Wasservergiftung: Ab dieser Menge ist Wasser schädlich!

Von einer Wasservergiftung ist die Rede, wenn der Körper mit zu viel Wasser versorgt wird. Aber was genau passiert dann im Körper? Und welche Symptome treten bei einer Wasservergiftung auf?

Eine Frau schenkt sich am Spülbecken Wasser ein
Wasser ist gesund. Aber ein zu hoher Wasserkonsum kann auch schädlich sein Foto: iStock/draganab

Wasser ist für den Menschen lebensnotwendig. Die aus Sauer- und Wasserstoff bestehende Flüssigkeit versorgt den Körper nicht nur mit wichtigen Mineralien und Spurenelementen, sondern ist auch an zahlreichen Körperfunktionen beteiligt. Deswegen ist es kaum vorstellbar, dass Wasser auch schädlich für den Körper sein könnte. In seltenen Fällen ist dies jedoch der Fall: Befindet sich zu viel Wasser im Körper, kann es zu einer Wasservergiftung kommen. Manche Menschen sind anfälliger dafür.

Was ist eine Wasservergiftung?

Eine Wasservergiftung (Hyperhydration) ist ein Wasserüberschuss im Körper. Dieser entsteht, wenn zu viel Wasser aufgenommen beziehungsweise zu wenig Wasser ausgeschieden wird.

Dabei laufen im Körper folgende Prozesse ab:

  • Durch das viele Wasser gerät der Elektrolythaushalt ins Ungleichgewicht, es kommt zu einem starken Natriummangel (Hyponatriämie).

  • Der Körper startet sein Notprogramm, läuft auf Sparflamme, um den Salzverlust auszugleichen. Er hemmt zudem den Harndrang, um nicht noch mehr Salze zu verlieren.

  • Es strömt Wasser in die Zellen. Dadurch kann unter anderem die Lunge Schaden nehmen.

Wasservergiftung: Ab welcher Menge ist Wasser schädlich?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Erwachsenen, jeden Tag rund 1,5 Liter Wasser zu trinken. Wer über den Tag verteilt die doppelte oder dreifache Menge Wasser zu sich nimmt, muss sich jedoch noch lange keine Sorgen machen, dass er eine Wasservergiftung erleidet. Dafür braucht es sehr viel mehr: Ein erwachsener Mensch muss an einem Tag über 20 Liter Wasser zu sich nehmen, damit Vergiftungserscheinungen auftreten. Denn die Nieren scheiden überschüssiges Wasser wieder aus.

Erst durch eine Störung der Nierenfunktion sowie bei Leber- und Herzerkrankungen steigt das Risiko für eine Wasservergiftung, wenn man zu viel Wasser zu sich nimmt. Denn dann ist die Ausscheidungsfähigkeit des Körpers gestört, sodass mehr Wasser gespeichert wird. Auch manche Medikamente, wie etwa Antidepressiva, können eine übermäßige Speicherung von Wasser im Körper zur Folge haben.

Wasservergiftung: Diese Symptome treten auf

Eine Wasservergiftung kann sich unter anderem durch die folgenden Symptome äußern:

  • Hirndruck

  • Kopfschmerzen

  • Unwohlsein

  • Verwirrtheit

  • Lethargie

  • Schwindel

  • Übelkeit

  • Erbrechen

  • Krämpfe

Je nach Schweregrad können die Symptome unterschiedlich ausfallen. In besonders schweren Fällen kann eine Wasservergiftung den Betroffenen sogar bis ins Koma führen oder lebensbedrohlich werden.

Wasservergiftung – was tun?

Wer Anzeichen einer Wasservergiftung an sich bemerkt, sollte sich umgehend in medizinische Behandlung begeben. Die erste Gegenmaßnahme bei einer Wasservergiftung ist es, unabhängig von der Ursache, die Flüssigkeitszufuhr einzuschränken. Zu einer Besserung kommt es in der Regel innerhalb weniger Tage, sobald weniger als ein Liter Flüssigkeit pro Tag aufgenommen wird. Zudem kann durch den Verzehr stark salzhaltiger Lebensmittel der Salzhaushalt wieder ins Gleichgewicht gebracht werden.

Daneben sollten Medikamente, die eine Hyperhydratation begünstigen, nach ärztlicher Verordnung abgesetzt werden. In manchen Fällen empfehlen Ärzte bei einer Wasservergiftung die Einnahme von Diuretika, die die Wasserausscheidung über den Urin fördern.

Quellen:

Morlion BJ. Wasser, Elektrolyte und SäureBasen-Haushalt. In: Biesalski HK, Bischoff SC, Puchstein C (Hg) Ernährungsmedizin. 4., überarb. und erw. Aufl. Thieme, Stuttgart (2010)

Hyperhydratation, in: msdmanuals.com

Referenzwerte Wasser, in: dge.de