Was ist eine Gürtelrose und wie wird sie behandelt?

Redaktion PraxisVITA
Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung
  7. 7. Das sagt der Experte

Die Gürtelrose (Herpes zoster) ist eine Virusinfektion und verursacht einen schmerzhaften Hautausschlag. Auslöser ist das Varizella-Zoster-Virus (VZV), das viele Menschen aus ihren Kindertagen kennen: Infiziert man sich damit zum ersten Mal, löst es die Windpocken aus. Ist das Abwehrsystem geschwächt, können die Viren noch Jahre später eine Gürtelrose hervorrufen. Die Krankheit macht vielen Angst. Doch wird sie rechtzeitig erkannt, ist sie sehr gut zu behandeln. Inzwischen gibt es gute Medikamente gegen das Gürtelrosen-Virus. Werden diese frühzeitig und in der richtigen Dosierung eingenommen, gibt es praktisch keine Langzeitschäden mehr.

 

Was ist eine Gürtelrose?

Fast jeder erinnert sich an die lästige, juckende Kinderkrankheit Windpocken. Sie wird durch das Varizella-Zoster-Virus (VZV) verursacht, das zu den Herpes-Viren zählt. Aber das Virus kann auch eine zweite Erkrankung hervorrufen: Herpes zoster, umgangssprachlich auch als Gürtelrose bezeichnet. Bei der Erstinfektion mit dem Varizella-Zoster-Virus im Kindesalter verursachen die Viren die Windpocken.

Sind diese überstanden, bleiben die Erreger jedoch im Körper zurück. Die Viren nisten sich in den Nervenknoten im Bereich des Rückenmarks (Spinalganglien) oder der Hirnnerven ein und verbleiben dort lebenslang, ohne weiteren Schaden anzurichten (die sogenannte Latenzphase). In der Regel hält sie das Immunsystem des Körpers in Schach.

Gürtelrose
Die Viren, die für Windpocken verantwortlich sind, können auch Gürtelrose auslösen © iStock

Ist das Immunsystem jedoch geschwächt, können die Viren wieder aktiv werden und sich vermehren – auch noch Jahrzehnte nach der ersten Infektion. Eine Gürtelrose ist dann die Folge. Die Viren wandern dabei den Nerv entlang und lösen an der Haut der betroffenen Körperregion, die mit den Nervenfasern in Kontakt steht, die Krankheit aus.

 

Woran kann man eine Gürtelrose erkennen?

Die ersten Symptome einer Gürtelrose sind Unwohlsein, Fieber, Juckreiz und starke, meist einseitige Schmerzen. Zwei bis drei Tage darauf breitet sich der für die Gürtelrose charakteristische schmerzende Hautausschlag mit roten Bläschen an den betroffenen Stellen entlang der entzündeten Nervenbahnen meist gürtelförmig aus – daher auch der Name.

Der Ausschlag ist in der Regel auf eine bestimmte Fläche begrenzt, kann jedoch überall am Körper, zum Beispiel im Gesicht, auftreten.

 

Wodurch wird eine Gürtelrose verursacht?

Das Varizella-Zoster-Virus – Verursacher der Gürtelrose – ist äußert ansteckend. Es wird durch Ausatmen, Husten oder Niesen über die Luft (Tröpfcheninfektion) übertragen. Man kann sich auch durch direkten Kontakt mit einem Erkrankten infizieren, denn auch der Inhalt der Bläschen ist ansteckend.

Von 100 Kindern, die mit dem Erreger in Kontakt kommen, erkranken 90 an den Windpocken. Und mehr als 95 Prozent der Erwachsenen tragen Antikörper, also körpereigene Abwehrstoffe, gegen das Virus in sich – das heißt sie waren schon einmal mit ihm infiziert.

Der Name der Gürtelrose kommt daher, dass sich der Hautausschlag an den betroffenen Stellen entlang der entzündeten Nervenbahnen meist gürtelförmig ausbreitet
Der Name der Gürtelrose kommt daher, dass sich der Hautausschlag an den betroffenen Stellen entlang der entzündeten Nervenbahnen meist gürtelförmig ausbreitet © Fotolia
 

Wer kann eine Gürtelrose bekommen?

In den meisten Fällen sind ältere Menschen oder Patienten mit Immunschwäche wie zum Beispiel AIDS von einer Gürtelrose betroffen. Kinder oder Jugendliche bekommen eine Gürtelrose nur sehr selten. Am häufigsten tritt eine Gürtelrose im Alter zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr auf.

 

Wir wird eine Gürtelrose diagnostiziert?

Der Arzt erkennt eine Gürtelrose meist schon per Blickdiagnose. Das heißt: Der Ausschlag sieht so typisch aus, dass die Ursache klar ist. Dennoch muss der Arzt weitere Untersuchungen durchführen – auch um herauszufinden, warum das Immunsystem des Betroffenen so geschwächt ist, dass eine Gürtelrose entstehen konnte.

 

Welche Folgen hat eine Gürtelrose?

Wird eine Gürtelrose nicht rechtzeitig behandelt, können sich später Nervenschmerzen in der Hautregion, wo die Bläschen waren, zeigen. Außerdem haben Menschen mit Gürtelrose vorübergehend ein höheres Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden.

Herzinfarkt durch Gürtelrose
Wer an einer Gürtelrose erkrankt ist, hat ein erhöhtes Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden © istock/r_Microbe
 

Ist eine Impfung gegen Gürtelrose sinnvoll?

Für Menschen ab 50 ist eine Impfung zugelassen (Kosten: 180€, Kasse zahlt oft auf Anfrage). Sie halbiert das Risiko, an Gürtelrose zu erkranken. Bricht sie dennoch aus, ist der Krankheitsverlauf der Gürtelrose milder.

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