Was ist eine Nickelallergie?

Anne Körbel Medizinredakteurin

Wenn Halskette und Ohrschmuck sowie der Hosenknopf zu schmerzhaftem Jucken und einer unschönen Rötung der Haut führen, kann eine Nickelallergie der Auslöser sein. Wir informieren über diese Form der Kontaktallergie. 

Frau mit schmerzendem Ohr
© AH86/iStock
Inhalt
  1. Symptome einer Nickelallergie
  2. Zahlen zu Nickelallergien
  3. Risikogruppen
  4. Diagnose
  5. Behandlung
Was ist eine Nickelallergie?

Eine Nickelallergie ist eine sogenannte Kontaktallergie, bei der die Haut auf die Berührung mit Nickel mit Juckreiz und Rötungen sowie weiteren Symptomen wie wässrigen Bläschen reagiert. Abhilfe versprechen neben der Reduktion des Kontaktes mit dem Metall auch eine Lichttherapie und nickelarme Ernährung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Symptome einer Nickelallergie

Nickel ist ein Metall, das in der Natur vorkommt und besonders häufig in der Industrie genutzt wird. Es findet Verwendung in Schmuck, Münzen, Knöpfen, Verschlüssen, Prothesen und Batterien, ist aber auch in Lebensmitteln und Zigarettenrauch vorhanden. Die Nickelallergie gilt als die häufigste Form der Kontaktallergie und löst bei den Betroffenen einen meist stark juckenden oder brennenden Hautausschlag aus. Neben Hautrötungen und Schwellungen kann der Ausschlag auch in Form von Ekzemen, Quaddeln, Krusten- und Schuppenbildung sowie nässenden Knötchen und Bläschen auftreten. Besonders Schweiß fördert die Freisetzung von Nickel-Ionen, die gelöst besonders leicht durch die Haut dringen können und einen Ausschlag als Abwehrreaktion des Körpers auslösen können. Meist tritt eine Nickelallergie bereits in jungen Jahren auf. Beim Ohrenlochstechen oder Piercen können die Allergene beispielsweise besonders leicht in die Hautoberfläche gelangen und so eine allergische Reaktion hervorrufen.
Die Hautveränderungen heilen in der Regel von selbst wieder ab, wenn die Haut nicht weiterhin mit Nickel in Kontakt kommt. Auf keinen Fall sollte bei starkem Juckreiz an den entzündeten Stellen gekratzt werden, da es das Abheilen verzögert und im schlimmsten Fall zu Infektionen führt. Bei ständigem Kontakt mit Nickel treten bei Allergikern dauerhafte Hautveränderungen auf. Dabei schuppt sich die Haut, reißt ein und ist teilweise an den betroffenen Stellen verhornt. 

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Zahlen zu Nickelallergien

Mehr als 65 Millionen Menschen weltweit sind von einer Nickelallergie betroffen. In Deutschland sind es knapp 10 Millionen. Um die Zahlen der Fälle zu senken, wurden bereits 2007 Grenzwerte für nickelhaltige Produkte festgelegt. Aber: auch nach der Einführung der Grenzwerte reagieren acht bis 18 Prozent der Gesamtbevölkerung allergisch auf Nickel.

 

Risikogruppen

Prinzipiell kann eine Nickelallergie bei jedem Menschen auftreten. Es gibt aber bestimmte Risikogruppen. Dazu gehören Menschen mit einer Überempfindlichkeit des Immunsystems, Neurodermitis oder anderen Allergien

 

Diagnose

Sollten Sie an einem Hautausschlag leiden, suchen Sie am besten Ihren Dermatologen (Hautarzt) auf. Bei einem Allergie-Hauttest, dem sogenannten Epikutantest, werden Nickelproben und andere Kontaktallergene, wie Metallsalz, Duftstoffe oder Konservierungsmittel, auf den Rücken des Patienten aufgetragen und mit Pflastern bedeckt. Nach 48 bis 96 Stunden nimmt der Arzt die Pflaster ab und beurteilt die Hautreaktionen an den Teststellen. Liegt eine Nickelallergie vor, reagiert die Haut entsprechend (siehe Symptome).

 

Bei dem Epikutantest werden Nickel und andere Kontaktallergene getestet
Bei dem Epikutantest werden Nickel und andere Kontaktallergene getestet © istock/Neeila
 

Behandlung

Eine Nickelallergie besteht ein Leben lang, daher sollte der Kontakt mit Nickel im besten Fall gänzlich gemieden werden. Da Hautschäden das Eindringen von Nickel-Ionen erleichtern, sollten Feuchtigkeits- und Pflegeprodukte die natürliche Hautbarriere stärken. Der Dermatologe kann bei allergischen Reaktionen eine Salbe oder Creme mit Kortison verschreiben, die aber nur kurzzeitig verwendet werden sollte. In einigen Fällen wird der Arzt kortisonhaltige Tabletten verschreiben. Er berät Sie auch in der Regel bei der weiteren Pflege zur Regeneration der Haut. Bei chronischen Ekzemen kann auch eine Lichttherapie mit UVB-Strahlen helfen. Bei schweren Fällen von Nickel-Allergie kann eine nickelarme Diät ausprobiert werden. Da Nickel in allen Lebensmitteln vorkommt ist eine nickelfreie Ernährung nicht möglich. Einige Enzyme des Körpers benötigen Nickel sogar für ihre Funktion. Bei einem Nickeldefizit sinkt beispielsweise die Eisenaufnahme im Körper. Bei der Diät kann in Absprache mit dem Arzt auf Lebensmittel mit einem hohen Nickelgehalt verzichtet werden. Die Diät sollte zwei bis drei Monate erfolgen, um Ergebnisse zu erzielen. Ob sie wirklich hilft, ist aber unter Medizinern umstritten. Der Arzt berät Sie auch bei der weiteren Pflege zur Regeneration der Haut.  

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