Was macht mich wirklich glücklich?

Redaktion PraxisVITA

Schon Oma wusste: „Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied.“ Wie recht sie doch hatte! Wir verraten die entscheidenden acht Schritte auf dem Weg in ein erfüllteres Leben.

Der stressige Alltag macht es oft schwer, Ruhe zu finden und schöne Momente bewusst wahrzunehmen. Dabei sind es genau diese kleinen Augenblicke, die Glück in unser Leben bringen. Die gute Neuigkeit ist: Glück lässt sich trainieren wie ein Muskel beim Sport – und wird maßgeblich davon beeinflusst, was wir denken und tun. Ein positives Verhalten wirkt sich also auf das Lebensgefühl aus. Wir verraten den Weg zu dauerhaftem Glück – in nur acht kleinen Schritten.

 

Erkennen, was uns guttut

Was wir gern tun, tut uns auch gut. Zu dieser Formel lässt sich der erste Schritt zum Glück zusammenfassen. Also einfach mehr lesen oder regelmäßiger ins Kino gehen – was uns automatisch ein Lächeln ins Gesicht zaubert, sollte zu einem festen Bestandteil in unserem Leben werden.

 

Vergebung, die Königsdisziplin

Anderen Menschen zu vergeben ist nicht immer einfach. Dafür ist die Vergebung auch der Königsweg zum eigenen Glück. Diese kleine Übung lohnt sich also allemal: an einem ruhigen Ort eine Kerze entzünden, sich sammeln. Dann viel Luft holen und zum Beispiel dem unausstehlichen Kollegen Vergebung schicken. Beim Ausatmen denken: „Ich vergebe dir/euch.“ Das löst negative Gefühle auf und erleichtert die Seele.

Glücklich sein
Glücklich sein und das Leben zu genießen kann man lernen – wenn man ein paar Dinge beachtet© iStock
 

Was Fantasie uns schenkt

Lesen erschafft nicht nur Bilder in unserem Kopf, sondern lässt auch neue Eindrücke und Denkanstöße entstehen. Bücher inspirieren manchmal sogar zu einer Veränderung oder schenken den lang gesuchten Mut dazu. Mediziner nennen das Bibliotherapie: Problembewältigung dank Literatur und Lyrik.

 

Von der Kunst des Zählens

Nur zu oft lösen Probleme sinn- und endlose Grübeleien aus. Für das Glücksgefühl ist das kontraproduktiv, denn so werden die schönen Seiten des Lebens nicht wahrgenommen. Deshalb muss das Gedankenkarussell gestoppt werden, etwa durch das Zählen der Atemzüge. Zehnmal ganz bewusst ein- und ausatmen, dabei jeden Atemzug mitzählen. Falls nötig, die Übung wiederholen.

 

Dankbarkeit öffnet das Herz

Das Leben ist ein Geschenk. Und es macht glücklich, es genau so wahrzunehmen. Der Schlüssel dabei heißt Dankbarkeit: für das eigene Leben und alles darin. Um sich das bewusst zu machen, hilft das Schreiben eines Dankbarkeitstagebuchs. Darin werden alle schönen Aspekte des eigenen Lebens eingetragen.

 

Schreiben für die Seele

Eine Sonderform des Dankbarkeitstagebuchs ist das intuitive Schreiben: Wir verschriftlichen unser Innerstes, nur eben mit dem Schwerpunkt Glück. Beim Bewusstmachen helfen Fragen wie: Was macht mich wirklich glücklich? Woran erkenne ich, dass ich glücklich bin? Wo spüre ich Glück in meinem Körper?

 

Freundschaften streicheln die Seele

Der Kontakt zu Familie und Freunden steigert nachweislich die Zufriedenheit und das Selbstvertrauen. Denn der Körper reagiert auf seine eigene Weise auf geliebte Menschen: Er schüttet verstärkt Substanzen aus, die einen positiven Einfluss auf das Gemüt haben. Dabei reicht sogar schon ein kurzes Telefonat, um die Seele an einem schlechten Tag aufzuheitern.

Glücklich sein
Schreiben Sie täglich etwas auf, was Sie an diesem Tag glücklich gemacht hat – so lernen sie, auch die kleinen Dinge zu schätzen© iStock
 

Achtsamkeit – alles auf Anfang

Ein ärgerlicher Vorfall und schon ist sie dahin, die gute Laune. Doch das muss nicht sein. Schließlich liegt es an uns, ob wir uns den Tag vermiesen lassen oder nicht. Der Schlüssel hierzu heißt Achtsamkeit. Wenn uns das Leben etwas vor die Füße wirft, reicht es oft schon aus, bewusst Stopp zu allem Negativen zu sagen. Das unterbricht den ungewollten Gedankenfluss und setzt die Stimmung wieder auf Anfang. Wenn das die schlechte Stimmung nicht fernhält, hilft eine Achtsamkeitsübung. Dazu gerade hinstellen, mit dem Becken mehrmals vor- und zurückwippen. Dann die Hände über dem Kopf zusammenkommen lassen und denken: „Ich bin bereit für einen Neuanfang.“ Für einen kurzen Moment innehalten und beim Ausatmen die Hände wieder vor die Brust nehmen. Dabei dann bewusst alle Anspannungen loslassen. Die Übung kann bis zu zehnmal wiederholt werden.

 

Das Gehirn entscheidet selbst, wie lange wir glücklich sind

Das Gehirn reagiert auf ein positives Erlebnis auf ganz unterschiedliche Arten. Je nachdem, durch was die gute Stimmung ausgelöst wird, schüttet ein anderes Hirnareal Glückshormone aus. Das Belohnungssystem beispielsweise reagiert vor allem auf materielle Belohnungen und Sex. Dieses Glücksgefühl schwindet schnell wieder. Länger glücklich machen dagegen Freundschaften und Anerkennung – aktiviert durch Areale der Hirnrinde. Besonders schön ist es, wenn ein Teil des Großhirns aktiv wird. Nämlich dann, wenn wir uns für unsere Talente und unser Können gewürdigt fühlen.

 

Serotonin: Der ultimative Glücksbote

Ob unser Tag gelingt, entscheidet sich auch im Schlaf: Bekommen wir nachts die nötige Ruhe, starten wir mit einem angenehm zufriedenen Gefühl. Verantwortlich dafür ist der Glücklichmacher Serotonin. Der Botenstoff wird durch ausreichenden Schlaf verstärkt produziert.

 

Glücksbringer Sould-Food

Jetzt essen wir uns glücklich: Diese neun Lebensmittel schmecken nämlich auch unserer Seele und machen sie stark:

 

Vanille

Der Hauptaromastoff Vanillin lässt unser Gehirn den Botenstoff Serotonin ausschütten. Das sorgt für Glücksgefühle und Zufriedenheit.

 

Chili

Überraschung: Chili macht auch gute Laune! Denn das in ihnen enthaltene Capsaicin sorgt nicht nur für die charakteristische Schärfe, sondern löst auch Glücksgefühle aus.

 

Kakao

kakao
Kakao setzt jede Menge des Glückshormons Serotonin im Körper frei© iStock

Dank des enthaltenen Stimmungsmachers Theobromin wirkt Kakao sich tatsächlich positiv auf das Gemüt aus. Schon eine Tasse reicht für ein spürbares Hoch. Genau dieselbe Wirkung hat auch das Theobromin in Schokolade, dunkle Schokolade enthält mehr als ihre Schwester aus Milch.

 

Joghurt

Eine positive Wirkung auf das Gemüt hat auch Joghurt. Einfach, weil er dem Darm guttut. Produkte wie Kefir und Sauermilch stärken nämlich den Darm und bewahren uns damit vor Verstimmungen. Auch das macht glücklich.

 

Kaffee

Eine Harvard-Studie belegt: Hoher Kaffeekonsum schützt Frauen davor, eine Depression zu entwickeln. Vier bis fünf Tassen pro Tag senken das Erkrankungsrisiko nachweislich um rund 20 Prozent. Allerdings gilt das nicht für entkoffeinierten Kaffee. Ihm konnte diese positive Wirkung nicht nachgewiesen werden.

 

Cashewnüsse

Cashewnüsse enthalten einen Glücksstoff: Tryptophan. Und zwar in einer so großen Menge, dass bereits eine Handvoll Nüsse das Wohlbefinden steigert. Allein in 100 Gramm Cashews finden sich starke 200 Milligramm Tryptophan.

 

Emmentaler

Ein echter Spitzenreiter in Sachen guter Laune ist der Emmentaler. Er enthält mehr von der euphorisierenden Substanz Phenylalanin als alle andere Käsesorten. Damit wird das Käsebrot zu einem echten Geheimtipp für das Glücksgefühl!

 

Omega-3-Fettsäuren

Richtig gute Laune machen auch Omega-3-Fettsäuren: Sie wirken erwiesenermaßen vorbeugend und heilend bei Seelentiefs. Als Inhaltsstoff finden sie sich in Pflanzenölen wie Lein- oder Rapsöl und auch in fetten Seefischen wie Lachs.

 

Nudeln

Also doch: Nudeln verbessern die Stimmung! Denn der Körper wandelt ihre Kohlenhydrate in Serotonin um. Das macht zum Beispiel stressresistenter.

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