Was ist Folsäure?

Alexander Scherb
Folsäure
Für den menschlichen Körper ist Folsäure unverzichtbar Foto:  jarun011/iStock
Inhalt
  1. Was ist Folsäure?
  2. Wie viel Folsäure benötigt unser Körper?
  3. Wie Sie die Tagesdosis von Folsäure erreichen
  4. Was passiert bei einem Folsäure-Mangel?
  5. Auslöser von Folsäure-Mangel
  6. Überversorgung mit Folsäure
  7. Video: Diese Anzeichen deuten auf eine Schwangerschaft hin

Wie wichtig Folsäure für unsere Gesundheit ist, ist vielen Menschen nicht bewusst. PraxisVITA erklärt, was Folsäure ist, warum der menschliche Körper sie benötigt und warum zu viel Folsäure auch schädlich sein kann.

 

Was ist Folsäure?

Folsäure ist ein Vitamin aus der B-Gruppe und wird oftmals auch Vitamin B9, Vitamin B11 oder Folat genannt. Tatsächlich sind Folsäure und Folat aber nicht das gleiche: Folsäure sind synthetische Verbindungen, Folat ist dagegen das natürliche Vitamin. Folsäure ist wasserlöslich und besitzt getrocknet eine orangegelbe Farbe. Ihr Name kommt vom lateinischen „Folium“ für Blatt, da sie in grünen Pflanzenblättern vorkommt. Entdeckt wurde sie 1941.

Wozu brauchen wir Folsäure?

Folsäure spielt bei Wachstumsprozessen eine wichtige Rolle. Sie fördert die Zellteilung und stärkt das Rückenmark. Dies ist gerade in der embryonalen und frühkindlichen Entwicklung wichtig. Auch Erwachsene sind auf Folsäure angewiesen, da sie für die Blutbildung benötigt wird. Der Körper kann sie nicht selbst herstellen, daher muss sie über die Nahrung oder durch Nahrungsergänzungsmittel aufgenommen werden.

 

Wie viel Folsäure benötigt unser Körper?

Ein ausgewachsener Mensch benötigt circa 300 Mikrogramm (µg) Folat täglich. Kinder bis zum 17. Lebensjahr ungefähr 200 µg. Schwangeren wird eine Tagesdosis von 550 µg bis 800 µg empfohlen. Für Schwangere ist es fast unmöglich, die geforderte Dosis nur durch die Nahrung zu erreichen – sie müssen fast immer zusätzlich ein Folsäurepräparat einnehmen. Aber auch der Großteil der Erwachsenen und Kinder hat Schwierigkeiten, genug Folsäure aufzunehmen: In Deutschland gelten rund zwei Drittel der Menschen als unterversorgt. Viele Ernährungswissenschaftler fordern deshalb, Folsäure Mehl oder anderen Grundnahrungsmitteln beizufügen.

 

Wie Sie die Tagesdosis von Folsäure erreichen

Folsäure
Folsäure steckt in vielen Obst- und Gemüsesorten wie beispielsweise in Grünkohl © knape/iStock

Folsäure findet sich in den meisten Obst- und Gemüsesorten. Außerdem ist sie in Leber und anderen Fleischsorten enthalten. In unserer Bildergalerie finden Sie viele Lebensmittel, die reich an Folsäure sind. Folat kann aber auch als Nahrungsergänzungsmittel in Apotheken oder Drogeriemärkten gekauft werden. So kommen Sie auch auf Ihren Tagesbedarf, wenn Sie mal keine Zeit für ein ausgewogenes Mahl haben sollten. Gerade für Schwangere ist es immens wichtig, den Folsäure-Haushalt im Blick zu haben.

 

Was passiert bei einem Folsäure-Mangel?

Während der embryonalen Entwicklung kann ein Folsäure-Mangel verheerende Wirkung auf das Ungeborene haben. Hier kann es zu Fehlbildungen des Rückgrats und des Schädels kommen. Auch angeborene Herzfehler können durch Folsäure-Mangel auftreten. Bei Erwachsenen äußert sich ein Mangel an Folsäure häufig am Fehlen roter Blutkörperchen. Aus diesem Grund ist eine Unterversorgung von Folsäure leicht zu entdecken – es reicht ein einfaches Blutbild. Sollte der Mangel länger bestehen, drohen Erkrankungen im Herz-Kreislauf-System.

 

Auslöser von Folsäure-Mangel

Neben einer Mangelernährung können auch andere Faktoren eine Unterversorgung an Folat begünstigen, etwa übermäßiger Alkoholkonsum. Verschiedene Medikamente sorgen ebenfalls für den Abbau von Folsäure, darunter zahlreiche empfängnisverhütende Mittel. Krebserkrankte in Therapie sollten ebenfalls auf ihren Folat-Haushalt achten, da viele Krebsmedikamente Folsäure abbauen.

Folsäure
Schwangere sind oft auf Präparate angewiesen, um ihren Bedarf an Folsäure zu decken © KatarzynaBialasiewicz/iStock
 

Überversorgung mit Folsäure

Generell kann ein erwachsener Mensch bis zu 1000 Mikrogramm Folsäure täglich zu sich nehmen, ohne Beschwerden oder Nebenwirkungen befürchten zu müssen. Allgemein wird überschüssige Folsäure über den Urin ausgeschieden. Wer über mehrere Jahre allerdings zu viel Folsäure zu sich nimmt, riskiert Magen-Darm-Beschwerden und Schlafstörungen. Besonders heikel: Ein Folsäure-Überschuss kann den Mangel an Vitamin B12 verdecken. Dieser macht sich in der Frühphase durch Kribbeln in den Händen und Füßen, Erschöpfung und Konzentrationsstörungen bemerkbar. Später kann es zu Blutarmut, Demenz und dem Rückgang des Rückenmarks kommen.

 

Video: Diese Anzeichen deuten auf eine Schwangerschaft hin

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2019 praxisvita.de. All rights reserved.