Was hilft gegen Völlegefühl nach dem Weihnachtsbraten? Essen!

Phyllis Kuhn Medizinredakteurin

Nach dem Weihnachtsessen können Sie sich kaum noch bewegen und das letzte, was Sie sich vorstellen können ist weiteressen? Sollten Sie aber, zumindest, wenn es diese Lebensmittel sind.

Es ist jedes Jahr das Gleiche: Wir nehmen uns vor, uns über die Feiertage aber wirklich mal ein bisschen zurückzuhalten und nicht mit drei Extrakilos ins neue Jahr zu starten. Und dann kommt doch wieder alles ganz anders. Hungrig nach der Anreise zu unserer Familie laden wir uns doch den Teller voll und außerdem haben sich doch alle beim Kochen so viel Mühe gegeben – da will man doch keine Spielverderber sein!

Nur mit den Konsequenzen muss man dann doch leben: Die Hose spannt, der Bauch drückt, viele leiden auch noch unter Blähungen, Ingwerleichter Atemnot, Sodbrennen oder sogar Magenkrämpfen. Das letzte, was man jetzt noch zu sich nehmen will, ist noch mehr Essen. Das würde ja auch alles nur verschlimmern oder? Falsch! Es gibt einige Lebensmittel, die uns an Weihnachten den Bauch retten. PraxisVITA stellt Ihnen die besten Feiertags-Retter vor:

 

1. Ananas hilft durch Enzyme gegen Völlegefühl

Das Gesundgeheimnis der Anans heißt Bromelain. Dieses Enzym befindet sich vor allem im Stamm der Tropenfrüchte, in geringerem Verhältnis auch im Fruchtfleisch. Bromelain hilft besonders bei der Verdauung von Proteinen wie Fleisch und Fisch. Bromelain hat außerdem eine entzündungshemmende Wirkung und kann deshalb auch gegen eine gereizte Magenschleimhaut eingesetzt werden.

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2. Papaya als weitere enzymreiche Frucht gegen Völlegefühl

Ähnlich wie die Ananas wirkt die Papaya, bei ihr ist es aber das sogenannte Papain. Das Enzym kommt in hoher Konzentration in der Papaya-Schale und den Kernen der Frucht vor. Es wirkt ähnlich wie das Anans-Enzym, da es Proteine aufspalten kann und so vor allem bei der Verdauung von Fleisch und Fisch hilfreich ist.

 

3. Probiotische Lebensmittel als Verdauunghelfer

Durch viel Alkohol und fettes Essen ist nicht nur unser Darm schwer beschäftigt. Auch das Mikrobiom unseres Darmes, die Darmflora kann an Weihnachten schon mal überfordert sein. Unterstützen Sie es mit sogenannten probiotischen Lebensmitteln wie Joghurt oder Sauerkraut. Probiotika sind Mikroorganismen, die die Darmflora schützen, aber auch das Immunsystem stärken und gegen Darmbeschwerden wirken. Bei Verstopfungen regen sie etwa die Verdauung an. Neben Joghurt und Sauerkraut haben auch Kimchi (eingelegter Kohl aus Korea) und Miso (Sojabohnenpaste aus Japan) eine probiotische Wirkung.

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4. Grünes Blattgemüse lindert Verdauungsbeschwerden

Dass Gemüse gesund ist und viele Vitamine und Nährstoffe hat, wissen wir ja bereits. Viele grüne Gemüsesorten wie Spinat und Grünkohl bestehen aber auch zu einem großen Anteil aus Ballaststoffen. Diese haben die Fähigkeit,  Wasser zu binden und so zusätzlichen Druck auf die Darmwand auszuüben. Dadurch wird die Peristaltik angeregt und die Nahrung kann unseren Verdauungstrakt schnell wieder verlassen. Neben Wasser binden Ballaststoffe auch Gallensäure, was für unter Sodbrennen leidende eine Erleichterung darstellen kann.

 

5. Leinsamen als Hausmittel gegen Völlegefühl

Leinsamen sind die kleinen gelben und braunen Körnchen, die sich häufig auf dem Brötchen finden. Sie sind schon lange als Haumittel gegen Blähungen und Verstopfung bekannt. Ihre darmregulierende Wirkung verdanken sie einer Art Schleim, der sich unter ihrer Schale befindet. Kommt dieser mit Wasser in Kontakt, quillt er auf und der Darminhalt wird erweicht. Durch die gleichzeitige Aufdehnung des Darminhalts werden in der Darmwand sitzende Rezeptoren aktiviert und der Entleerungsreflex wird eingeleitet. Wichtig beim Essen der Leinsamen ist eine ausreiche Flüssigkeitszufuhr. Ohne diese können die Samen nicht quellen und verkleben den Darm dann nur. Im schlechtestem Fall droht dann sogar ein Darmverschluss.

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6. Haferflocken als magenschonendes Frühstück

Gestern Abend haben Sie noch geschlemmt und jetzt streikt Ihr Magen schon beim Gedanken an ein reichhaltiges Frühstück? Wie wäre es stattdessen mit einer Schale Haferflocken? Diese haben gleich zwei Vorteile: Einerseits ist Hafer ein Top-Lieferant für Ballaststoffe. Deren verdauungsfördernde Wirkung kennen wir bereits vom grünen Gemüse. Ein weiterer Gesundheits-Vorteil der Haferlocken ist ihre flüssigkeitsaufnehmende Wirkung. Das hilft besonders Betroffenen, die unter Sodbrennen leiden. Die Flocken saugen die überschüssige Magensäure auf.

 

7. Ingwer bekämpft Übelkeit

Die Ingwerwurzel ist eines der gesündesten Lebensmittel der Welt. Einerseits hilft Ingwer durch seinen entzündungshemmenden Inhaltsstoff [6]-Gingerol bei einer gereizten Magenschleimhaut. Andererseits ist es als hochwirksames Mittel bei Übelkeit bekannt. Das wissen besonders Seemänner, die fast immer eine Ingwerknolle gegen Seekrankheit mit an Bord haben. Verantwortlich für seine übelkeitsstillende Wirkung sind Wirkstoffe des Ingwers, die an Serotonin-Rezeptor-Ionenkanälen andocken, die beim Menschen für Erbrechen sorgen. Ingwer regt außerdem die Speichelproduktion an, wodurch typische Symptome von Übelkeit wie Mundtrockenheit und das Engegefühl in der Kehle gelindert werden.

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8. Artischocken-Extrakt

Bei reichlichem und fetten Essen in Verbindung mit Alkohol hat nicht nur unser Magen-Darm-Trakt zu kämpfen. Auch unsere Leber arbeitet jetzt auf Hochtouren. Sie absorbiert Nährstoffe aus der Nahrung und filtert Giftstoffe heraus. Zu viel Fett, Alkohol und Zucker können sie aber auch überfordern und erhöhen das Risiko für eine sogenannte Fettleber. Unterstützend wirken jetzt Tabletten aus Artischocken-Extrakt. Artischocken schützen die Leber vor Giftstoffen. Das enthaltene Cynarin erhöht zudem die Produktion von Gallenflüssigkeit und hilft so bei der Verdauung von Speisefetten.

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