Was ist das Roemheld-Syndrom?

Eine Frau sitzt im Bett und hat Brustschmerzen
Das Roemheld-Syndrom löst ähnliche Symptome aus wie ein Herzinfarkt © Shutterstock

Starke Blähungen können Herzschmerzen auslösen, die denen bei einem Herzinfarkt gleichen. Erfahren Sie hier, was es mit dem sogenannten Roemheld-Syndrom auf sich hat.

Wenn sich im Dickdarm zu viele Gase bilden, kann das Zwerchfell aufs Herz drücken. Die Symptome (meist nach einem Essen) sind so ähnlich wie bei einem Herzinfarkt: Das Völlegefühl wird schnell stärker, das Herz fängt an zu rasen oder zu stolpern, man hat Brustschmerzen. Luftnot und Schweißausbrüche können dazukommen. In Deutschland sind pro Jahr mehrere zehntausend Menschen von dem Roemheld-Syndrom betroffen.

 

Ursachen des Roemheld-Syndroms

Der Magen ist prall gefüllt, zu viel geschluckte Luft oder auch Kohlensäure (z. B. Mineralwasser) bläht den Bauch auf. Wenn die Bakterien im Dickdarm auch noch zu viel Gas produzieren, wird der Druck auf das Zwerchfell zu stark und das Roemheld-Syndrom entsteht: Der Atemmuskel gibt nach, hebt das Herz an. Durch den Druck verkrampfen sich die Herzkranzgefäße, das Herz wird plötzlich schlechter durchblutet.

Wichtig: Wer solche Beschwerden hat, muss zum Arzt. Ursache kann auch Angina pectoris sein (chronisch verengte Herzkranzgefäße). Auch ein Infarkt ist möglich: Bei starken Beschwerden vorsichtshalber den Notarzt rufen.

 

Dem Roemheld-Syndrom vorbeugen

Um einem Roemheld-Syndrom vorzubeugen, sollten Sie blähende Lebensmittel und Getränke vermeiden. Blähungen können verursacht werden durch: Hülsenfrüchte, Kohl, einige Gemüsesorten (z.B. Zwiebeln), Nüsse, einige Fruchtsorten (z.B. Pflaumen), Stärke (z.B. in Kartoffeln), Tiefkühlkost, künstliche Süßstoffe (z.B. in Diätprodukten), Kohlensäure, Lactose (z.B. in Milch). Tipp: Gemüse kurz dünsten, dann können die Verdauungsenzyme das Gemüse besser zerlegen.

Kümmel: Der EXTRA-Tipp!

Die ätherischen Öle des Gewürzes lindern Völlegefühl und Blähungen. Für einen Kümmeltee zwei Teelöffel Samen zerstoßen und mit 250 Milliliter kochendem Wasser übergießen. Zehn Minuten ziehen lassen, dann abseihen und bis zu viermal täglich eine Tasse des Suds trinken.

Sehr gut hilft Tee aus grob gestoßenen Anis-, Fenchel- und Kümmelkörnern (Mischung zu gleichen Teilen, Apotheke): Dreimal täglich eine Tasse trinken. Neue Studien zeigen: Probiotika helfen – das sind Lebensmittel (z. B. Joghurt) mit der Bakterienart Lactobacillus, die schädliche Keime im Darm verdrängt. Ähnliche Wirkung hat eine dreiwöchige Kur mit Bio-Apfelessig: Dreimal täglich 1 TL Essig mit einem halben Glas Wasser auf nüchternen Magen trinken. Immer wichtig: Gründlich kauen. Fünf bis sechs kleine Mahlzeiten über den Tag verteilen.

 

Roemheld-Syndrom: Das rät der Heilpraktiker

Günther Heepen ist Heilpraktiker und Dozent für Naturheilverfahren in Bamberg. Er rät: Schnelle Hilfe bringen die Schüßler-Salze Nr. 9 Natrium phosphoricum D6 und Nr. 11 Silicea D3. Geben Sie je fünf Tabletten in eine Tasse mit heißem Wasser und trinken Sie die Lösung schluckweise - jeden Schluck gut einspeicheln). Hilfreich sind auch drei Tabletten Natron (z. B. "Kaiser Natron"), die Sie in einer Tasse warmem Wasser aufgelöst trinken.

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