Was hilft gegen Rückenschmerzen?

Gua-Sha-Massage
Was hilft gegen Rückenschmerzen? Gua Sha! Bei der chinesischen Massagetechnik wird die Haut des Rückens durch einen stumpfen Gegenstand gereizt, so dass es kurzfristig zu leichten Einblutungen unter der Haut kommt © Fotolia

Über 4,3 Millionen Deutsche leiden an Rückenschmerzen. Behandlungsarten gibt es viele, doch nicht alle sind sinnvoll. Wovon raten Experten ab und was hilft gegen Rückenschmerzen?

Immer mehr Experten setzen auf moderne Elektro-Therapie, um chronische Beschwerden zu lindern oder ganz zu stoppen. Die transkranielle Gleichstromstimulation (tDCS) weckte große Hoffnung in der Schmerztherapie. Bei dem Verfahren werden Elektroden auf der Kopfhaut befestigt, die durch den Schädelknochen hindurch auf das Gehirn wirken. Der Strom verändert die elektrische Ladung auf der Membran der Nervenzellen, was ihre Erregbarkeit verstärkt oder dämpft.

Studie testet Stromtherapie an 135 Probanden

Vorangegangene Beobachtungen ließen vermuten, dass das Verfahren chronische Schmerzen und Depressionen lindert. Nun prüfte das Forscherteam um Dr. Kerstin Lüdtke vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf die Wirksamkeit in einer größeren Studie.

135 Patienten mit chronischen unspezifischen Rückenschmerzen waren Teil der Untersuchung. 67 Probanden erhielten an fünf aufeinanderfolgenden Tagen eine tDCS-Behandlung (20 Minuten). Im Anschluss belegten sie – über einen Zeitraum von vier Wochen – ein verhaltenstherapeutisches Schmerzmanagement-Programm. Die übrigen 68 Teilnehmer bekamen fünf Tage lang eine tDCS-Scheinbehandlung (nach 30 Sekunden wurde das Verfahren beendet). Danach absolvierte auch diese Gruppe ein vierwöchiges verhaltenstherapeutisches Schmerzmanagement-Programm. Hilft die Behandlung gegen Rückenschmerzen? Das Fazit der Wissenschaftler: Die transkranielle Gleichstromstimulation führt nicht dazu, dass Patienten weniger Schmerzen empfinden.

tDCS zeigt keine Schmerzlinderung

Was hilft gegen Rückenschmerzen? Eine Studie der US-Universität Harvard zeigt: In vielen Fällen helfen Elektro-Therapien und operative Eingriffe auf lange Sicht nicht besser als Maßnahmen, die den Selbstheilungsprozess des Körpers sanft unterstützen. So bekommen Sie die Rückenschmerzen in den Griff:

 

Was hilft gegen Rückenschmerzen? Chirotherapie

So funktioniert’s: Mit sogenannten mobilisierenden Handgriffen lockert der Therapeut die verhärtete Muskulatur. Gelenkblockaden löst er durch winzige Drehungen oder einen Ruck.

Wem es helfen kann: Bei Wirbelblockaden im unteren Rücken wie nach einem Hexenschuss erzielt man oft schon mit einer Sitzung sehr gute Ergebnisse.

Kosten: Ab 40 Euro. Ist der Therapeut Arzt mit Zusatzausbildung zum Chirotherapeuten, zahlen gesetzliche Kassen.

 

Was hilft gegen Rückenschmerzen? Dornmethode

So funktioniert’s: Mit dem Daumen tastet der Therapeut die Wirbelsäule ab – spürt so Fehlstellungen auf – und bringt sie mit sanftem Druck des Daumens wieder in die korrekte Stellung.

Wem es helfen kann: Viele Patienten mit Schwierigkeiten im unteren Bereich der Wirbelsäule bemerken nach wenigen Behandlungen ein deutliches Nachlassen der Symptome. Auch bei Schmerzen aufgrund eines Beckenschiefstands zeigt die Methode gute Erfolge.

Kosten: Heilpraktiker und Physiotherapeuten nehmen zwischen 30 und 90 Euro je Behandlung. Keine Kassenleistung.

 

Was hilft gegen Rückenschmerzen? Gua-Sha-Massage

So funktioniert’s: Verspannte und schmerzende Rückenpartien werden kräftig – aber schmerzfrei – mit einem flachen Schaber bearbeitet. Auch diese Anwendung verbessert die Durchblutung, aktiviert den Stoffwechsel und mobilisiert die Selbstheilungskräfte.

Wem es helfen kann: Stark betroffene Patienten bemerken oft eine sofortige Lockerung der Muskulatur. Regelmäßig angewandt, sollen sich selbst chronische Verspannungen des Rückens lösen.

Kosten: Rund 40 Euro je Massage. Keine Kassenleistung.

 

Was hilft gegen Rückenschmerzen? Kinesiotaping

Kinesiotaping
Was hilft gegen Rückenschmerzen? Elastische Rückenbänder, die sogenannten Kinesio-Tapes, können Rückenschmerzen lindern© Shutterstock

So funktoniert’s: Elastische Klebebänder aus Baumwollgewebe, sogenannte Kinesio-Tapes, werden mit etwas Spannung auf die betroffenen Bereiche geklebt. So entsteht ein Massageeffekt, der den Stoffwechsel anregt und die Muskulatur entspannt.

Wem es helfen kann: Spitzensportler setzen bei Beeinträchtigungen aller Art längst auf die bunten Tapes, Ausprobieren lohnt sich.

Kosten: Eine Behandlung kostet 20 bis 30 Euro, manche Kassen übernehmen die anfallenden Kosten. Eine Rolle Tape zur Selbstbehandlung ist ab 4 Euro in Sanitätsgeschäften oder Apotheken zu haben.

 

Was hilft gegen Rückenschmerzen? Rolfing

So funktioniert’s: Eine extrem langsame Bindegewebsmassage von Kopf bis Fuß. Der Therapeut bearbeitet in zehn Sitzungen mit Fingern, Knöcheln und den Ellenbogen sämtliche Spannungen im Körper. Kombiniert mit Haltungstraining soll so wieder eine aufrechte, schmerzfreie Haltung erreichbar sein.

Wem es helfen kann: Patienten mit Rückenproblemen aufgrund schlechter Körperhaltung empfinden oft schon nach drei Sitzungen eine deutliche Besserung.

Kosten: Ab 70 Euro je Sitzung, keine Kassenleistung.

 

Was hilft gegen Rückenschmerzen? Shiatsu

So funktioniert’s: Bei dieser japanischen Druckpunktmassage bearbeitet der Therapeut bestimmte Energie-Leitbahnen des Körpers mit den Fingerkuppen, der Handfläche, den Ellenbogen und manchmal sogar mit den Füßen. Die Durchblutung wird verbessert, die Selbstheilungskräfte werden angeregt. Fünf bis zehn Massagen sind für eine dauerhafte Besserung nötig.

Wem es helfen kann: Patienten, deren gesamter Rücken verspannt ist, verspüren oft schon nach einer einzigen Shiatsu-Massage eine deutliche Besserung.

Kosten: Eine Sitzung kostet um 50 Euro. Einige Kassen übernehmen die Kosten.

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.