Was ist ein Hörsturz und wie wird er behandelt?

Redaktion PraxisVITA
Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung
  7. 7. Das sagt der Experte

Bei einem Hörsturz geht meist über Nacht oder binnen kürzester Zeit die Hörfähigkeit auf einem Ohr verloren, häufig begleitet von Tinnitus und einem Druckgefühl auf dem Ohr. Was es damit genau auf sich hat und wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten, erfahren Sie hier.

Aufbau Innenohr
Schauplatz eines Hörsturzes ist das Innenohr. Dort gelangen die Schwallwellen zu den Haarzellen, die über die Gehörknöchelchen (Hammer, Amboss, Steigbügel) in elektrische Impulse umgewandelt werden. Bei einem Hörsturz arbeiten die Haarzellen nicht mehr so wie sie sollen © istock
 

Was ist ein Hörsturz?

Hörsturz Definition

Ein Hörsturz ist eine ohne erkennbare Ursache plötzlich auftretende, in der Regel einseitige Innenohrschwerhörigkeit unterschiedlichen Schweregrades bis hin zur Taubheit.

Jedes Jahr passiert es in Deutschland mehreren hunderttausend Menschen: Plötzlich, innerhalb von Sekunden oder Minuten, können sie auf einem Ohr nicht mehr richtig oder gar nicht mehr hören. Häufig haben Menschen mit einem Hörsturz neben dem Hörverlust auch längere Zeit mit einem Ohrgeräusch (Tinnitus) zu kämpfen. Das kann eine starke Belastung sein.

Bei den meisten Betroffenen halten die Symptome eines Hörsturzes nur vorübergehend an, die Dauer kann jedoch sehr unterschiedlich sein.

Der Hörsturz ist die häufigste Funktionsstörung des Innenohrs. Er kann sowohl den tiefen, mittleren und hohen Frequenzbereich als auch das Gleichgewichtsorgan betreffen. Meist lässt sich die Hörfähigkeit wieder herstellen.

 

Welche Symptome treten bei einem Hörsturz auf?

Hörsturz Leitbeschwerden
  • plötzlich auftretende Schwerhörigkeit
  • Tinnitus
  • Schwindel
  • Druck und Wattegefühl im Ohr
 

Wann tritt ein Hörsturz auf?

In den meisten Fällen tritt ein Hörsturz um das 50. Lebensjahr herum auf – bei Kindern und Jugendlichen ist der plötzliche Hörverlust sehr selten. Das durchschnittliche Erkrankungsalter scheint jedoch insgesamt zu sinken. Männer und Frauen sind ungefähr gleich häufig von einem Hörsturz betroffen.

Während bei manchen Menschen ein Hörsturz ein einmaliges Vorkommnis ist, tritt er bei anderen immer wieder auf.

 

Was können die Ursachen für einen Hörsturz sein?

Bis heute sind die Auslöser für einen Hörsturz nicht vollständig geklärt. Möglicherweise gibt es eine Verbindung mit Stress und einem ungesunden Lebenswandel. Sicher nachgewiesen sind diese Zusammenhänge allerdings nicht. Bei einem Hörsturz werden Teile des Innenohrs geschädigt, normalerweise nur auf einer Seite. In sehr seltenen Fällen sind beide Ohren betroffen.

Hörsturz
Mediziner vermuten, dass ein Hörsturz dadurch entsteht, dass die Hörzellen in der Schnecke des Innenohrs nicht richtig durchblutet sind © istock/fotolia

Bei einigen Menschen geht Stress auf die Ohren

Stress-Organ Ohren: Einige Menschen sind deutlich häufiger von einem Hörsturz betroffen als andere. Das könnte damit zusammenhängen, dass jeder Mensch ein bestimmtes Organ hat, über das er Stress abbaut. Bei einigen sind das eben die Ohren. Tatsache ist: Viele Hörstürze finden in Phasen der Überlastung statt. Ob Stress jedoch die Ursache ist oder nur eine andere verstärkt, darüber streiten Wissenschaftler.

Als weitere mögliche Hörsturz-Auslöser gelten Diabetes, Bluthochdruck und Rauchen, aber auch Virus-Infektionen und Verspannungen im Nackenbereich.

 

Hörsturz – wann zum Arzt?

Wenn Sie feststellen, dass Sie auf einer oder beiden Seiten plötzlich merklich schlechter oder verändert hören – eventuell begleitet von einem Rauschen oder Pfeifen im Ohr – sollten Sie unbedingt möglichst bald einen Arzt aufsuchen. Spätestens aber innerhalb der nächsten 24-28 Stunden – danach sinken die Heilungschancen.

Als typisches Symptom beschreiben viele Betroffene ein Gefühl, als hätten sie einen Wattepfropf im Ohr. Ein Hörsturz ist durchaus ein medizinischer Notfall, denn je früher er erkannt und behandelt wird, umso schneller klingen die Symptome in vielen Fällen wieder ab. Am besten eignet sich die Behandlung in einer HNO-Klinik.

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