinkenden Spiegel der Hormone Östrogen und Progesteron in der zweiten Zyklushälfte reagieren als andere. Auch ein Ungleichgewicht zwischen Progesteron und Östrogen in dieser Zeit könnte hinter den Beschwerden stecken. So sinkt beim PMS vermutlich der Spiegel der Botenstoffe Serotonin und Neuroadrenalin – beide sind für eine ausgeglichene Stimmung verantwortlich.

 

Regelschmerzen: Warum tut die Periode häufig so weh?

Für viele Frauen sind die ersten Tage der Periode wegen starker Regelschmerzen (Dysmenorrhö) nicht ohne Schmerzmittel zu ertragen. Typisch sind krampfartige Unterleibsschmerzen. Teilweise gehen die Regelschmerzen mit einer verstärkten Blutung einher. Starke Regelschmerzen können auch von Durchfall, Übelkeit und Erbrechen begleitet werden. Regelschmerzen entstehen, wenn sich die Muskulatur der Gebärmutter zusammenzieht, um die Gebärmutterschleimhaut abzustoßen (primäre Dysmenorrhö). Allerdings können auch andere Ursachen bei der Entstehung der krampfartigen Schmerzen eine Rolle spielen (sekundäre Dysmenorrhö). Dazu gehören etwa die sogenannte Endometriose, Gebärmuttermyome und Gebärmutterpolypen, also überwiegend gutartige Gewebewucherungen.

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Unregelmäßige Periode: Woran kann das liegen?

Ein „normaler“ Menstruationszyklus dauert 26 bis 32 Tage. Ist der Zyklus kürzer (Polymenorrhoe) oder länger (Oligomenorrhoe), sprechen Mediziner von Zyklusstörungen. Dass die Periode immer in exakt gleichen Abständen kommt, ist selten – in einem gewissen Ausmaß sind Zyklusschwankungen also normal. Kommt die Periode sehr unregelmäßig, können verschiedene Ursachen dahinterstecken. In der Pubertät und den Wechseljahren kommt es aufgrund der hormonellen Umstellungen in dieser Zeit etwa häufig zu einer unregelmäßigen Periode.

Aber auch verschiedene Erkrankungen können Zyklusschwankungen verursachen: 

  • Polyzystisches Ovar-Syndrom (PCOS) 
  • chronische Entzündungen der Eierstöcke und Eileiter (Adnexitis)
  • Hormonelle Störungen wie etwa eine Schilddrüsenunter- oder -überfunktion 

Schließlich können sich auch äußere Einflüsse wie körperliche oder psychische Belastung, Stress, Rauchen und eine Fehlernährung auf das Hormonsystem und damit auch auf den Zyklus auswirken.

 

Starke Regelblutung: Ist das normal?

Von einer starken Regelblutung (Hypermenorrhoe) spricht man ab einer Blutmenge von mehr als 150 Millilitern – bei dieser Menge ist der Tampon in weniger als zwei Stunden vollgesogen. Zudem sprechen das gehäufte Auftreten großer Blutklumpen sowie Müdigkeit und Antriebslosigkeit für eine Hypermenorrhoe. Auch hinter einer starken Regelblutung können Erkrankungen stecken. Dazu gehören:

  • Gebärmutterpolypen
  • Myome
  • Endometriose
  • Entzündungen der Gebärmutter oder des Eileiters
  • Gestagenmangel
  • Gebärmutterkrebs (in seltenen Fällen)

Eine starke Regelblutung sollte darum immer mit einem Arzt abgeklärt werden.

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Amenorrhoe: Was steckt hinter dem Ausbleiben der Periode?

Wenn die Periode nicht kommt, kann das beunruhigend sein. Ärzte sprechen beim Ausbleiben der Periode von einer Amenorrhoe. Dabei unterscheiden sie zwischen zwei Formen der Amenorrhoe: Bei der primären Amenorrhoe lässt die erste Periode am 16. Geburtstag noch auf sich warten. Von einer sekundären Amenorrhoe sprechen Ärzte, wenn die Periode zwar bereits eingesetzt hat, aber schon zum dritten Mal infolge ausbleibt und eine Schwangerschaft ausgeschlossen ist. 
Eine Amenorrhoe wird in den meisten Fällen durch ein hormonelles Ungleichgewicht ausgelöst – in diesem Fall liegen zu viele männliche Hormone (Androgene) vor. Außerdem können verschiedene Fehlbildungen oder Funktionsstörungen der Geschlechtsorgane (v.a. bei der primären Amenorrhoe) zum Ausbleiben der Periode führen. Schließlich können auch Stress, Leistungssport und Erkrankungen wie etwa eine Schilddrüsenüber- oder -unterfunktion eine Amenorrhoe zur Folge haben. Auch andere Erkrankungen kommen als Auslöser in Frage – eine Amenorrhoe sollte darum immer medizinisch abgeklärt werden.

 

Tampons, Binden, Menstruationstassen: Was nutze ich bei der Periode?

Wie Frauen das Menstruationsblut auffangen, ist eine Frage der persönlichen Vorlieben: Neben den „traditionellen“ Tampons und Binden gibt es inzwischen zahlreiche Alternativen: Dazu zählen etwa Biotampons, Stoffbinden, Menstruationstassen, Menstruationsschwämme und Menstruationsunterwäsche. Einige Frauen ziehen dagegen das freie Menstruieren vor, bei dem das Menstruationsblut gezielt auf der Toilette abgelassen wird; Hilfsmittel sind dafür nicht notwendig.

Quellen:
Bralić, Irena, et al. (2012): Association of early menarche age and overweight/obesity, in: Journal of Pediatric Endocrinology and Metabolism.
Canoy, Dexter, et al. (2014): Age at menarche and risks of coronary heart and other vascular diseases in a large UK cohort., in: Circulation.
Jansen, Erica C., et al. (2015): Higher childhood red meat intake frequency is associated with earlier age at menarche, in: The Journal of nutrition.

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