Was die Forschung über Magengeschwüre weiß

Magengeschwür wird mir Medikamenten behandelt
Bei einem Magengeschwür wird meistens eine Standard-Schema mit Medikamenten verschrieben. Die sogenannte Triple-Therapie besteht aus zwei Antibiotika, gegen die Bakterien und einem Protonenpumpenhemmer der die Produktion der Magensäure bremst © shutterstock

Zehn Prozent aller Europäer haben einmal im Leben ein Magengeschwür. Doch die Medizin hat den Hauptauslöser ausfindig gemacht: das Bakterium Helicobacter pylori. Spezielle Therapien machen dem Keim schnell den Garaus.

 

Ursachen und Symptome von einem Magengeschwür

Noch vor ein paar Jahren waren sich die Ärzte einig, Zigaretten, Alkohol, ungesunde Ernährung und Stress seien die Hauptauslöser für Magengeschwüre. Heute weiß man es besser: Das Bakterium Helicobacter pylori ist in mindesten 75 Prozent aller Fälle der Übeltäter. Etwa jeder zweite Deutsche trägt den Keim in sich, der sich in die Magenschleimhaut einnistet und dort Entzündungen auslösen kann. Doch nicht jeder, der mit dem Keim infiziert ist, wird auch krank. Der Ausbruch der Krankheit hängt von der körperlichen und psychischen Konstitution des Menschen und von der Aggressivität des Erregers ab. Typische Symptome bei Magengeschwüren: Druck- und Völlegefühl besonders nach dem Essen, Schmerzen im Oberbauch, Blähungen, Übelkeit, Aufstoßen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust. Ein Alarmzeichen ist Blut im Stuhl. Es färbt ihn auffallend schwarz, deshalb sprechen Mediziner auch von Teerstuhl.

 
 

So infiziert man sich mit dem Magendarm-Bakterium

Mediziner gehen davon aus, dass die Bakterien über das Essen oder per Tröpfchen- und Schmierinfektion übertragen werden. Viele der Betroffenen haben sich wahrscheinlich bereits in der Kindheit damit infiziert. Neuere Untersuchungen haben ergeben, dass man sich in seltenen Fällen auch bei Haustieren (z. B. beim Schmusen) mit Bakterien an-stecken kann, die dem Helicobacter pylori sehr ähnlich sind. Diese Keime heißen Helicobacter heilmanii und können ebenfalls Magengeschwüre auslösen.

 

Was tut der Arzt bei Magengeschwüren?

Bei Magengeschwüren greifen Ärzte nur noch äußerst selten zum Skalpell. Die Therapie richtet sich in erster Linie gegen den Hauptfeind: Helicobacter pylori. Behandelt wird nach einem Standard-Schema mit Medikamenten. Die sog. Triple-Therapie besteht aus zwei Antibiotika, um die Bakterien abzutöten, und einem Protonenpumpenhemmer, der die Produktion von Magensäure bremst. Die Erfolgsrate der etwa 7-tägigen Behandlung liegt bei 90 %.

 

Untersuchungsmethoden bei einem Magengeschwür

Die sicherste Methode, ein Magengeschwür festzustellen und Helicobacter pylori nachzuweisen, ist die Magenspiegelung (Gastroskopie). Dabei wird dem Patienten ein schlauchartiges Instrument (Endoskop) mit einer optischen Vorrichtung durch den Mund in den Magen eingeführt. Auf diese Weise kann der Arzt „Einblick” in den Magen nehmen. Eine Zange am Ende des Instruments ermöglicht es, gleichzeitig kleine Gewebeproben (Biopsien) zu ent-nehmen. Unter dem Mikroskop wird die Probe auf den Erreger hin untersucht. Die Magenspiegelung dauert nur einige Minuten. Der Patient bekommt meist ein Beruhigungsmittel, gegen den Würgereiz wird der Rachen leicht betäubt.

Eine andere Methode, das Bakterium nachzuweisen, ist der Harnstoff-Atemtest. Er funktioniert ähnlich wie der Alkoholtest. Der Patient muss ein spezielles Präparat einnehmen und nach 30 Minuten in ein Röhrchen pusten. Die Atemprobe lässt erkennen, ob Helicobacter-Bakterien vorhanden sind.

Mit einem speziellen Bluttest kann festgestellt werden, ob Antikörper gegen Helicobacter pylori im Blut gebildet wurden. Dieser Test gilt jedoch nicht als hundertprozentig zuverlässig.

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.