Was macht eine Hebamme?

Nicole Lücke Medizin- und Wissenschaftsjournalistin

Eine Hebamme erfüllt zahlreiche Aufgaben. Dazu zählen etwa die Geburtsvorbereitung, die Begleitung während der Geburt und die Wochenbettbetreuung.

Schwangere Frau steht an der Tür
Besonders in den letzten Schwangerschaftswochen ist es eine Erleichterung, dass die Hebamme Hausbesuche macht Foto:  istock/sturti
Inhalt
  1. Was macht eine Hebamme?
  2. Was macht eine Hebamme während der Schwangerschaft?
  3. Was macht die Hebamme während der Entbindung?
  4. Was macht die Hebamme im Wochenbett?
 

Was macht eine Hebamme?

Die Hebamme ist während der Schwangerschaft und in der Zeit danach eine wichtige Ansprechpartnerin für die (werdende) Mutter. Von der Vorsorge über die Geburtsvorbereitung bis hin zur Wochenbettbetreuung: Die Aufgaben der Geburtshelferin sind vielfältig. Doch was macht eine Hebamme genau?

Vor allem, wenn es sich um die erste Schwangerschaft handelt, wollen viele Fragen beantwortet werden. Die Hebamme hilft: Sie steht der werdenden Mutter und auch dem Vater mit ihren Medizinkenntnissen zur Verfügung ­– und leistet als Vertrauensperson psychischen Beistand. Eine Hebamme ist eine nicht ärztliche Geburtshelferin, die in der Regel eine dreijährige Ausbildung absolviert hat. Sie betreut eine Frau und ihr Baby

  • während der Schwangerschaft
  • während der Geburt
  • in der Zeit nach der Geburt (Wochenbett)
 

Was macht eine Hebamme während der Schwangerschaft?

Die Arbeit der Hebamme beginnt schon am Anfang der Schwangerschaft. In einer Sprechstunde mit der Hebamme können die ersten wichtigen Fragen geklärt werden. Die Hebamme kann sowohl die Schwangerschaft feststellen als auch den Mutterpass ausstellen. Bei Schwangerschaftsbeschwerden wie zum Beispiel Übelkeit ist sie die richtige Ansprechpartnerin, ebenso bei Vorwehen oder Fragen zu körperlichen und psychischen Veränderungen. Darüber hinaus hilft sie bei der Vorsorge, bei der Geburtsvorbereitung und bei der Entscheidung, wo und wie die Geburt stattfinden soll. Hebammen bieten außerdem den Sprechstunden zudem verschiedene Kurse an. Dazu zählen zum Beispiel die Geburtsvorbereitungskurse, aber auch Angebote zur Schwangerengymnastik.

Die Hebamme führt die meisten Vorsorgeuntersuchungen durch. So wird sie regelmäßig...

  • Gewicht und Blutdruck der Schwangeren kontrollieren
  • Größe und Lage des Ungeborenen ermitteln
  • die Herztöne des Kindes untersuchen
  • die Blut- und Urinwerte prüfen

Ausnahme: Bei einer Risikoschwangerschaft muss ein Arzt wichtige Vorsorgeuntersuchungen übernehmen. Ebenfalls in den Aufgabenbereich des Frauenarztes fallen die Ultraschalluntersuchungen.

 

Was macht die Hebamme während der Entbindung?

Was macht eine Hebamme während der Geburt, fragen sich bestimmt auch viele werdende Väter. Ob im Kreißsaal, im Geburtshaus oder zu Hause: Bei jeder Geburt ist eine Geburtshelferin dabei. Sofern es sich um eine unkomplizierte Geburt handelt, ist jede Geburtshelferin in der Lage, eine Geburt ohne ärztliche Hilfe durchzuführen. Dabei wird sie den Hebamme von Mutter und Kind kontinuierlich überwachen und, wenn nötig, einen Arzt hinzuziehen. Darüber hinaus leistet sie wichtige psychische Unterstützung während der Wehen.

Unmittelbar nach der Geburt begutachtet die Geburtshelferin den Gesundheitszustand des Babys. Sie kontrolliert etwa Atmung, Puls und Reflexe. Zudem wird sie das Baby so früh wie möglich zum Stillen bei der Mutter anlegen. Eine weitere Aufgabe ist die medizinische Versorgung der Mutter nach der Entbindung.

 

Was macht die Hebamme im Wochenbett?

Etwa sechs bis acht Wochen nach der Geburt, im Wochenbett, ist die Hebamme weiterhin für Mutter und Kind da – in der Regel durch Hausbesuche. Zur Wochenbettbetreuung gehört

  • körperliche Beschwerden und Veränderungen nach der Geburt zu kontrollieren, beispielsweise die Rückbildung der Gebärmutter oder eventuelle Wundnähte
  • Fragen zur Versorgung des Säuglings zu beantworten, zum Beispiel zum richtigen Stillen oder zur Pflege
  • bei Stillbeschwerden zu helfen
  • die Bindung zwischen Mutter und Kind zu stärken.

Kurse zu unterschiedlichen Themen wie Rückbildungsgymnastik oder Babymassage runden das Angebot der Hebamme ab.

Quellen:

Betreuung durch eine Hebamme, in: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Schwangerschaft und Geburt, in: Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen

Was machen Hebammen?, in: hebammenverband.de

Wochenbett und Rückbildung, in: frauenaerzte-im-Netz.de

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