Warum zu heißer Tee gefährlich ist

Eine Frau trinkt Tee
Tee ist gesund – wenn er nicht zu heiß getrunken wird © Shutterstock

Zu heißer Tee kann Krebs und viele weitere gesundheitliche Probleme auslösen. Wie Sie sich optimal schützen, erfahren Sie hier.

40 Prozent der Teetrinker nehmen ihr Heißgetränk häufig zu heiß zu sich. Das zeigt eine britische Studie – diese Ungeduld kann schwerwiegende Folgen haben. Das ergaben beispielsweise Untersuchungen iranischer Wissenschaftler. Für ihre Studie verglichen die Forscher der Teheraner Universität die Daten von 300 Patienten mit Speiseröhrenkrebs mit denen von gesunden Menschen. Alle Probanden tranken regelmäßig schwarzen Tee – im Durchschnitt mehr als einen Liter täglich.

 

Zu heißer Tee begünstigt Speiseröhrenkrebs

Bei ihrer Auswertung legten die Wissenschaftler besonderes Augenmerk darauf, mit welcher Temperatur die Probanden ihren Tee tranken.

Das Ergebnis: Probanden, die ihren Tee mit einer Temperatur von 70° Celsius oder mehr tranken, erkrankten achtmal so häufig an Speiseröhrenkrebs als solche, die ihn auf 65° oder weniger abkühlen ließen. Eine Trinktemperatur von 65° bis 69° führte zu einer Verdopplung der Krankheitsfälle.

Ein weiteres Studienergebnis: Wer weniger als zwei Minuten mit dem Trinken wartet, nachdem der Tee aufgegossen wurde, hat ein fünffach so hohes Risiko, Speiseröhrenkrebs zu entwickeln, wie Menschen, die vier oder mehr Minuten warten.

Mediziner vermuten, dass die heiße Flüssigkeit die Oberfläche der Speiseröhre beschädigt. Anschließend beginnt ein Reparationsprozess der Zellen – dabei kann es zu Mutationen und somit zu Krebs kommen.

 

4 weitere Gründe, Tee nicht zu heiß zu trinken

Zerstörte Geschmacksknospen

Geschmacksknospen sind zwiebelförmige Strukturen in der Mundschleimhaut. In ihnen befinden sich die Sinneszellen, mit denen wir Geschmäcker wahrnehmen. Durch zu heiße Getränke werden Geschmacksknospen beschädigt und sterben ab. Die Folge: ein eingeschränktes Geschmacksempfinden.

Nasenbluten

Wer häufig unter Nasenbluten leidet, sollte mit heißen Getränken besonders vorsichtig sein. Denn der aufsteigende Dampf führt dazu, dass sich die Blutgefäße in der Nase ausweiten und empfindlicher werden – das begünstigt die Entstehung von Nasenbluten.

Zahnschäden

Nach einem Winterspaziergang in eisiger Kälte sollten Sie nicht zum heißen Tee greifen: Durch den Temperaturunterschied können kleine Risse in den Zahnoberflächen entstehen, die die Zähne schmerzempfindlich machen.

Hautirritationen

Bei Menschen mit Rosazea – einer Hauterkrankung mit entzündlichem Ausschlag im Gesicht – können zu heiße Getränke Krankheitsschübe verstärken. Einige Betroffene stellen darum ganz auf kalte Getränke um.

Doch richtig abgekühlt kann Teetrinken sogar das Leben verlängern – das zeigt eine Studie französischer Forscher.

Hamburg, 25. März 2015

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