Was essen bei Durchfall?

Redaktion PraxisVITA

Das falsche Essen kann bei Durchfall die Beschwerden noch verschlimmern – die richtigen Nahrungsmittel können dagegen schnell Linderung verschaffen. Was essen bei Durchfall? Die besten Tipps und Rezepte.

Bei einer akuten Durchfallerkrankung ist an Essen nicht zu denken – doch sobald Hunger und Appetit zurückkommen, stellt sich die Frage: Was essen bei Durchfall? Am ersten Tag der Durchfallerkrankung sollten Sie ihrem Magen und Darm am besten eine Erholungspause gönnen und möglichst nur Tee und Wasser trinken. Weil Durchfall dem Körper wichtige Nährstoffe entzieht, sollte man zudem Elektrolyte (z.B. Elektrolytlösung aus der Apotheke) aufnehmen.

Ist der erste Tag überstanden, können Sie sich langsam wieder an Lebensmitteln herantasten. Wichtig ist, dass die Nahrung den ohnehin gereizten Magen-Darm-Trakt nicht zusätzlich belastet. Deshalb sollten Sie bei Durchfall auf Lebensmittel mit geringem Fett- und Ballaststoffanteil. setzen. Die besten Tipps und Rezepte im Überblick:

 

Möhrensuppe bei Durchfall: Karottensuppe nach Moro

Das fast vergessene Wundermittel gegen Durchfallerkrankungen, die Moro-Suppe (nach Prof. Dr. Ernst Moro), wurde bis in die 1940er Jahre, besonders in Kinderkliniken, regelmäßig eingesetzt. Dann wurde sie durch Antibiotika verdrängt. Möglicherweise kann die Suppe sogar den berüchtigten Bazillus Ehec lahmlegen und wirkt auch bei Darmkeimen, die nicht auf Antibiotika reagieren. Beim Kochen der Möhren entstehen Zuckermoleküle (Oligosaccharide), die sich im Darm mit schädlichen Bakterien verbinden und zusammen mit ihnen ausgeschieden werden. So können die Keime nicht länger die Darmschleimhaut angreifen.

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Kartoffeln bei Durchfall

Auch basisch wirkendes Kartoffelwasser ist gut bei Durchfall. Bei Kartoffeln sollten Sie jedoch stets darauf achten, keine grünen Pflanzenteile (wie grüne Bereiche der Schale oder keimende Knospen) mit zu verwenden, weil diese durch das darin enthaltene Solanin unverträglich sind.

 

Omas Hausmittel: Geriebener Apfel bei Durchfall

Was Essen bei Durchfall? Die Antwort unserer Großmütter auf diese Frage lautete meist: geriebener Apfel. Und sie hatten recht: Der Apfel ist ein kleines Medizinbällchen. Das Reiben des Apfels sorgt dafür, dass das enthaltene Pektin leichter aufgenommen wird. Im Darm bindet es Gifte und wird mit diesen ausgeschieden. Zudem beruhigt es die Darmwand.

So geht's: Waschen Sie einen Bio-Apfel gründlich mit heißen Wasser. Reiben Sie ihn ungeschält und lassen Sie ihn dann langsam im Mund zergehen.

 

Banane gegen Durchfall

Bananen enthalten ebenfalls viel Pektin. In reifer, zerdrückter Form ist dieses Obst noch leichter verdaulich als ohnehin schon. Ein weiterer Vorteil: Bananen enthalten den Mineralstoff Magnesium, der dem Körper bei Durchfall verloren geht.

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Zwieback bei Durchfall

Es gehört wohl zu den bekanntesten Nahrungsmitteln, die bei Durchfall empfohlen werden: der Zwieback. Er ist leicht verdaulich und belastet den Magen-Darm-Trakt nicht. Genauso gut geeignet bei Durchfall sind auch altbackenes Weißbrot und Knäckebrot.

 

Haferflocken bei Durchfall

Gekochte Haferflocken bei Durchfall sind eine Wohltat für den gereizten Magen-Darm-Trakt. Sie sollten die zarte Variante der Flocken bevorzugen und sie einweichen oder kochen – so sind sie am besten verdaulich.

 

Essen bei Durchfall: Rezepte

  • Morosche Karottensuppe: Schneiden Sie 500 Gramm geschälte Karotten in Stücke, kochen Sie sie in 1 Liter Wasser eine Stunde. Pürieren Sie alles. Den Brei füllen Sie mit kochendem Wasser wieder auf einen Liter auf und geben drei Gramm Kochsalz (= 1/2 gestrichener Löffel) hinzu. Der Durchfall-Patient verzehrt täglich mehrere kleine Portionen.
  • Kartoffelwasser: Weichen Sie 6 Esslöffel Weizenkleie und 3 Esslöffel ganze Leinsamen über Nacht in 1,5 Liter Wasser ein. Kochen Sie die am nächsten Tag darin 30 Minuten aus, sieben sie durch und stellen Sie die gewonnene Flüssigkeit kurz beiseite. Schälen Sie ein halbes Kilo Kartoffeln. Schneiden Sie diese in Stücke und kochen Sie sie in 1,5 Litern Wasser gut durch. Drücken Sie die Kartoffeln durch ein Sieb und fangen Sie die Flüssigkeit auf. Mischen Sie diese mit dem Leinsamen-Absud und trinken Sie davon alle zwei bis drei Stunden eine Tasse. Wenn nur der Magen drückt, können Sie auch eine rohe Bio-Kartoffel sorgfältig schälen, zerkleinern und ausdrücken und den Saft morgens roh trinken, um den Magen zu kurieren.
  • Gekochte Haferflocken: Nehmen Sie für 50 Gramm Haferflocken einen Liter Wasser und kochen Sie das Gemisch auf. Anschließend lassen Sie den Haferschleim einige Minuten ziehen. Wenn Sie möchten, geben Sie etwas geriebenen Apfel oder zerdrückte Banane dazu.
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Salzstangen und Cola bei Durchfall?

Das bekannte Durchfall-Hausmittel, Cola, ist in Wahrheit kontraproduktiv: Cola enthält viel Zucker und Koffein – beides kann den Durchfall sogar noch verschlimmern. Salzstangen bei Durchfall schaden zwar nicht – sie bringen aber auch nicht die erhoffte Wirkung, nämlich den Ausgleich das Salzhaushaltes. Denn bei Durchfall verliert der Körper Kalium und Natrium – Salzstangen füllen aber lediglich den Natriumspeicher wieder auf.

 

Was sollte ich bei Durchfall nicht essen?

Um den angeschlagenen Verdauungstrakt nicht zusätzlich zu reizen, sollten Sie einige Nahrungsmittel bei Durchfall nicht essen. Dazu gehört:

  • Ballaststoffreiches (Vollkornprodukte)
  • Fettiges und Frittiertes
  • Heißes
  • Rohkost
  • Salziges
  • Scharfes

Was Essen bei Durchfall? Häufig beantwortet der Körper diese Frage selbst: Wer an akutem Durchfall leidet, hat häufig gar keinen Appetit auf scharfes und fettiges Essen und greift lieber zu magen- und darmschonenden Lebensmitteln wie Kartoffeln und Zwieback.

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