Was hilft bei einem Hexenschuss? – 3 Experten antworten

Drei verschiedene Experten aus Schulmedizin, Naturheilpraxis und Apotheke geben Antworten und Tipps, was bei einem Hexenschuss hilft.

 

Bei Hexenschuss empfiehlt die Ärztin*

„Eine ungeschickte Bewegung und plötzlich geht nichts mehr. Bei einem Hexenschuss treten urplötzlich Kreuzschmerzen auf, die eine Art Sperregefühl hervorrufen. Wenn die Schmerzen allzu groß sind oder sogar Lähmungserscheinungen in den Beinen auftreten, sofort einen Arzt aufsuchen. Leichtere Formen des Hexenschusses lassen sich gut selbst behandeln. Ich empfehle: Bleiben Sie in Bewegung. Auch wenn es schwerfällt. Überhaupt rate ich von jeder Form von übertriebener Schonung ab. Rückenschmerzen lindert Wärme am besten: heiße Auflagen, Bäder oder Rotlicht tun gut. Um Verspannungen entgegenzuwirken, hilft oft ein leichtes Schmerzmittel.“

* Dr. Asbirg Greiner, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Bad Oldesloe

 

Bei Hexenschuss empfiehlt die Heilpraktikerin

Heilpraktikerin Angelika Bartel, Praxis für Ganzheitsmedizin, Hamburg, im Interview zu Hexenschuss

„Bei schwach ausgebildeter Bauch- und Rückenmuskulatur sind z. B. Arbeiten im Garten und Renovierungsarbeiten im Haus Hexenschuss-Auslöser. Darum besser rechtzeitig vorbeugen. Bei Tätigkeiten dieser Art sollte der Rücken warm gehalten und gestützt werden. Hilfreich sind da ein einfacher Motorradgürtel und anschließend eine heiße Dusche. Wenn die Hexe dann doch zuschlägt, ist Wärme angesagt. Ein altes Hausmittel ist das Heublumenbad. Dafür setzt man 1/2 kg Heublumen in kaltem Wasser an, lässt das 30 Minuten ziehen und seiht es dann ab. Den Sud gibt man ins 35 Grad warme Badewasser. In meiner Praxis behandele ich einen Hexenschuss u. a. mit homöopathischen Spritzen.“
 

 

Bei Hexenschuss empfiehlt der Apotheker*

„Bei einem Hexenschuss ist ein verkrampfter Muskel die Hauptursache. Daher sind krampflösende Maßnahmen wichtig. Vor allem kommt es darauf an, dass der Rücken gut durchblutet und die Muskulatur gelockert wird. Hierzu sind Wärmebandagen oder Kirschkernkissen besser geeignet als Wärmepflaster, da die Muskulatur auch in den tieferen Schichten besser erwärmt wird. Auch eine durchblutungsfördernde Creme aus Capsaicin, einem Cayennepfeffer-Wirkstoff, ist zweckdienlich. Bei starken Einschränkungen empfehle ich, Schmerzmittel einzunehmen.“

* Apotheker Marc Schrott, Hirsch-Apotheke, Frankfurt am Main

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