Was führt zu Arterienverkalkung?

Mit Vorsorge-Untersuchungen Gefäßerkrankungen frühzeitig erkennen
Durch Vorsorge-Untersuchungen lassen sich Gefäßerkrankungen frühzeitig erkennen und behandeln – die beste Vorbeugung gegen Herzinfarkte und Schlaganfälle © Fotolia

Herzinfarkt und Schlaganfall sind die schlimmsten Folgen der Arteriosklerose, im Volksmund „Arterienverkalkung” genannt. Viele Menschen haben bereits solche Gefäß-Veränderungen, ohne davon zu wissen.

Die Arterien (Schlagadern) sind Gefäße, über die alle Zellen des Körpers mit Blut versorgt werden. Bei einer Arteriosklerose kommt es zu einem fortschreitenden Verschluss dieser wichtigen „Zufahrtswege” für Nährstoffe und Sauerstoff.

Tückisch: Betroffene merken davon lange nichts. Selbst wenn ein Gefäß schon zu 80 Prozent verschlossen ist, reicht das noch, um umliegendes Gewebe mit ausreichend Blut zu versorgen.

  • Die Gefäß-Verengung bei Arteriosklerose entsteht auf Grund eines Entzündungsprozesses. Dabei werden Cholesterin, Entzündungszellen und totes Gewebe in der Gefäßwand abgelagert.
  • Diese Ablagerung (Plaque) hat eine empfindliche Schutzschicht. Bricht sie auf, lagern sich massenhaft Blutplättchen an, die die „Wunde” reparieren sollen. Das führt zu einer weiteren Verstopfung.
  • Mitunter kommt es durch die Invasion der Blutplättchen sogar zum Total-Verschluss eines Gefäßteils. Im Extremfall kann das dann z. B. zu Herzinfarkt, Schlaganfall oder Nierenversagen führen. Besonders Bluthochdruck, zu hohe Cholesterinwerte, Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Rauchen und Stress fördern Arteriosklerose, weil sie zu Gefäßschäden führen, auf denen sich leicht Plaques bilden.
  • Um das zu vermeiden, ist Vorsorge wichtig, z. B. der Gesundheits-Check, auf den gesetzlich Versicherte ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre Anspruch haben. Bei ihm wird auch nach Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Leiden gesucht. Solche Chancen werden leider viel zu selten genutzt.
  • So wird Typ-2-Diabetes (früher „Altersdiabetes”) bei der Hälfte der Patienten erst festgestellt, wenn die Gefäße schon geschädigt sind. Die meisten Betroffenen haben eine „Insulinresistenz”, d. h. ihre Zellen sind nicht mehr ausreichend empfänglich für die Wirkungen des Blutzucker senkenden Hormons Insulin. Ein Arzt könnte das frühzeitig feststellen, wenn nötig Medikamente verordnen.
  • Das A und O, um Bluthochdruck, erhöhten Cholesterinwerten und Typ-2-Diabetes vorzubeugen oder eine schon bestehende Krankheit optimal in den Griff zu kriegen, ist die richtige Ernährung. Ideal: viele Kohlenhydrate (Kartoffeln, Nudeln, Getreide), reichlich Gemüse, Salate und Obst, Fisch und pflanzliche Öle.
  • Zudem sollte Übergewicht abgebaut und für ausreichend Bewegung gesorgt werden. Optimal ist Ausdauersport wie Walking, Schwimmen oder Radfahren. Am besten trainiert man zwei- bis dreimal pro Woche für 45 Minuten. Dabei sollte eine Pulsfrequenz von etwa 180 minus dem Lebensalter erreicht werden.
  • Auch Rauchen und Stress sind Gift für die Gefäße. Hier gilt: auf jeden Fall die Finger vom Glimmstängel lassen und für Entspannung sorgen.
  • Reicht das nicht, gibt es moderne Arzneimittel, die helfen. Typ-1-Diabetiker müssen auf jeden Fall lebenslang Insulin spritzen, sollten zusätzlich aber auch auf einen gesunden Lebensstil achten.
 

Test: Sind Sie gefährdet?

Bei manchen Betroffenen gibt es Warnsignale, die auf eine Gefäßerkrankung hindeuten. Beantworten Sie bitte die folgenden Fragen:

  • Merken Sie bei körperlicher Belastung oder bei Stress ein unangenehmes Gefühl im Brustbereich - eventuell mit Ausstrahlung in den Hals oder den Arm?
  • Hatten Sie schon einmal druckartige Beschwerden im Brustkorb, die länger als etwa zehn Minuten gedauert haben?
  • Müssen Sie beim zügigen Gehen manchmal wegen Schwäche in den Beinen stehen bleiben?
  • Wurden Sie bereits wegen eines Herzinfarkt-Verdachts behandelt?
  • Haben Sie manchmal Sehstörungen auf einem Auge bzw. Störungen Ihres Gleichgewichtssinns?
  • Sind bei Ihnen plötzlich einseitige starke Kopfschmerzen aufgetreten?
  • Haben Sie manchmal eine regelrechte Muskelschwäche (Ihnen fallen Gegenstände aus der Hand, ein Mundwinkel hängt ein wenig herab)?

Bereits wenn Sie einmal mit "Ja” geantwortet haben, besteht eventuell der Verdacht, dass schon erste Veränderungen an Herz und Gefäßen vorliegen. Es sollte auf jeden Fall ein Arzt zu Rate gezogen werden.

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