Was ist das Wochenbett?

Michelle Kröger

Wochenbett – was ist das eigentlich? Dieser Begriff klingt etwas veraltet, doch auch heute ist die Bedeutung der Phase nach der Geburt überaus wichtig. Für Kind und Mutter sowie für die gesamte Familie. Der Begriff Wochenbett stammt aus einer Zeit, in der Mutter und Baby nach der Geburt noch mindestens eine Woche zusammen Zeit im Bett verbracht haben. 

Mutter mit Säugling auf dem Arm im Bett
Im Wochenbett erholen sich Mutter und Kind von den Strapazen der Geburt Foto:  iStock/paulaphoto
Inhalt
  1. Was ist das Wochenbett?
  2. Wie lange dauert das Wochenbett?
  3. Zeit der Unsicherheit: Was passiert nach der Entbindung?
  4. Das Wochenbett bedeutet Schonzeit
  5. Begleiterscheinungen im Wochenbett
 

Was ist das Wochenbett?

Die erste Zeit nach der Entbindung wird als Wochenbett bezeichnet. Jetzt erfolgt die physiologische Rückbildung des Körpers. Schließlich gab es im Laufe der Schwangerschaft und der Geburt so einige Veränderungen. Sie müssen jedoch nicht die ganze Zeit mit Ihrem Baby im Bett liegen bleiben. Gönnen Sie sich einfach viel Ruhe.

Im Wochenbett geht es darum, das hormonelle Gleichgewicht wiederherzustellen und die Rückbildung der Gebärmutter zu unterstützen. Zudem ist auch ein anderer Wandel zu bemerken – und dieser betrifft die Psyche der Mutter. Denn mit der Geburt beginnt für die Frau – zumindest mit dem ersten Kind – ein komplett neuer Lebensabschnitt. Darauf muss sich so manche Frau erst einmal mental einstellen. Außerdem erholen sich die Mütter im Wochenbett von den seelischen Belastungen, die eine Geburt mit sich bringt. Unter Einfluss jeder Menge Glückshormone hat sie nun viel Zeit, das starke Band zu ihrem Kind zu knüpfen, es zu liebkosen und zu bewundern.

 

Wie lange dauert das Wochenbett?

Sobald das Baby geboren ist, beginnt die Wochenbett-Zeit. Als solche werden die ersten sechs bis acht Wochen nach der Geburt bezeichnet. Vielen ist die Wochenbettkultur heute fremd. Der Begriff ist etwas in Vergessenheit geraten. Doch die ersten Wochen nach der Geburt sind sehr wichtig. Das weiß auch der Gesetzgeber: In den ersten zwei Monaten nach der Geburt besteht absolutes Beschäftigungsverbot.

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Zeit der Unsicherheit: Was passiert nach der Entbindung?

Viele frischgebackene Mütter muten sich direkt nach der Geburt viel zu viel zu. Sie sollten sich viel ausruhen und allgemein das Tempo reduzieren. Sie müssen jedoch nicht die ganze Zeit im Bett liegen. Die Hebamme kann dazu als Ratgeberin dienen. 

 

Das Wochenbett bedeutet Schonzeit

Die ersten Wochen nach der Geburt sind in der Regel mit viel Aufregung und Freude gespickt. Familie und Freunde wollen das Baby sehen und mit Geschenken überhäufen. Hier ist es wichtig, auf die eigenen Bedürfnisse und Gefühle zu hören. Muten Sie sich und Ihrem Kind nicht zu viel Besuch zu, um Stress zu vermeiden. Es handelt sich schließlich um eine Schonzeit für Mutter und Kind. Das wird sicherlich jeder verstehen. Zu viel Stress im Wochenbett kann in manchen Fällen sogar zu einem Milchstau, einer Brustentzündung oder zu Symptomen des sogenannten Baby-Blues führen. Also, erleben Sie Ihre Auszeit bewusst und schalten Sie einen Gang runter.

 

Begleiterscheinungen im Wochenbett

Nach einiger Zeit im Wochenbett äußern sich – bei der einen mehr, bei der anderen weniger – kleine Zipperlein:

  • Wochenfluss: Starke Blutungen nach der Geburt, die mit der Zeit heller werden. Diese dauern meist etwa sechs Wochen an. Nutzen Sie Vorlagen aus der Apotheke, die Sie häufig wechseln.
  • Rückbildung: Einige Tage nach der Geburt kann es zu Nachwehen kommen. Dabei zieht sich die Gebärmutter immer wieder zusammen. 
  • Geburtsverletzungen: Risse in Scheide oder Damm führen heute in den meisten Fällen nicht mehr zu Schmerzen. Die Nahttechnik ist sehr weit fortgeschritten. Es kann jedoch zu Problemen beim Wasserlassen kommen.
  • Hömorrhoidiale Probleme: Durch das Pressen bei der Geburt treten bei manchen Frauen Hämorrhoiden hervor. Behandeln Sie diese mit speziellen Salben.
  • Wassereinlagerungen: Während der Schwangerschaft lagern viele Frauen Wasser in den Beinen an. Dieses wird meist in den ersten zwei Wochen wieder abgebaut. Verzichten Sie jedoch auf entwässernde Maßnahmen und befragen Sie Ihre Hebamme.
  • Haarausfall: Die Übeltäter sind die Hormone. Während der Schwangerschaft produziert der Körper vermehrt Östrogene. Doch nach der Geburt fährt der Körper die Produktion wieder zurück. Das wirkt sich wie ein Entzug auf den Körper aus. Hier hilft nur Geduld.
  • Baby-Blues (Stimmungstief): Am vierten oder fünften Tag nach der Geburt ist der Mutter häufig nur zum Heulen zumute. Warum? Schlafentzug, Überforderung, Stillprobleme – und, und, und. Jetzt kommt alles zusammen. Meist dauert diese Phase bis zu drei Tage an. Alles darüber hinaus kann auf eine Wochenbettdepression hinweisen.
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