Was ist ein Schädel-Hirn-Trauma?

Redaktion PraxisVITA

Ein Schädel-Hirn-Trauma (kurz SHT) bezeichnet unterschiedlichste Funktionsstörungen und Verletzungen des Gehirns, die durch Kopfverletzungen verursacht werden, zum Beispiel in Folge von Sport- oder Verkehrsunfällen. Eine leichte Form des Schädel-Hirn-Traumas ist die Gehirnerschütterung. Die Symptome reichen je nach Schwere von Kopfschmerzen über Erbrechen bis hin zum Koma. Die Schädel-Hirn-Trauma-Therapie orientiert sich in erster Linie am Ausmaß der Verletzung.

Röntgenbild Schädel-Hirn-Trauma
Foto:  iStock/posteriori
Inhalt
  1. Was ist ein Schädel-Hirn-Trauma?
  2. Symptome
  3. Diagnose
  4. Therapie
  5. Mögliche Folgen eines Schädel-Hirn
  6. Vorbeugung

Das Schädel-Hirn-Trauma bezeichnet unterschiedlichste Kopfverletzungen, die ihrerseits zu Verletzungen und Funktionsstörungen des Gehirns führen. Der Begriff „Trauma“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt „Verletzung“. Ursachen für die Kopfverletzungen sind äußere Gewalteinwirkungen, etwa durch Sport- oder Verkehrsunfälle. Beim Schädel-Hirn-Trauma (SHT) unterscheidet der Arzt verschiedene Schweregrade, wobei die Gehirnerschütterung die leichteste Form der Schädel-Hirn-Verletzung ist. 

 

Was ist ein Schädel-Hirn-Trauma?

Das Schädel-Hirn-Trauma betrifft eines der empfindlichsten und komplexesten Organe im menschlichen Körper: das Gehirn. Es reguliert lebenswichtige Organfunktionen wie Atmung oder Herzschlag, empfängt und verarbeitet Sinneseindrücke und steuert die Muskeln. Das Gehirn ist der Ort des Bewusstseins, Schaltzentrum für alle Gedanken(-prozesse) und verantwortlich für die unterschiedlichsten Emotionen. Durch äußere Gewalteinwirkung, zum Beispiel durch einen schweren Sturz bei einem Fahrradunfall, können Gehirn und Schädel verletzt werden. Dann liegt ein Schädel-Hirn-Trauma vor. Es ist eine häufige Verletzung, von der hierzulande jährlich rund 250.000 Menschen betroffen sind, ein Großteil davon sind Männer. Etwa fünf Prozent der Betroffenen erleiden ein schweres Schädel-Hirn-Trauma, was zu dauerhafter Pflegebedürftigkeit oder gar zum Tod führen kann. 

Beim Schädel-Hirn-Trauma variieren die Beschwerden je nach Ausmaß und Schwere der Schädel- und Gehirnverletzungen. Menschen mit einem schweren Schädel-Hirn-Trauma können sogar ins Koma fallen.

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Schädel-Hirn-Trauma: Welche Symptome treten auf? 

Beim Schädel-Hirn-Trauma (SHT) variieren die Symptome je nach Schwere der Schädel- und Gehirnverletzung. Die Beschwerden reichen von Kopfschmerzen und Schwindel über Symptome wie Bewusstlosigkeit und Sehstörungen bis hin zum Koma bei einem schweren Schädel-Hirn-Trauma. Grundsätzlich unterscheidet der Arzt die leichte, die mittelschwere und die schwere Formen des Schädel-Hirn-Traumas.

Je nach Schwere der Verletzung, können folgende Symptome bei einem Schädel-Hirn-Trauma auftreten:

  • Bewusstlosigkeit
  • Erbrechen
  • Erinnerungslücken, besonders bezogen auf die Zeit unmittelbar vor und nach dem Unfall sowie die Zeit während des Unfalls
  • Koma
  • Kopfschmerzen
  • Sehstörungen
  • Übelkeit
  • Verwirrtheit

Anhand des Leitsymptoms „Bewusstlosigkeit“ unterteilt der Arzt das Schädel-Hirn-Trauma in drei Schweregrade:

•    Grad I, leichtes Schädel-Hirn-Trauma: Betroffene sind maximal 15 Minuten bewusstlos; dauerhafte Funktionsstörungen des Gehirns sind nicht zu erwarten.
•    Grad II, mittelschweres Schädel-Hirn-Trauma: Betroffene sind bis zu einer Stunde bewusstlos. Spätfolgen sind möglich, aber nicht sehr wahrscheinlich.
•    Grad III, schweres Schädel-Hirn-Trauma: Betroffene sind länger als eine Stunde bewusstlos; dauerhafte Funktionsstörungen und/oder Schäden sind wahrscheinlich.

Typische Symptome für eine Gehirnerschütterung, also eine leichte Form des Schädel-Hirn-Traumas, sind unter anderem kurze Erinnerungslücken, die die Zeit unmittelbar vor und nach dem Unfall betreffen sowie die Zeit während des Unfalls. Betroffene können zudem kurzfristig das Bewusstsein verlieren. Häufig sind Symptome wie mäßige bis starke Kopfschmerzen, die oft von Schwindel, Übelkeit und Erbrechen begleitet sind. Manche Menschen sind vorübergehend licht- und geräuschempfindlich. Auch der Geruchs- und Geschmackssinn der Betroffenen kann vorübergehend gestört sein.

Mithilfe der Glasgow-Coma-Skala kann der Arzt einschätzen, wie ausgeprägt die Schädel-Hirn-Trauma-Symptome sind bzw. wie stark Gehirn das geschädigt oder in seiner Funktion gestört ist. Für die folgenden Kriterien vergibt er hierbei Punkte:

•    Kann der Betroffene die Augen spontan, erst auf Ansprache, auf einen Schmerzreiz oder gar nicht öffnen?
•    Ist der Betroffene nach Aufforderung in der Lage, sich zu bewegen oder ist seine Bewegungsfähigkeit eingeschränkt? 
•    Kann der Betroffene nach dem Unfall Fragen sinnvoll beantworten und wirkt er orientiert?

Je besser und spontaner die Reaktionen der Betroffenen auf die genannten Kriterien, desto höher die Punktzahl. Je niedriger die Punktzahl, desto schwerer die Verletzung. Zusammen mit den Schädel-Hirn-Trauma-Symptomen setzen Ärzte die Glasgow-Coma-Skala ein, um die Schwere der Verletzung einzuschätzen. Welche Symptome Betroffene bei einem Schädel-Hirn-Trauma entwickeln, hängt auch von der Art der Verletzung ab, die sie erlitten haben. Unter anderem sind diese Schädel- und Hirnverletzungen möglich:

•    Schädelprellung: Bei einer Schädelprellung bleibt das Gehirn unverletzt und es treten auch keine Funktionsstörungen auf. Symptome wie Kopfschmerzen oder Schwindel sind möglich. Ansonsten haben Betroffene keine Beschwerden. 
•    Gehirnerschütterung (Commotio cerebri): Die Gehirnerschütterung ist ein leichtes Schädel-Hirn-Trauma. Werden Betroffene bewusstlos, so kann dieser Zustand wenige Sekunden bis maximal 15 Minuten andauern. Es können Erinnerungslücken zur Zeit rund um den Unfall auftreten. Typische Symptome einer Gehirnerschütterung sind Übelkeit, Erbrechen, Schwindel und Kopfschmerzen. Nicht wenige Betroffene haben einen sogenannten Nystagmus. Hierbei bewegen sich die Augäpfel schnell horizontal hin und her. 
•    Gehirnprellung (Contusio cerebri): Betroffene sind länger als eine Stunde und bis zu mehreren Tagen bewusstlos. Je nach verletzter Gehirnregion können epileptische Anfälle, Lähmungen und Atem- oder Kreislaufstörungen auftreten. Manchmal fallen Betroffene sogar ins Koma.
•    Gehirnquetschung (Compressio cerebri): Bei diesem Schädel-Hirn-Trauma wird Gehirn von außen oder von innen (z.B. durch eine Blutung oder Schwellung des Gehirns) gequetscht. Menschen mit einer Gehirnquetschung haben Symptome wie starke Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit. Eine tiefe Bewusstlosigkeit ist ebenso möglich wie weitere neurologische Ausfälle.
•    Schädelbruch (Schädelkalottenfraktur): Der Arzt unterscheidet hierbei diese zwei Formen: Beim offenen Schädelbruch liegt das Gehirn teilweise frei, während der Schädel bei der gedeckten oder geschlossenen Kopfverletzung nicht geöffnet ist. Beim Schädelbruch lässt sich manchmal ein Spalt im Schädelknochen ertasten. Oder es ist eine Eindellung zu erkennen.
•    Schädelbasisbruch (Schädelbasisfraktur): Menschen mit einem Schädelbasisbruch haben oft Blutergüsse um die Augen. Bluten Betroffene zudem aus Nase oder Ohren, so ist das ebenfalls ein Hinweis auf einen Schädelbasisbruch.

 

Schädel-Hirn-Trauma: Zur weiteren Diagnose ins Krankenhaus

CT-Untersuchung
Zur Diagnose eines Schädel-Hirn-Traumas kommen bildgebende Verfahren wie die Computertomografie zum Einsatz Foto:  iStock/shironosov

Die Schädel-Hirn-Trauma-Diagnose stellt der Arzt durch die Kombination aus Ursache – also zum Beispiel Kopfsturz in Folge eines Unfalls – und den auftretenden Beschwerden. Weitere Untersuchungen können die Diagnose absichern, etwa bildgebende Verfahren wie Röntgenaufnahmen oder eine Computertomografie.

 

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Bei Verdacht auf ein Schädel-Hirn-Trauma werden die Rettungskräfte und/oder der Arzt vor Ort den Betroffenen zur weiteren Diagnose und Therapie in ein Krankenhaus einliefern lassen. Hier arbeiten Ärzte unterschiedlicher Fachdisziplinen bei der Schädel-Hirn-Trauma-Diagnose Hand in Hand. Unfallchirurgen, Orthopäden und Neurologen liefern entsprechende Befunde für eine klare Diagnose. In einer ersten Untersuchung wird der behandelnde Arzt prüfen, ob und falls ja wie gut der Betroffene ansprechbar und orientiert ist. Zudem wird er den Schädel auf Verletzungen hin begutachten, die von außen zu sehen sind und auf ein Schädel-Hirn-Trauma hindeuten können.

Ist der Patient bewusstlos, so kann der Arzt testen, ob die Pupillen im Auge auf einen Lichtreiz reagieren. Fällt die Reaktion schwach aus oder fehlt sie gänzlich, so kann das auf eine größere Hirnschädigung durch das Schädel-Hirn-Trauma hinweisen. 

Schädel-Hirn-Trauma: Röntgen oder Computertomografie zur weiteren Diagnose

Durch bildgebende Verfahren wie etwa Röntgenaufnahmen oder eine Computertomografie (CT) des Schädels kann der Arzt Brüche von Schädelknochen und Schädelbasis gut erkennen. Darüber hinaus offenbaren die Aufnahmen Verletzungen des Gehirns wie zum Beispiel Blutungen, Prellungen oder Quetschungen. Falls in den computertomographischen Aufnahmen trotz weiter bestehender Symptome keine Veränderungen zu sehen sind, kann der Arzt als weitere bildgebende Untersuchung eine Magnetresonanztomografie (MRT) veranlassen.

 

Schädel-Hirn-Trauma: Wie sieht die Therapie aus?

Die Therapie der Schädel-Hirn-Verletzungen orientiert sich an Ort und Ausmaß des Schadens, wobei schwere Schädel-Hirn-Traumen grundsätzlich im Krankenhaus behandelt werden. Sind in Folge des Unfalls Brüche an Schädelknochen entstanden, so ist gegebenenfalls eine Operation nötig. Bei leichten Formen wie etwa einer Gehirnerschütterung sind oft schon einige Tage Schonung und Bettruhe ausreichend. Gegen Symptome wie Kopfschmerzen oder Übelkeit können Betroffene entsprechende Medikamente einnehmen – nach vorheriger Absprache mit ihrem Arzt. 

Beim Schädel-Hirn-Trauma beginnt die Therapie bereits am Unfallort mit der Erstversorgung. Wer Zeuge des Unfalls wird, kann durch geeignete Maßnahmen die Zeit überbrücken, bevor Rettungskräfte und/oder der Arzt zur Behandlung vor Ort sind. Grundsätzlich orientiert sich die weitere Therapie an der Schwere der Schädel-Hirn-Verletzungen. 

Ist ein Unfall die Ursache für das Schädel-Hirn-Trauma, so können Zeugen die Erstversorgung übernehmen bis Rettungskräfte und/oder der Arzt vor Ort sind und die weitere Therapie übernehmen.

Wer Unfallzeuge ist, der sollte selbst Ruhe bewahren und beruhigend mit dem Unfallopfer reden. Keinesfalls sollten Betroffene alleine gelassen werden. Falls der Betroffene ansprechbar ist, sollten vorhandene Wunden nach Möglichkeit behandelt werden. Dann gilt es, über die Notrufnummer 112 direkt den Notarzt zu rufen. Danach können folgende Maßnahmen ergriffen werden, falls der Betroffene bei Bewusstsein ist:

•    Der Verletzte wird mit leicht erhöhtem Oberkörper gelagert und falls möglich zugedeckt.
•    Atmung, Herzschlag und Puls des Betroffenen werden geprüft.
•    Falls dem Betroffenen übel ist, sollte dieser auf der Seite gelagert werden.
•    Keinesfalls sollten Betroffene Essen, Getränke oder Medikamente erhalten, bevor Arzt und Rettungskräfte vor Ort sind und ihr ok gegeben haben. Das gilt auch, wenn es dem Unfallopfer vermeintlich besser oder sogar gut geht.

Animation Röntgenbild Kopf mit Kopfverletzung
Krankheiten & Behandlung Kopfverletzung – von der Platzwunde bis zum Schädelbruch

Schädel-Hirn-Trauma: Therapie variiert je nach Schwere der Verletzung

Ist das Unfallopfer durch das Schädel-Hirn-Trauma bewusstlos, so sollten zur Erstversorgung Atmung, Herzschlag und Puls geprüft werden. Danach sollte der Betroffene in die stabile Seitenlage gebracht werden. Im Anschluss werden Stirn und Nacken falls möglich mit kalten Tüchern bedeckt. Die weitere Behandlung hängt beim Schädel-Hirn-Trauma von Ort und Ausmaß der Gehirn- und Schädelverletzungen ab. Bei leichten Formen wie etwa einer Gehirnerschütterung ist keine umfangreiche Therapie nötig. Hier reichen oft einige Tage Bettruhe aus. Manchmal bleiben Menschen mit einer Gehirnerschütterung auch für 24 Stunden zur Beobachtung im Krankenhaus, was vor allem für Kinder gilt. Falls in dieser Zeit schwere Symptome eines Schädel-Hirn-Traumas auftreten, zum Beispiel Gehirnblutungen, kann der behandelnde Arzt diese schnell erkennen und behandeln.

Gegen häufige Beschwerden wie Kopfschmerzen helfen Schmerzmittel, beispielsweise mit dem Wirkstoff Paracetamol. Ist Betroffenen übel, so kann der Arzt Medikamente mit dem Wirkstoff Metoclopramid verordnen. Bei einem schweren Schädel-Hirn-Trauma erfolgt die Therapie im Krankenhaus.

Schon am Unfallort werden Rettungskräfte und/oder Arzt alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die Vitalfunktionen zu sichern, also Atmung und Kreislauf zu stabilisieren. Alle weiteren Therapieschritte orientieren sich ausschließlich an Art und Ort der Schädel- und Gehirnverletzungen. So ist bei einem offenen Schädel-Hirn-Trauma in der Regel eine Operation nötig. Aber auch gedeckte Schädelbrüche und Hirnblutungen müssen teilweise operativ versorgt werden.

Schweres Schädel-Hirn-Trauma: Weitere Therapie in Spezial- oder Reha-Klinik

Bei einem schweren Schädel-Hirn-Trauma müssen Betroffene oft zur weiteren Therapie in eine Spezial- oder Rehabilitationsklinik. Die weitere Behandlung wird hier durch ein spezialisiertes Team aus Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden und Fachärzten durchgeführt. Körperliche, geistige und sprachliche Kompetenzen, die in Folge der Schädel-Hirn-Verletzung ganz oder teilweise verloren gegangen sind, werden mithilfe des Therapeutenteams so früh wie möglich trainiert und wieder erlernt.

 

Folgen eines Schädel-Hirn-Traumas

Junge Frau liegt schlafend im Bett
Wichtig nach einer Kopfverletzung sind Schonung und (Bett-)Ruhe iStock/ljubaphoto

Eine allgemeingültige Aussage zu den Folgen eines Schädel-Hirn-Traumas ist nicht möglich, da Schwere und Ausmaß der Schäden je nach Unfall sehr unterschiedlich sind. Grundsätzlich gilt jedoch: Leichte Schädel-Hirn-Verletzungen haben normalerweise keine langfristigen oder dauerhaften Folgen. Menschen mit einem schweren Schädel-Hirn-Trauma müssen jedoch trotz aller Therapien mit bleibenden Behinderungen und Schäden rechnen. Welche Folgen das Trauma hat, ist auch von der geschädigten Gehirnregion abhängig. Ist eine Region betroffen, die für die Bewegung des Körpers verantwortlich ist, können schlaffe Gliedmaßen oder spastische Lähmungen die Folge sein.

Geistige Behinderungen sind ebenfalls möglich. Auch das Alter beeinflusst Verlauf und Folgen eines Schädel-Hirn-Traumas. Hier gilt: Je jünger die Patienten, desto besser die Prognose. Bei einem schweren Schädel-Hirn-Trauma sterben auch heute noch 40 bis 50 Prozent der Betroffenen.

Die häufigste Form der Schädel-Hirn-Verletzung, die Gehirnerschütterung, heilt dagegen normalerweise binnen weniger Tage oder Wochen folgenlos ab. Wichtig ist hier, dass sich Betroffene ausreichend Zeit zur Schonung und Genesung gönnen. (Bett-)ruhe ist hier vor allem in den ersten Tagen wichtig. Auch soll nicht zu früh wieder mit dem Sport begonnen werden. In seltenen Fällen können auch bei dieser leichten Form des Schädel-Hirn-Traumas längerfristige Folgen auftreten. Beim sogenannten postkommotionellen Syndrom haben Betroffene längere Zeit Kopfschmerzen, sind leicht reizbar und ermüden schnell. Die Beschwerden können sich über einige Wochen bis Monate hinziehen. Tückisch dabei: Manchmal zeigen sich diese Symptome erst, nachdem der Patient bereits beschwerdefrei ist, sprich mit einer gewissen Verzögerung. Die Beschwerden werden dann oft nicht als Folge der Gehirnerschütterung erkannt.

 

Kann man einem Schädel-Hirn-Trauma vorbeugen?

Einem Schädel-Hirn-Trauma kann man vorbeugen, indem man das Risiko für Arbeits-, Haushalts-, Sport- und Verkehrsunfälle durch vorsichtiges Verhalten verringert. Auch sollte bei riskanten Sportarten die empfohlene Schutzkleidung inklusive des Schutzhelms getragen werden. Besonders Kinder sind für Gehirnerschütterungen gefährdet. Hier gilt es auf frühe Anzeichen zu achten und umgehend den Arzt aufzusuchen.

Man kann einiges tun, um einem Schädel-Hirn-Trauma vorzubeugen. Grundsätzlich gilt es, die Ursachen für ein Schädel-Hirn-Trauma, also Arbeits-, Haushalts-, Sport- und Verkehrsunfälle zu vermeiden.  Das bedeutet zum Beispiel für den Straßenverkehr, sich als Fußgänger und Fahrrad- sowie Autofahrer achtsam, vorsichtig und umsichtig zu verhalten. Alkohol ist im Straßenverkehr tabu, denn es erhöht das Unfallrisiko deutlich.

Bei riskanten Sportarten empfohlene Schutzkleidung tragen

Wer sportlich aktiv ist, der sollte die für die jeweilige Sportart empfohlene Schutzkleidung nutzen, die gegebenenfalls auch das Tragen eines Schutzhelms einschließt. Das kann einem Schädel-Hirn-Trauma bei einem Unfall vorbeugen. Das gilt vor allen Dingen für potentiell riskante Sportarten. Hier empfiehlt sich zudem, diese nur dann auszuüben, wenn man sich in guter körperlicher Verfassung befindet. Sonst ist das Verletzungsrisiko insgesamt sehr hoch. Bei Sportarten mit erhöhter Sturzgefahr sollte zudem ein Schutzhelm getragen werden. Zu diesen Sportarten gehören beispielsweise:

•    Radfahren, speziell Mountainbiking und hier vor allem Downhill-Mountainbiking, also schnelle Bergabfahrten
•    Inline-Skating
•    Skifahren
•    Eishockey
•    Schlittenfahren
•    Motorradfahren

Vor allem Kinder sind trotz Schutzhelm für Schädel-Hirn-Verletzungen und hier besonders für Gehirnerschütterungen gefährdet. Ist ein Kind gestürzt, so sollten die Eltern auf mögliche Anzeichen einer Gehirnerschütterung achten.

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Schädel-Hirn-Trauma: Bei geringsten Anzeichen direkt zum Arzt

Wer trotz aller Vorsichtsmaßnahmen stürzt, einen Schlag auf den Kopf bekommt oder einen Unfall hat, der sollte beim geringsten Verdacht auf ein Schädel-Hirn-Trauma vorsichtshalber den Arzt aufsuchen und seine Beschwerden abklären lassen. Außerdem sollte nach einem Schädel-Hirn-Trauma erst dann wieder Sport getrieben werden, wenn der Arzt sein ok gegeben hat.


Quellen:
•    http://www.dgu-online.de/patienteninformation/haeufige-diagnosen/schwerverletzte/schaedel-hirn-trauma.html
•    https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/neurologie/erkrankungen/schaedel-hirn-trauma/auswirkungen-und-folgeschaeden/
•    https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/neurologie/erkrankungen/schaedel-hirn-trauma/was-ist-ein-schaedel-hirn-trauma-sht/
•    https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/008-001.html
 

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