Was hilft gegen Verstopfung? 6 Tipps für einen gesunden Darm

Wertvolle Ballaststoffe halten den Darm gesund
Wertvolle Ballaststoffe halten den Darm gesund und beugen Verstopfung vor. Experten empfehlen daher: Jeden Tag 30 g zu sich nehmen – diese Menge ist z. B. in einer Artischocke enthalten © Fotolia

Der Darm ist empfindlich: Falsche Ernährung und Stress beispielsweise können Verstopfung auslösen. Doch was hilft gegen Verstopfung? PraxisVITA hat sechs Tipps zusammengestellt.

Über 70 Prozent der Abwehrzellen leben in unserem Darm. Sie spielen eine wichtige Rolle im Immunsystem des ganzen Körpers und schützen uns vor schädlichen Eindringlingen. Doch falsche Essgewohnheiten, Stress oder Bewegungsmangel können unsere Darmabwehr so stark schädigen, dass wir in der Folge unter Verstopfung, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Verdauungsproblemen und vor allem einem höheren Infekt-Risiko leiden. Doch was hilft gegen Verstopfung und Magenprobleme? Ärzte raten zu sechs einfachen Maßnahmen für eine gesunde und abwehrstarke Darmflora.

 

Selbst kochen mit Vollkorn

Was hilft gegen Verstopfung? In vielen Fertiggerichten stecken sogenannte Emulgatoren. Diese Inhaltsstoffe machen das Essen zwar länger haltbar, greifen jedoch im Darm wichtige Bakterienstämme an. Die Folge: Wir können Nahrung nicht mehr optimal verwerten und unsere Darmabwehr leidet. Deshalb gilt: Ein gesunder Darm benötigt frische Mahlzeiten – am besten aus Gemüse und Vollkornprodukten. Denn diese enthalten wertvolle Ballaststoffe, die nicht nur Verstopfung vorbeugen, sondern außerdem dafür sorgen, dass krebserregende Stoffe nur für kurze Zeit im Darm bleiben können. Experten empfehlen, jeden Tag 30 g Ballaststoffe zu sich zu nehmen. Diese Menge ist beispielsweise in einer Artischocke enthalten.

Was hilft gegen Verstopfung
Vollkornprodukte enthalten viele Ballaststoffe, die die Verdauung sanft unterstützen können© Fotolia
 

In Bewegung bleiben

Langes Sitzen macht den Darm träge. Giftstoffe können dann länger im Verdauungstrakt bleiben, da sie nicht durch die wellenförmigen Darmbewegungen abtransportiert werden. Auf Dauer schädigt das die Abwehrkräfte und die Gifte können die Darmwände angreifen. Die beste Anregung für eine gesunde Darmaktivität ist sanfte Bewegung. Ein 15-minütiger Spaziergang nach der täglichen Hauptmahlzeit fördert die Verdauung und schützt laut einer US-Studie sogar vor Diabetes.

 

Was hilft gegen Verstopfung? Säure neutralisieren!

Säure kann ein natürlicher Feind einer gesunden Darmflora sein. Wenn der Körper beispielsweise bei hoher Stressbelastung, durch Medikamente oder über die Ernährung einen Säureüberschuss produziert, verändert sich die ganze Magen-Darm-Flora: Studien zeigen, dass schädliche Bakterien und Pilze sich dann plötzlich sehr wohlfühlen. Geeignetes Gegenmittel: eine Basen-Kur. Dazu einmal täglich vor der Hauptmahlzeit einen TL Heilerde (rezeptfrei in der Apotheke) in etwa 150 ml Wasser einrühren und trinken.

 

Vorsicht bei Antibiotika!

Antibiotika greifen nicht nur schädliche Bakterien an, sondern vernichten auch nützliche. Sie können den ganzen Darm aus dem Gleichgewicht bringen. In vielen Fällen, beispielsweise bei äußerlichen Entzündungen, kann der Arzt Ihnen anstelle von Tabletten aber auch ein lokales Antibiotikum verschreiben, das als Salbe aufgetragen wird. Ist das nicht möglich, sollten Sie bereits unmittelbar mit Beginn einer Antibiotika-Kur die Darmflora aufbauen. Dabei helfen bestimmte Arzneimittel, die nützliche Bakterien wieder im Darm ansiedeln. Sprechen Sie dazu am besten mit Ihrem Arzt.

Verstopfung
Was hilft gegen Verstopfung, wenn sie stressbedingt ist? Experten empfehlen Entspannungsbäder mit Lavendelöl© Fotolia
 

Den Darm entstressen

Durch ein kompliziertes Geflecht aus Nervenbahnen ist der Darm direkt mit dem Gehirn verbunden. Sind wir gestresst oder nervös, sendet unser Gehirn Signale aus, die den Darm reizen. Dieser reagiert darauf häufig mit Blähungen, Schmerzen, Verstopfung oder Durchfall. Aber was hilft gegen Verstopfung und andere Beschwerden, die durch Stress ausgelöst werden? Um Seele und Darm vom schädlichen Stress zu befreien, empfehlen Psychologen als Akut-Maßnahme Entspannungsbäder. Am besten mit ätherischen Ölen, die nachweislich beruhigende Wirkung haben (zum Beispiel ein Badezusatz mit Lavendelöl aus der Drogerie oder Apotheke).

 

Tipp: Den Blinddarm schützen

Im Blinddarm werden Immunzellen an einer strategisch günstigen Stelle hergestellt, um Erreger zu bekämpfen. Dadurch sinkt unter anderem die Gefahr einer chronischen Entzündung des Dickdarms. Bei einer harmlosen Reizung hilft Apis mellifica D 6 oder D12, Tagesdosis: 3-mal 5 Globuli. Eine Operation kann so in manchen Fällen verhindert werden.

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