Was hilft gegen Sodbrennen? – Schulmedizin vs. Naturheilkunde

Bitteres und schmerzhaftes Aufstoßen in der Speiseröhre. Immer wieder stellen sich Betroffene die Frage: Was hilft gegen Sodbrennen? Unsere Experten verraten, was die Beschwerden bremst.

 

Was hilft gegen Sodbrennen? Der Heilpraktiker empfiehlt

Heilpraktiker Sascha Hill, München
Heilpraktiker Sascha Hill, München© privat

Die Schmerzen im oberen Magen entstehen in der Regel durch das Zurückfließen der ätzenden Magensäure in die Speiseröhre. Gegen die Beschwerden hilft eine eiweißreiche Ernährung, weil Eiweiß das Hormon Gastrin erhöht. Und das regt nicht nur die Magenaktivität an, sondern stärkt auch die Spannung des Schließmuskels der Speiseröhre. Der Genuss von fettigem Essen und Süßspeisen sowie Alkohol und Kaffee sollten dagegen möglichst eingeschränkt werden, da diese die Produktion von Magensäure anregen. Bei akutem Sodbrennen helfen auch Schüsslersalze (Apotheke). Salz Nr. 9 lindert die Beschwerden durch aufsteigende Magensäure. Nr. 10 unterstützt deren Ausscheidung. Auch Kartoffelsaft aus dem Reformhaus wirkt beruhigend auf den Magen und schützt die Schleimhäute. Am besten morgens 125 ml davon trinken. Die gereizte Magenschleimhaut kann außerdem durch einen Tee aus gerbstoffhaltigen Heilpflanzen wie Leinsamen und Spitzwegerich (Apotheke) beruhigt werden. Tees mit Kamille und Scharfgabe (Apotheke) wirken zudem entzündungshemmend.

 

Was hilft gegen Sodbrennen? Der Schulmediziner empfiehlt

Prof. Dr. med. Thomas Frieling, Leiter der Medizinischen Klinik II der HELIOS-Kliniken, Krefeld
Prof. Dr. med. Thomas Frieling, Leiter der Medizinischen Klinik II der HELIOS-Kliniken, Krefeld© privat

Bei akuten Beschwerden hilft eine medikamentöse Therapie mit Säure-Hemmern (z. B. den sogenannten Protonen-Pumpen-Hemmern oder H2-Antagonisten, etwa Omeprazol). Diese drosseln die Säurebildung im Magen. Zusätzlich werden Lösungen eingesetzt, die zum einen die Säure im Magen binden (z. B. mit dem Wirkstoff Maloxan), zum anderen die Schleimhaut der Speiseröhre mit einer Schutzschicht überziehen (z.B. durch die Substanz Sucralfat). Halten die Beschwerden länger an oder treten immer wieder auf, sollte ein Arzt eine Magenspiegelung durchführen. Sie kann Aufschluss über die Ursache des Sodbrennens geben, etwa eine Entzündung der Speiseröhre oder eine Funktionsstörung des Schließmuskels zwischen Magen und Speiseröhre. In einigen Fällen kann die gestörte Barriere durch einen chirurgischen Eingriff gestärkt werden. Bei der OP (von Medizinern Fundoplicato genannt) wird der obere Teil des Magens umgeschlagen und wie eine Manschette um die untere Speiseröhre gelegt. Wer häufig unter Sodbrennen leidet, sollte zudem über den Tag verteilt mehrere kleine Mahlzeiten einnehmen und nicht später als zwei Stunden vor dem Zubettgehen essen. Oft hilft es auch, das Kopfende des Bettes zu erhöhen bzw. ein zweites Kopfkissen zu nutzen. Das wirkt dem Rückfluss der Magensäure entgegen.

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