Was ist eine "latente Hypothyreose"?

Schilddrüsenuntersuchung
Eine latente Hypothyreose wird häufig wegen fehlender Symptome nicht erkannt © alamy

Die latente Hypothyreose ist eine „milde“ Schilddrüsenunterfunktion. Wie äußert sie sich und wann ist eine Therapie nötig...

Eine latente Hypothyreose wird häufig auch als „verborgene“ Schilddrüsenunterfunktion bezeichnet, da sie von Betroffenen nicht bemerkt wird . Bei ihnen ist nur ein bestimmter Blutwert erhöht – der sogenannte TSH-Wert („Thyroidea-stimulierendes Hormon“).  Das TSH wird in der Hirnanhangdrüse produziert und regt die Schilddrüse an, Hormone zu produzieren. Das wichtigste Schilddrüsenhormon ist Thyroxin. Es regelt sehr viele Körpervorgänge und hält den Stoffwechsel im Gleichgewicht. Wenn zu wenig Thyroxin produziert wird, können verschiedene gesundheitliche Probleme auftreten. Die Symptome sind vielfältig: Haarausfall, Müdigkeit und Gewichtszunahme gehören zu den häufigsten. Während es dem Körper bei dieser ausgeprägten (manifesten) Schilddrüsenfunktion an Hormonen mangelt, werden bei der latenten Hypothyreose noch ausreichend Schilddrüsenhormone gebildet. Mit anderen Worten: Die Schilddrüsenhormone T3 und T4 befinden sich im Normbereich.

 

Wie wird eine latente Hypothyreose festgestellt?

Erhöhte TSH-Werte werden immer im Rahmen einer Blutuntersuchung festgestellt. Ist das der Fall, werden zwei Tests im Abstand von zwei bis drei Monaten durchgeführt. Da die Werte im Tagesverlauf schwanken können, wird das Blut jeweils zur selben Zeit abgenommen. Ein Wert über 5 Millieinheiten pro Liter (mU/L) gilt bei Experten als erhöht.

Leicht erhöhte TSH-Werte, die charakteristisch für eine latente Hypothyreose sind, stellen noch keine Gefahr für die Gesundheit dar. Manchmal sind sie nur vorübergehend erhöht, z.B. nach körperlicher Anstrengung. Besonders bei Kindern und Jugendlichen stabilisieren sich die Werte meistens wieder von selbst. Außerdem ist der TSH-Wert kein eindeutiger Indikator für eine Schilddrüsenfehlfunktion, weil viele Faktoren (z.B. Erkrankungen der Hirnanhangdrüse,  Jodbelastungen, Fasten, Kortison) ihn beeinflussen. Weitere Untersuchungsmethoden wie z.B. Ultraschall und Szintigrafie können die Diagnose absichern.

 

Wie verläuft eine latente Hypothyreose?

Eine latente Hypothyreose verläuft je nach Höhe des TSH-Werts unterschiedlich. Bei Menschen mit einem leicht erhöhten TSH-Wert zwischen 5 und 10 mU/L normalisieren sich die Werte oft von selbst wieder. Personen mit stärker erhöhten Werten über 15 mU/L entwickeln dagegen oft innerhalb von einigen Monaten oder Jahren eine ausgeprägte Schilddrüsenunterfunktion mit Beschwerden.

Muss eine latente Hypothyreose behandelt werden?

Das Institut für Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) gibt an, dass eine Therapie bei einer latenten Hypothyreose nicht immer notwendig ist. So müssen leicht und auch mäßig erhöhte TSH-Werte nicht (sofort) behandelt werden. Einige Betroffene entwickeln nie eine manifeste Schilddrüsenunterfunktion.

Eine Behandlung wird allerdings dann nötig, wenn der Wert deutlich erhöht ist und andere Faktoren eine Rolle spielen – zum Beispiel, wenn der Betroffene ein erhöhtes Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung hat.

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