Was macht eine Partnerschaft mit dem Immunsystem?

Verena Elson Medizinredakteurin
Kapitel
  1. 1. Wie wirkt sich eine Beziehung auf meine Gesundheit aus?
  2. 2. Partnerschaft und Gewicht
  3. 3. Partnerschaft und Herzgesundheit
  4. 4. Schlafverhalten
  5. 5. Partnerschaft und Immunsystem

Eine Partnerschaft stärkt das Immunsystem – und zwar dann besonders, wenn die Partner viel Körperkontakt haben und ausgiebig kuscheln. Auch Sex kann die Körperabwehr stärken – bei Frauen tut er das aber nur, wenn eine wichtige Bedingung erfüllt ist.

Unser Immunsystem wird durch Berührungen gestärkt: Umarmungen, Küssen, Händchenhalten – all das ist „Doping“ für die körpereigene Abwehr. So befragten US-Forscher Probanden in einer 2014 veröffentlichten US-Studie nach ihren sozialen Kontakten und der Häufigkeit von Umarmungen in ihrem Alltag. Anschließend infizierten sie die Studienteilnehmer mit Erkältungsviren. Die Forscher machten eine interessante Beobachtung: Probanden, die angegeben hatten, häufig in den Arm genommen zu werden, wurden seltener krank – und wenn doch, waren die Symptome weniger ausgeprägt und hielten weniger lang an als bei Menschen, die selten umarmt wurden. Doch laut Statistik berühren sich Partner immer seltener, je länger sie zusammenleben. Ein gebundener Mensch kann also ein berührungsärmeres Leben führen als ein Single.

Häufige Umarmungen wirken sich positiv auf das Immunsystem aus
Häufige Umarmungen wirken sich positiv auf das Immunsystem aus© iStock
 

Monogame Beziehung schützt weibliches Immunsystem

Dennoch ist zumindest bei Frauen eine monogame Beziehung gesünder für das Immunsystem als wechselnde Partner. Denn Sex kann das weibliche Immunsystem belasten – wenn der Partner ihm nicht bekannt ist. So fanden australische Wissenschaftler im Jahr 2002 heraus, dass wechselnde Sexualpartner für das Abwehrsystem der Frau Stress bedeuten, da die Spermien zunächst als Fremdkörper angesehen werden. Mit der Gewöhnung an einen Partner legt sich dieser Effekt jedoch und das Immunsystem der Frau wird den Spermien gegenüber „freundlich gestimmt“ – damit steigt auch die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft, wie eine 2015 veröffentlichte Untersuchung zeigte.

Bei Männern ist das anders. Sex stärkt die männlichen Abwehrkräfte – egal, mit wem. Züricher Wissenschaftler fanden 2005 heraus, dass sich im Blut von Männern nach dem Orgasmus doppelt so viele Killerzellen tummeln wie davor.

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