Was Männer mit einem Schwangerschaftstest anfangen können

Mona Trautmann Medizinredakteurin

Ein positiver Schwangerschaftstest bedeutet in der Regel, dass ein Baby unterwegs ist. Doch in diesem Fall konnte das nicht sein. Denn ein Mann hatte auf den Teststreifen uriniert – und erhielt eine erschreckende Diagnose.

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Aus Spaß hatte ein junger Mann aus Großbritannien einen Schwangerschaftstest seiner Freundin gemacht, den er zufällig im Badezimmer fand. Zu seiner Verwunderung erschienen im Ergebnisfeld zwei rosa Striche – schwanger! Der Mann wollte dieses kuriose Ergebnis teilen und postete ein Bild des Tests im Internet. Ein Nutzer kommentierte: „Du solltest dich auf Hodenkrebs untersuchen lassen, wenn das Bild echt ist“. 

Der Verfasser des Internet-Beitrags nahm sich den Rat zu Herzen. Beim Arzt kam schließlich heraus, dass der Mann tatsächlich an Hodenkrebs erkrankt war. Aufgrund der glücklichen Verkettung von Ereignissen wurde die Krankheit jedoch in einem noch frühen Stadium entdeckt und konnte geheilt werden.

Der Körper gibt Warnzeichen, die Mann kennen sollte. So kann zum Beispiel eine plötzliche Schwellung des Hodens auf Hodenkrebs hindeuten
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Wie kann ein Schwangerschaftstest Prostata-Krebs diagnostizieren? 

Doch wie funktioniert ein Schwangerschaftstest und warum kann er nicht nur eine Schwangerschaft, sondern offensichtlich auch Krebs anzeigen?

Ein Schwangerschaftstest prüft, ob sich das Schwangerschaftshormon hCG (Humanes Choriongonadotropin) im Urin befindet. Ist das der Fall, erscheinen zwei kleine Striche auf dem Test, wenn nicht, ist nur ein Strich zu sehen. Das Hormon hCG entsteht bei Frauen im Eileiter und in den Zellen des Mutterkuchens, der sich gleich zu Beginn einer Schwangerschaft bildet.

 

Prostata-Krebs? Tumorzellen produzieren HCG

Doch auch manche Tumorzellen produzieren das Hormon – dazu gehören auch manche Prostata- und Hodentumoren. Deshalb ist es im Blut und Urin einiger Männer messbar, die an einer solchen Erkrankung leiden.

Hodenkrebs gehört zu den seltenen Tumorerkrankungen, die meist Männer unter 50 betrifft. Wird er früh erkannt, sind die Heilungschancen gut. Zur Vorsorge bei Hodenkrebs reiche es laut Experten aber nicht aus, regelmäßig Schwangerschaftstests zu machen, da nicht jeder Tumor hCG produziere. Zuverlässiger sei eine Tastuntersuchung, um Knoten und Schwellungen am und im Hoden zu entdecken. Wer diese Symptome bei sich feststellt, sollte einen Arzt aufsuchen.

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Quellen:

Informationen der Krebsgesellschaft zum Thema Hodenkrebs, in: krebsgesellschaft.de

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