Viszeralfett: Warum es so gefährlich ist

Redaktion PraxisVITA

Eine auf den ersten Blick schlanke Silhouette ist leider kein Garant für dauerhafte Gesundheit. Denn selbst bei Normalgewichtigen kann sich im Bauch tückisches Viszeralfett verstecken. Wie es entsteht, was es gefährlich macht und wie Sie es loswerden.

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Was ist Viszeralfett?

Bauchfett ist überlebenswichtig: Es legt sich schützend um unsere inneren Organe und dient dem Körper seit Urzeiten als Energiespeicher. Das sogenannte Viszeralfett kann sogar unser Überleben für rund 40 Tage sichern – selbst wenn wir keinen einzigen Bissen essen würden und zudem noch strenger Kälte ausgeliefert wären. Denn das viszerale Bauchfett kann vom Organismus sofort in Zucker umgewandelt und den Körperzellen somit als Kraftstoff zur Verfügung gestellt werden.

Doch nun die schlechte Nachricht: Das Fettdepot unter der Bauchdecke ist als einer der größten Gesundheitsgefährder ins Visier der Mediziner gerückt. Warum das so ist, erklärt Dr. Tatjana Ballauff, Biochemikerin und Leiterin zweier Fitness-Studios in Hamburg.

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Viszeralfett durch Überernährung

„Das Tückische am Bauchfett ist: Niemand leidet hierzulande unter Hunger oder Kälte“, sagt Dr. Ballauff. „Im Gegenteil, unser Nahrungsangebot ist überwältigend. Vor allem durch zucker- und fetthaltiges Fast Food und Fertiggerichte führen viele ihrem Körper täglich viel mehr Energie zu, als er benötigt.“

Weil sich die Bauchfettzellen dadurch aber entsprechend schnell vergrößern und vermehren, verwandelt sich die einst nützliche Energiereserve in eine gefährliche Substanz – selbst bei optisch schlanken Menschen. „Denn wird der Nährstoffüberschuss nicht durch Sport ausgeglichen, sammelt er sich zuallererst als Viszeralfett in der Körpermitte an.“

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Zusammenhang zwischen Stress und Viszeralfett

Doch nicht nur ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel lassen Bauchfettzellen wachsen. „Wissenschaftlich belegt ist, dass Stress die Bildung von Viszeralfett extrem vorantreibt. Das ist auch der Grund, weswegen selbst sehr schlanke Frauen ein ‚Bäuchlein‘ haben können“, so Ballauff. Denn bei seelischer Anspannung schüttet die Nebennierenrinde Stresshormone wie Cortisol aus. Der Körper bunkert dann automatisch Fett – eben weil er auf eine scheinbar akute Notsituation reagiert.

Gewissenhaft hemmt der Körper den Fettab- und Muskelaufbau, um Energie zu sparen. Dieses „Missverständnis“ bekommt die Fitnessexpertin häufig zu Gesicht: „Viele Frauen stecken unbewusst in der Perfektionsfalle. Um den eigenen hohen Ansprüchen zu genügen, wird gehungert und oftmals zu viel trainiert. Doch das Bäuchlein bleibt. Was wiederum Stress erzeugt – und neues Bauchfett!“

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Darum ist viszerales Fett so ungesund

Das Netzwerk aus unzähligen Fettzellen produziert ein giftiges Stoffgemisch aus Hormonen und Entzündungsmolekülen, die den gesamten Stoffwechsel lahmlegen. Deshalb bewerten Mediziner das Viszeralfett inzwischen als eigenständige, hochaktive Drüse, die permanent Fettsäuren ins Blut abgibt. Nur können die Fettsäuren von den Körperzellen weder aufgenommen noch verwertet werden und bleiben daher im Kreislauf. Auf Dauer steigt so das Risiko für gefährliche Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes und Gefäßablagerungen bis hin zum Herzinfarkt und Schlaganfall.

Ob sich die eigene Mitte im gesunden Normbereich befindet, lässt sich zum Glück ganz einfach messen. Und zwar mit einem schlichten Maßband nach einem entspannten Ausatmen auf Höhe des Bauchnabels. Als Faustregel gilt für Frauen: Bei einer durchschnittlichen Körpergröße von 1,60 m bis 1,75 m sind maximal 82 cm unbedenklich.

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Viszeralfett mit Sport, Ernährung und Entspannung loswerden

Weil Bauchfett mit vielen Gesundheitsrisiken verbunden ist, sollten Betroffene es wortwörtlich zum Schmelzen bringen. Ballauff sieht eine Kombination aus gesunder Ernährung, Entspannung und Bewegung als effektivstes Mittel im Kampf gegen eiserne Fettreserven. „Zwei- bis dreimal pro Woche 45-minütiger Ausdauersport wie Joggen im Wechsel mit Schnellkraft-Übungen wie Crunches und Co. reichen aus. Dabei wird das Fett von den Bauchmuskeln am schnellsten verbraucht.“ 

Eines ist bei den Bemühungen, überschüssiges Fett zu verlieren, entscheidend: „Auch wenn es abgedroschen klingt: Sich selbst zu akzeptieren, liefert den ersten Baustein für eine schlanke Mitte – weil wir dadurch viel entspannter sind.“  Hilfreich sei es außerdem, zu Lebensmittel zu greifen, die die Verdauung anregen und dem Bäuchlein entgegenwirken, z.B Äpfel, Flohsamenschalen und Vollkornprodukte. „Und ganz wichtig: Bei allem, was wir tun, darf der Genuss nicht fehlen. Dann hat das Viszeralfett noch weniger Chancen, sich im Inneren niederzulassen.“

Unsere Expertin: Dr. Tatjana Ballauff, promovierte Biochemikerin und Geschäftsführerin zweier Fitnesstudios in Hamburg.

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