Was hilft gegen Mückenstiche? Unsere Experten geben Rat

Redaktion PraxisVITA
Was hilft gegen den Juckreiz eines Mückenstichs?
Was hilft gegen den Juckreiz eines Mückenstichs? © Fotolia

Die Haut brennt und juckt, die entzündete Stelle schwillt immer weiter an: Unsere Experten wissen, wie Sie Bienen-, Floh- oder Mückenstiche effektiv behandeln.

 

Gegen Mückenstiche empfiehlt die Heilpraktikerin*

„Gegen das Anschwellen der Mückenstiche helfen vor allem Naturheilmittel, die Wirkstoffe von Ringelblume und Arnika enthalten. Sie desinfizieren den Stich, wirken zusammenziehend und entzündungshemmend. In Form von Salben und kühlenden Gels lassen sich die Pflanzen-Extrakte bei Bedarf einfach auf die betroffene Stelle auftragen und bringen eine sofortige Linderung. Wenn die Haut juckt und brennt, kühlen Wund- und Heil-Gels mit Aloe vera. Eukalyptusöl hat die gleiche Wirkung. Außerdem lindert der Pflanzen-Extrakt den Schmerz und beruhigt die entzündete Stelle. Kleine Fläschchen der Eukalyptus-Essenz sind in der Apotheke erhältlich. Gegen starken Juckreiz hilft auch ein bewährtes Hausmittel: einfach etwas Spucke direkt auf die Mückenstiche geben. Der Speichel wirkt desinfizierend und kühlt die brennende Haut. Zur Vorbeugung kann bereits zwei bis drei Wochen vor dem Camping-Urlaub oder der nächsten Grillparty Schwarzkümmel-Öl eingenommen werden. Dreimal täglich eine Kapsel mit dem Pflanzen-Extrakt stärkt und harmonisiert das Immun-System. Der Körper wird weniger anfällig für Entzündungen, die der Grund für ein starkes Anschwellen durch Mückenstiche sind. Zusätzlich vertreibt der Geruch des Schwarzkümmels, den wir durch unsere Körper-Ausdünstungen verbreiten, die Insekten. Auch der Duft von ätherischen Ölen, wie etwa Lavendel-Öl, hält Mücken auf Abstand. Ein paar Tropfen auf der Haut oder Kleidung genügen. Außerdem empfehle ich lange Kleidung - so können die Tiere gar nicht erst stechen.“

* Heilpraktikerin Dorothea Brückl, München

 

Gegen Mückenstiche empfiehlt der Schulmediziner

Dr. Tilo Brunnée, Bad Zwischenahn (dr-brunnee.de)
Dr. Tilo Brunnée, Bad Zwischenahn*© privat

„Ein Insekten-Stich ist im Prinzip eine Abwehr-Reaktion - in einer Gefahren-Situation verteidigt sich das Tier, indem es über seinen Stachel Gift unter unsere Haut schießt. Dort löst es eine kleine Entzündung aus. In den meisten Fällen sind Bienen- oder Mückenstiche völlig harmlos: die betroffene Hautstelle juckt und tut weh. Aber meist sind die Symptome nach wenigen Tagen von allein wieder verschwunden. Bei starkem Juckreiz und Brennen der Haut können antiallergische Tabletten (Antihistaminika) und Salben mit Cortison helfen. Meistens reicht bereits eine Anwendung. Nach etwa drei Stunden setzt die Wirkung bei Salben ein, Tabletten wirken schneller.

Auch ein altes Hausmittel kann ich empfehlen: Eine halbe, aufgeschnittene Zwiebel sanft über die Mückenstiche reiben. Der Zwiebelsaft wirkt einer Entzündung entgegen und kühlt außerdem die juckende Hautstelle. Gefährlich werden Insektenstiche erst, wenn der Körper eine allergische Reaktion zeigt. Erstes Anzeichen dafür ist ein starkes, großflächiges Anschwellen der Einstich-Stelle, es wird nicht nur die Hand, sondern auch der Unterarm dick.

 

Was tun bei einer Allergie?

Treten Symptome zusätzlich entfernt vom Mückenstich auf – zum Beispiel Quaddeln an der Schulter – ist eine Allergie wahrscheinlich. Kommen Schluck-Beschwerden, Atemnot oder Durchfall dazu, suchen Sie sofort einen Arzt auf! In solchen Fällen kann eine sogenannte spezifische Hyposensibilisierung (eine mehrjährige Behandlung, in dem das entsprechende Allergen in aufsteigenden Dosen unter die Haut appliziert wird) lebensrettend sein. Um Insekten-Stichen vorzubeugen, empfehle ich Schutz-Sprays.

Mückenstiche
Mückenstiche sind unangenehm, aber in der Regel harmlos und lassen sich gut mit Hausmitteln behandeln© iStock

Verzichten Sie auf blumige Parfüms und flatternde Kleider., die Insekten anlocken und beispielsweise Mückenstiche provozieren.  Aber vor allem Bienen können sich unter dem Stoff verfangen und in Panik stechen. Achten Sie außerdem darauf, süße Getränke im Freien immer abzudecken. Der Geruch zieht Insekten an - sie können unbemerkt in Gläser oder Dosen gelangen und beim Trinken leicht in Lippen und Mund stechen."

*http://www.dr-brunnee.de

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