Was ist eine Schlaflähmung?

Michelle Kröger

Wenn der Geist nach dem Schlafen schon hellwach ist, doch der Körper sich noch nicht bewegen lässt, kann eine Schlaflähmung vorliegen. Der Betroffene ist einfach nicht in der Lage, sich zu bewegen oder zu sprechen. Dieser Zustand kann sogar einige Minuten anhalten.

Mann liegt im Bett und schläft
Schlaflähmung: Wenn der Geist schon wach ist, aber der Körper noch nicht Foto:  laflor/iStock
Inhalt
  1. Was ist eine Schlaflähmung?
  2. Welche Symptome treten während einer Schlaflähmung auf?
  3. Wodurch entsteht eine Schlaflähmung?
  4. Ist eine Schlaflähmung gefährlich?
  5. Was kann bei einer Schlaflähmung helfen?
 

Was ist eine Schlaflähmung?

Eine Schlaflähmung, auch Schlafparalyse oder Schlafstarre genannt, ist eine Schlafstörung, während der sich der Betroffene gelähmt fühlt. Sekunden- oder minutenlang ist es ihm aufgrund der auftretenden Muskelschwäche nicht möglich, seinen Körper zu bewegen oder zu sprechen. Allein die Atmung und die Augenpartie lassen sich kontrollieren. Der Rest des Körpers fühlt sich taub und kraftlos an. Eine Schlaflähmung tritt entweder während des Aufwachens (hypgnagoge Schlaflähmung) oder seltener während des Einschlafens (hypnapompe Schlaflähmung) auf.

Normalerweise läuft das Erwachen aus dem Schlaf ganz anders ab: Während des Schlafens erschlaffen die meisten unserer Muskeln. Dieser Vorgang schützt uns davor, die Träume wirklich in die Tat umzusetzen. Nach dem Aufwachen können die Muskeln normal sofort wieder arbeiten und der Körper bewegt werden. Bei einer Schlaflähmung liegt eine Störung dieses Prozesses vor. Eine Schlaflähmung tritt in der Regel auf, wenn man aus dem Tiefschlaf (dem REM-Schlaf) erwacht. Die Starre hält meist nur einige Sekunden an, manchmal auch einige Minuten. Einige Menschen erleben die Schlafstarre nur einmal in ihrem gesamten Leben, andere haben mehrmals damit zu kämpfen.

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Übersicht Endlich wieder gut schlafen!

 

Welche Symptome treten während einer Schlaflähmung auf?

Neben der absoluten Regungslosigkeit bzw. der Muskelschwäche berichten einige Betroffene von weiteren Symptomen. Dabei handelt es sich meist um schlafbezogenen Halluzinationen. Dazu gehören:

  • das Gefühl zu ersticken
  • das Gefühl, dass jemand im Zimmer ist, der einen bedroht
  • das Gefühl der Hilflosigkeit und Angst (Panikattacken möglich)
  • das Gefühl, dass jemand einen antippt oder streichelt
  • das Gefühl, etwas ein bestimmtes Geräusch zu hören
 

Wodurch entsteht eine Schlaflähmung?

Experten gehen davon aus, dass eine Schlafparalyse durch psychologische oder körperliche Belastungen ausgelöst wird. Neben einer genetischen Veranlagung (familiäre Schlafparalyse) kommt sie besonders häufig bei Menschen vor, die unter Narkolepsie leiden. Dabei handelt es sich um eine Krankheit, bei der eine Störung des natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus vorliegt. Zu den Symptomen der Narkolepsie zählen: plötzliches Einschlafen aus heiterem Himmel, plötzliches Erschlaffen der Haltemuskulatur oder starke Tagesschläfrigkeit. Doch nicht immer muss eine Schlaflähmung auch im Zusammenhang mit einer Narkolepsie stehen. Auch diese Faktoren können eine Schlaflähmung auslösen:

  • Genetische Veranlagung
  • Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus (z.B. Schlafmangel, Schlafstörungen, Nachtschichten oder Jetlag)
  • Stress
  • Angststörungen
  • Depressionen
  • Migräne
  • Drogen- oder Alkoholmissbrauch
  • Epilepsie
  • Hypersomnie
 

Ist eine Schlaflähmung gefährlich?

Auch wenn die Symptome dieses Phänomens durchaus beunruhigen und zu großer Angst führen können, gilt die Schlaflähmung nicht als gefährlich. Traumforscher sprechen in diesem Zusammenhang von einer Art Schutzmechanismus des Körpers, damit wir unsere Träume nicht wirklich in die Tat umsetzen oder womöglich schlafwandeln. Sollten die Schlaflähmungen über einen langen Zeitraum hinweg regelmäßig auftreten, so ist das Hinzuziehen eines Arztes empfehlenswert.

 

Was kann bei einer Schlaflähmung helfen?

Leider gibt es bisher noch keine wissenschaftlich belegte Therapie gegen Schlaflähmung. Die oben genannten Ursachen sollten jedoch aktiv vermieden werden. Sorgen Sie für regelmäßige Schlafenszeiten und einen geregelten Tagesablauf. Außerdem tritt die Schlafstarre bei rund 60 Prozent der Betroffenen beim Schlafen in Rückenlage auf. Deshalb sollten Sie sich angewöhnen, in Seiten- oder Bauchlage zu schlafen.

Um die Schlaflähmung zu verarbeiten und Ängste zu minimieren, sollte man sich bewusst machen, dass einem nichts passieren kann. Zusätzlich sollte man in Momenten der Schlaflähmung versuchen, folgende Dinge zu tun:

  • Konzentrieren Sie sich auf einzelne Körperteile, zum Beispiel den großen Zeh oder einen Finger und versuchen Sie diese zu bewegen oder damit zu wackeln. Nach und nach sollten Sie versuchen, andere (größere) Bereiche des Körpers zu bewegen.
  • Rollen Sie mehrmals langsam mit den Augen und schauen Sie nach links, rechts, oben und unten. Auch schnelles Blinzeln kann helfen die Schlafstarre aufzulösen.
  • Bei akuten Angstzuständen oder Panikattacken sollten Sie die Augen schließen und kontrolliert ein- und ausatmen. Zählen Sie jeden einzelnen Atemzug. Bis Sie sich beruhigt haben.
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