Was ist eine Nickelallergie?

Anne Körbel
Nickel ist auch in Münzen enthalten
© iStock/BeyondImages
Inhalt
  1. Symptome einer Nickelallergie
  2. Zahlen zu Nickelallergien
  3. Risikogruppen
  4. Diagnose
  5. Behandlung

Sie haben diese tolle neue Jeans und der Knopf verursacht einen schlimmen Juckreiz? Sie können Ihre Ohrringe nicht mehr tragen, da Ihre Ohrlöcher knallrot werden? Dann könnte es sein, dass Sie an einer Nickelallergie leiden. PraxisVita informiert Sie rund um das Thema Nickel.

 

Symptome einer Nickelallergie


Nickel ist ein Metall, das in der natürlichen Umwelt vorkommt und besonders häufig in der Industrie genutzt wird. Es kommt in Schmuck, Münzen, Knöpfen, Verschlüssen, Prothesen, Batterien, aber auch in Pflanzen, Lebensmitteln und Zigarettenrauch vor. Die Nickelallergie gilt als die häufigste Form der Kontaktallergie und löst bei den Betroffenen einen meist stark juckenden oder brennenden Ausschlag hervor. Neben Hautrötungen und Schwellungen kann der Ausschlag auch in Form von Ekzemen, Quaddeln, Krusten- und Schuppenbildung, nässenden Knötchen und Bläschen auftreten. Besonders Schweiß fördert die Freisetzung von Nickel-Ionen, die gelöst besonders leicht durch die Haut dringen können und zum Ausschlag führen als eine Abwehrreaktion des Körpers. Meist tritt eine Nickelallergie bereits in jungen Jahren auf. Beim Ohrenlochstechen oder Piercen können die Allergene beispielsweise besonders leicht in die Hautoberfläche gelangen und so eine allergische Reaktion hervorrufen.
Die Hautveränderungen heilen in der Regel von selbst wieder ab, wenn die Haut nicht weiterhin mit Nickel in Kontakt kommt. Auf keinen Fall sollte bei starkem Juckreiz an den entzündeten Stellen gekratzt werden, da es das Abheilen verzögert und im schlimmsten Fall zu Infektionen führen kann. Bei ständigen Kontakt mit Nickel tritt bei Nickelallergikern dauerhaft eine Hautveränderung auf. Dabei schuppt sich die Haut, reißt ein und ist teilweise an den betroffenen Stellen verhornt.

 

Bei starkem Juckreiz nicht an den entzündeten Stellen kratzen, da sich das Abheilen sonst verzögert

Bei starkem Juckreiz sollten Sie besser nicht an den entzündeten Stellen kratzen, da sich das Abheilen sonst verzögert © iStock/Oat_Phawat

 

Zahlen zu Nickelallergien


Mehr als 65 Millionen Menschen weltweit sind von einer Nickelallergie betroffen. In Deutschland sind es knapp 10 Millionen. Um die Zahlen der Fälle zu senken, wurden bereits 2007 Grenzwerte für nickelhaltige Produkte festgelegt. Trotzdem sind die Zahlen für eine Nickelallergie immer noch verhältnismäßig hoch. So reagieren auch nach der Einführung der Grenzwerte acht bis 18 Prozent der Gesamtbevölkerung allergisch auf Nickel.

 

Risikogruppen


Prinzipiell kann eine Nickelallergie bei jedem Menschen auftreten. Es gibt aber bestimmte Risikogruppen, die die Entwicklung einer Nickelallergie verstärken. Betroffen davon sind Menschen mit einer Überempfindlichkeit des Immunsystems, Neurodermitis oder anderen bereits aufgetretenen Allergien. Auch feuchte Haut durch Schweiß oder Wasser bei der Arbeit ermöglicht den Nickel-Ionen besonders leicht in die Haut einzudringen.

 

Diagnose


Sollten Sie an einem Hautausschlag leiden, suchen Sie am besten Ihren Dermatologen (Hautarzt) auf. Bei einem Allergie-Hauttest, dem sogenannten Epikutantest, werden Nickelproben und andere Kontaktallergene, wie Metallsalz, Duftstoffe oder Konservierungsmittel auf den Rücken des Patienten aufgetragen und mit Pflastern bedeckt. Nach 24 bis 48 Stunden nimmt der Arzt die Pflaster ab und beurteilt die Hautreaktionen an den Teststellen. Liegt eine Nickelallergie vor, reagiert die Haut entsprechend (siehe Symptome).

 

Bei dem Epikutantest werden Nickel und andere Kontaktallergene getestet
Bei dem Epikutantest werden Nickel und andere Kontaktallergene getestet © istock/Neeila
 

Behandlung


Eine Nickelallergie besteht ein Leben lang, daher sollte der Kontakt mit Nickel im besten Fall gänzlich gemieden werden. Da Hautschäden das Eindringen von Nickel-Ionen erleichtern, sollten Feuchtigkeits- und Pflegeprodukten die natürliche Hautbarriere stärken. Der Dermatologe kann bei allergischen Reaktionen eine Salbe oder Creme mit Kortison verschreiben, die aber nur kurzzeitig verwendet werden sollte. In einigen Fällen kann der Arzt kortisonhaltige Tabletten verschreiben. Er berät Sie auch in der Regel bei der weiteren Pflege zur Regeneration der Haut. Bei chronischen Ekzemen kann auch eine Lichttherapie mit UVB-Strahlen helfen. Bei schweren Fällen von Nickel-Allergie kann eine Nickel-arme Diät
ausprobiert werden. Da Nickel in allen Lebensmitteln vorkommt ist eine Nickel-freie Ernährung nicht möglich. Einige Enzyme des Körpers benötigen Nickel sogar für ihre Funktion. Bei einem Nickeldefizit sinkt beispielsweise die Eisenaufnahme im Körper. Bei der Diät kann in Absprache mit dem Arzt auf Lebensmittel mit einem hohen Nickelgehalt verzichtet werden. Die Diät sollte zwei bis drei Monate erfolgen, um Ergebnisse zu erzielen. Ob sie wirklich hilft, ist aber unter Medizinern umstritten. Der Arzt berät Sie auch bei der weiteren Pflege zur Regeneration der Haut.  

Themen
Das könnte Sie auch interessieren
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.