Was ein Gen mit grauen Haaren zu tun hat

Stephanie Pingel
Mann mit grauen Haaren
Das Gen IRF4 hängt mit dem Ergrauen von Haaren zusammen – so das Ergebnis einer neuen Studie © Fotolia

Es hängt eben doch nicht nur vom Alter ab: Wissenschaftler sind auf ein Gen gestoßen, das nicht nur eine Rolle bei unsere Haarfarbe spielt, sondern auch für das Ergrauen verantwortlich sein könnte.

Eine neue Studie vom University College London konnte jetzt einen Faktor für graue Haare ermitteln: Das Gen mit dem Namen IRF4 spielt nicht nur wie bisher angenommen eine Rolle bei unserer Haarfarbe – es ist auch verantwortlich für das Ergrauen. Die Ergebnisse der Studie veröffentlichten die Forscher rund um Dr. Kaustubh Adhikari in der „Nature Communications“.

 

Eindeutiges Ergebnis dank vieler verschiedener Haarproben

Für die Untersuchung wurden DNA-Proben 6.357 Freiwilliger von unterschiedlicher ethnischer Herkunft ausgewertet. Zu den Probanden zählten Europäer, Amerikaner und Afrikaner, wodurch viele unterschiedliche Arten von Haar verwendet werden konnten. „Wir konnten das Gen als Faktor für das Ergrauen nur deshalb so eindeutig identifizieren, weil wir so viele unterschiedliche Proben hatten. Es war die erste Studie ihrer Art in dieser Größenordnung“, so Dr. Adhikari. Zu den wichtigsten abgefragten Daten gehörten bei Frauen die Haarform, die Farbe, eventuelle Kahlköpfigkeit und Ergrauen. Bei den Männern wurden zusätzlich Bärte, die Augenbrauenform und die Augenbrauendicke untersucht.

Während der Analyse konnten die Forscher dann IRF4 als Faktor für das Ergrauen deutlich identifizieren: Das Gen reguliert die Einlagerung des Pigmentes Melanin, das für Haar-, Augen- und Hautfarbe verantwortlich ist. Ist zu wenig Melanin vorhanden, werden die Haare grau. Welche Rolle IRF4 beim Ergrauen genau spielt, wollen die Forscher als nächstes untersuchen. Dadurch hoffen sie bald Möglichkeiten zu finden, um das Ergrauen der Haare zu verzögern.

Olivenöl-Karaffe und Oliven
Olivenöl in die Haarspitzen einmassiert sorgt für einen schönen Glanz© iStock
 

So pflegen Sie graue Haare richtig

Bei der Pflege kommt es auf den Haarzustand an. Da älteres Haar oft empfindlicher ist, sollten die Produkte sanft wirken. Im Zweifel ist eine Pflege für strapaziertes Haar richtig. Wirkt das Haar trotz Conditioner und Kur matt und stumpf, helfen Glanzsprays oder -cremes. Manche grauen Haare haben einen unschönen Gelbstich. Dieser entsteht durch Sonne, Chlorwasser, Nikotin oder Shampoos mit Kamillenextrakt. Er lässt sich durch Silbershampoos oder Silbertönungen überdecken, die blaue Farbpigmente enthalten. Weißem Haar fehlt die Farbe, die wie ein UV-Filter wirkt. Deshalb sollte man im Sommer Pflegeprodukte mit UV-Filter verwenden. Tipp für tollen Glanz: Etwas Olivenöl in die Spitzen einmassieren und über Nacht einwirken lassen. Morgens die Haare mit mildem Shampoo waschen.

 

Schnitt: Freche Fransen und ein Pony mogeln Jahre weg

Damit graues Haar schön und weiblich wirkt, muss auch der Schnitt stimmen. Denn eines ist klar: Ungepflegt und langweilig frisiert, machen die grauen Strähnen nicht gerade jünger. Ob Sie sich nun für eine freche Kurzhaarfrisur entscheiden, einen Bob oder eine lange Mähne, bleibt Ihnen überlassen. Hauptsache, der Schnitt passt zur Gesichtsform und Haarqualität. Außerdem sollte er alle vier bis sechs Wochen nachgeschnitten werden, damit die Frisur perfekt sitzt. Grundsätzlich gilt: Stufenschnitte bringen Bewegung ins Haar und lassen es voller wirken. Einzige Ausnahme: sehr feines Haar. Es kann durch zu viele Stufen noch dünner wirken. Besser ist hier häufig ein klassischer, nicht zu langer Bob. Er sollte stumpf geschnitten sein und gepflegt nach innen geföhnt werden, das täuscht Fülle vor.

Da der Umfang des Haares mit zunehmendem Alter abnimmt, ist für viele Grauhaarige ein moderner kurzer Schnitt das Beste: Er lässt das Haar voluminöser erscheinen. Ein toller Trick, um Stirnfältchen zu verstecken, ist ein Pony. Tipp für das Styling: Vor dem Föhnen Volumenspray aufsprühen. Es gibt feinem Haar Halt. Den Föhn nicht zu heiß stellen: Die Hitze kann die Schuppenschicht angreifen und das Haar schnell stumpf und spröde machen.

Hamburg, 02. März 2016

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