Was passiert bei der Periode?

Verena Elson Medizinredakteurin

Einmal im Monat werden Frauen von ihr „heimgesucht“: Die Periode kann nervig oder sogar schmerzhaft sein. Was passiert bei der Periode? Wie lange dauert sie und wie viel Blut verliert man dabei?

Inhalt
  1. Was passiert bei der Periode genau?
  2. Wie viel Zeit vergeht zwischen Periode und Eisprung?
  3. Wie viel Blut verliert man bei der Periode?
  4. Wie lange dauert die Periode?
  5. Um wie viele Tage kann sich die Periode verschieben?
  6. Wie lange kann die Periode ausbleiben?
 

Was passiert bei der Periode genau?

Der erste Tag der Periode signalisiert den Beginn des neuen Menstruationszyklus. Doch was passiert bei der Periode genau?

Die Menstruation ist eine Art Aufräumaktion: Die Gebärmutterschleimhaut wird in jedem Menstruationszyklus neu aufgebaut und zwar als „Nest“ für eine befruchtete Eizelle. In jedem Zyklus wird eine reife Eizelle aus einem Eierstock ausgestoßen (Eisprung) und wandert durch den Eileiter Richtung Gebärmutter.

In der Zeit dieser Wanderschaft kann die Eizelle befruchtet werden. Kommt sie befruchtet in der Gebärmutter an, nistet sie sich in dem vorbereiteten Nest ein. Erreicht sie die Gebärmutter unbefruchtet, werden Eizelle und Nest wieder ausgestoßen – das äußert sich in der monatlichen Regelblutung. Dabei werden Schleimhautreste, Blut und Sekret ausgespült. Der Körper bereitet sich dann auf die nächste mögliche Schwangerschaft im folgenden Zyklus vor.

 

Wie viel Zeit vergeht zwischen Periode und Eisprung?

Die Zeit zwischen Eisprung und Periode wird als Lutealphase bezeichnet. In der Regel dauert sie zwölf bis 16 Tage.

Illustration der weiblichen Geschlechtsteile
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Wie viel Blut verliert man bei der Periode?

Normalerweise verlieren Frauen während ihrer Periode rund 40 bis 50 Milliliter Blut. Von einer starken Regelblutung sprechen Mediziner bei einer Blutmenge von mehr als 80 Millilitern. Als Faustregel gilt: Bei einer „normalen“ Blutung müssen Tampon oder Binde seltener als alle zwei Stunden gewechselt werden.

 

Wie lange dauert die Periode?

In den meisten Fällen dauert die Periode vier bis fünf Tage. Bei einer Blutungsdauer von mehr als sieben Tagen spricht man ebenfalls von einer starken Periode. Hinter einer sogenannten Menorrhoe (Blutungsdauer von mehr als sieben Tagen) oder Hypermenorrhoe (starker Blutverlust bei normaler Dauer) können verschiedene Erkrankungen stecken – sie sollten daher immer ärztlich abgeklärt werden. Mögliche Ursachen sind:

  • Gebärmutterpolypen
  • Myome
  • Endometriose
  • Entzündungen der Gebärmutter oder des Eileiters
  • Gestagenmangel
  • Gebärmutterkrebs (in sehr seltenen Fällen)

Frau mit Pillenriegel in der Hand.
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Um wie viele Tage kann sich die Periode verschieben?

Dass die Menstruation bei einer Frau exakt alle 28 Tage einsetzt, kommt relativ selten vor. Als „normale“ Zykluslänge gilt eine Zeitspanne von etwa 25 bis 35 Tagen – eine Verschiebung der Periode von bis zu einer Woche ist also normal.

Bei einer längeren Verschiebung der Periode sprechen Mediziner von Zyklusstörungen. Eine unregelmäßige Periode kann verschiedene Ursachen haben:

  • Hormonelle Umstellungen in der Pubertät oder den Wechseljahren
  • Stress und psychische Belastung
  • Rauchen
  • Gewichtszunahme oder starker Gewichtsverlust
  • Hormonelle Störungen (z.B. Schilddrüsenüber- oder -unterfunktion)
  • Leistungssport
  • Polyzystisches Ovar-Syndrom (Überschuss an männlichen Hormonen)
  • Chronische Entzündungen der Eileiter und Eierstöcke (Adnexitis)
  • Chronische Erkrankungen wie Diabetes (Diabetikerinnen haben häufig einen längeren Zyklus)
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Wie lange kann die Periode ausbleiben?

Bis zu zwei Monate kann die Periode auch ohne Schwangerschaft ausbleiben – aus medizinischer Sicht gehört eine solches kurzzeitiges Aussetzen der Periode zu den normalen Zyklusschwankungen.

Bleibt die Periode bereits zum dritten Mal in Folge aus, ohne dass eine Schwangerschaft besteht, sprechen Ärzte von einer Amenorrhoe. Diese kann verschiedene Ursachen haben:

  • Hormonelle Verhütung
  • Hormonstörungen (ein Überschuss an männlichen oder ein Mangel an weiblichen Geschlechtshormonen)
  • Stress und seelische Belastung
  • Leistungssport
  • Starkes Übergewicht oder Gewichtsabnahme, z. B. bei Magersucht
  • Erkrankungen wie etwa eine Schilddrüsenüber- oder -unterfunktion

Hinter einer Amenorrhoe können verschiedene weitere Erkrankungen stecken – ein längeres Ausbleiben der Periode sollte darum immer medizinisch abgeklärt werden.

Quellen:

Stopped or missed periods, in: nhs.uk

Jugendliche mit Menorrhagie – diagnostisches und therapeutisches Vorgehen, in: kindergynaekologie.de

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