Was essen bei Durchfall? Was essen bei Durchfall?

Bei Durchfall ist das richtige Essen gefragt: Bewährte Hausmittel wie Möhren, Kartoffeln und Äpfel machen den Darm schnell wieder fit. Was essen bei Durchfall? PraxisVITA gibt Tipps.

Wenn der Weg zum WC nicht kurz genug sein kann, braucht man nicht gleich starke Medikamente. Auch einfache Mittel aus der Küche helfen. Weil Durchfall dem Körper Wasser entzieht, sollte man zudem reichlich trinken und wieder Elektrolyte – zum Beispiel ein wenig Kochsalz – aufnehmen. Am ersten Tag der Durchfallerkrankung gönnen Sie Magen und Darm am besten eine Erholungspause: Sie sollten möglichst nur Tee und Wasser trinken. Gut geeignet sind die entzündungshemmenden Sorten Kamille, Pfefferminz und Heidelbeere.

Doch, wenn Hunger und Appetit zurückkomenn, stellt sich die Frage: Was essen bei Durchfall? Wichtig ist, dass die Nahrung den ohnehihn gereizten Magen-Darm-Trakt nicht zusätzlich belastet. Deshhalb sollten Sie bei Durchfall Lebensmittel mit geringem Fett- und Ballaststoffanteil essen.

Möhren schneiden auf Holzbrett

Gekochte Möhren binden im Darm schädliche Bakterien © iStock/GMVozd

 

1. „Moro-Möhrensuppe“ wirkt bei Durchfallerkrankungen

Das fast vergessene Wundermittel gegen Durchfallerkrankungen, die Moro-Suppe (nach Prof. Dr. Ernst Moro), wurde bis in die 40er Jahre, besonders in Kinderkliniken, regelmäßig verwendet. Dann wurde sie durch Antibiotika verdrängt. Möglicherweise kann die Suppe sogar den berüchtigten Bazillus Ehec lahmlegen und wirkt auch bei Darmkeimen, die nicht auf Antibiotika reagieren. Beim Kochen der Möhren entstehen Zuckermoleküle (Oligosaccharide), die sich im Darm mit schädlichen Bakterien verbinden und zusammen mit ihnen ausgeschieden werden. So können die Keime nicht länger die Darmschleimhaut angreifen.

   

So geht's:

Schneiden Sie 500 Gramm geschälte Karotten in Stücke, kochen Sie sie in 1 Liter Wasser eine Stunde. Pürieren Sie alles. Den Brei füllen Sie mit kochendem Wasser wieder auf einen Liter auf und geben drei Gramm Kochsalz (= 1/2 gestrichener Löffel) hinzu. Der Durchfall-Patient verzehrt täglich mehrere kleine Portionen.

Kartoffeln

Kartoffeln sind das ideale Essen bei Durchfall © iStock/4Kodiak

 

2. Kartoffel-Sud trinken bei Durchfall

Auch basisch wirkendes Kartoffelwasser ist ein altes Hausmittel und gutes Essen bei Durchfall. Bei Kartoffeln sollten Sie jedoch stets darauf achten, keine grünen Pflanzenteile (wie grüne Bereiche der Schale oder keimende Knospen) mit zu verwenden, weil diese durch das darin enthaltene Solanin unverträglich sind.

   

So geht's:

Weichen Sie 6 Esslöffel Weizenkleie und 3 Esslöffel ganze Leinsamen über Nacht in 1,5 Liter Wasser ein. Kochen Sie die am nächsten Tag darin 30 Minuten aus, sieben Sie diese durch und stellen Sie die gewonnene Flüssigkeit kurz beiseite. Schälen Sie ein halbes Kilo Kartoffeln. Schneiden Sie diese in Stücke und kochen Sie sie in 1,5 Litern Wasser gut durch. Drücken Sie die Kartoffeln durch ein Sieb und fangen Sie die Flüssigkeit auf. Mischen Sie diese mit dem Leinsamen-Absud und trinken Sie davon alle zwei bis drei Stunden eine Tasse. Wenn nur der Magen drückt, können Sie auch eine rohe Bio-Kartoffel sorgfältig schälen, zerkleinern und ausdrücken und den Saft morgens roh trinken, um den Magen zu kurieren.

Geriebener Apfel
Das Pektin im Apfel macht die Frucht zu einem idealen Essen bei Durchfall © iStock/Yingko
 

3. Geriebenen Apfel essen gegen Durchfall und Appetitlosigkeit

Der Apfel ist ein richtiges kleines Medizinbällchen und genau die richtige Antwort auf die Frage: Was essen bei Durchfall? Nicht umsonst lehrt das Sprichwort, dass ein Apfel am Tag den Arzt fernhält. Dass er aber auch hilft, wenn der Darm bereits Beschwerden verursacht, wissen viele nicht. Das Reiben des Apfels sorgt dafür, dass das enthaltene Pektin leichter aufgenommen wird. Im Darm bindet es Gifte und wird mit diesen ausgeschieden. Zudem beruhigt es die Darmwand.

   

So geht's:

Waschen Sie einen Bio-Apfel gründlich mit heißen Wasser. Reiben Sie ihn ungeschält und lassen Sie ihn dann langsam im Mund zergehen.

zedrückte Banane
Leicht verdaulich und voller Mineralstoffe – Bananen eignen sich vor allem in zerdrückter Form zur schonenden Ernährung bei Durchfall © iStock/Beornbjorn
 

4. Bananen essen bei Durchfall

Bananen enthalten ebenfalls viel Pektin. In reifer zerdrückter Form ist dieses Obst noch leichter verdaulich als ohnehin schon. Ein weiterer Vorteil: Bananen enthalten den Mineralstoff Magnesium, der Ihrem Körper bei Durchfall verloren geht. 

 

5. Leicht verdaulich und fettarm – Zwieback 

Er gehört wohl zu den bekanntesten Nahrungsmitteln, die bei Durchhfall empfohlen werden: der Zwieback. Er ist leicht verdaulich und belastet den Magen-Darm-Trakt nicht. Genauso gut geeignet bei Durchfall sind auch altbackenes Weißbrot und Knäckebrot.

Haferschleim
Gekochte Haferflocken sind genau das Richtige bei Durchfall © iStock/Thomas Demarczyk
 

6. Haferflocken beruhigen Magen und Darm

Gekochte Haferflocken sind eine Wohltat für einen gereizten Magen-Darm-Trakt. Sie sollten die zarte Variante der Flocken bevorzugen und sie einweichen oder kochen – so sind sie am besten verdaulich. Nehmen Sie für 50 Gramm Haferflocken einen Liter Wasser und kochen Sie das Gemisch auf. Anschließend lassen Sie den Haferschleim einige Minuten ziehen. Wenn Sie möchten, geben Sie etwas geriebenen Apfel oder zerdrückte Banane dazu.

Cola im Glas mit Eis
Cola bei Durchfall? Besser nicht. Der viele Zucker und die Kohlensäure belasten den Darm © iStock/jxfzsy
 

Cola und Salzstangen gegen Durchfall?

Diese bekannten Durchfall-Hausmittel sind keine gute Wahl. Cola enthält viel Zucker – und der kann den Durchfall sogar noch verschlimmern. 

 

Was sollte ich bei Durchfall nicht essen?

Um den angeschlagenen Verdauungstrakt nicht zu reizen, sollten Sie einige Nahrungsmittel bei Durchfall nicht essen. Dazu gehört:

  • Ballaststoffreiches (Vollkornprodukte)
  • Fettiges und Frittiertes
  • Heißes
  • Rohkost
  • Salziges
  • Scharfes

Verzichten Sie am besten auch auf Kaffee, Alkohol und Nikotin, damit Ihr Körper sich vom Durchfall erholen kann.

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