Warum wir Aloe immer frisch verwenden sollten

Verena Elson Medizinredakteurin
In der Schale der Aloe stecken krebserregende Stoffe, wie Studien mit Tieren zeigen
In der Schale der Aloe stecken krebserregende Stoffe, wie Studien mit Tieren zeigen © iStock/utah778

Die Aloe ist eine beliebte Heilpflanze: Ihr wird eine antientzündliche, wundheilende und verdauungsfördernde Wirkung nachgesagt. Experten warnen jetzt: Bestimmte Inhaltsstoffe der Wüstenpflanze können Krebs auslösen. Was Sie bei der Verwendung beachten sollten.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA für European Food Safety Authority) hat eine Gruppe von Inhaltsstoffen der Aloe-Pflanze als gesundheitlich bedenklich eingestuft. Bestimmte Pflanzenstoffe, sogenannte Anthrachinone, die in den äußeren Blattschichten der Aloe vorkommen, können die DNA verändern und Krebs auslösen, so die Begründung der Behörde.

Die Anthrachinone stehen schon länger im Verdacht, Krebs auszulösen – das Bundesinstitut für Risikobewertung hatte bereits im November 2017 vor diesen Stoffen gewarnt. Die EFSA schließt sich dieser Warnung jetzt an, nachdem Mitarbeiter der Behörde eine Vielzahl wissenschaftlicher Studien zur Wirkung von Anthrachinonen ausgewertet haben.

 

Diese Aloe-Produkte sollten Sie nicht verwenden

Da die schädlichen Substanzen in den äußeren Blattschichten der Aloe vorkommen, raten die Experten von der Verwendung ganzer Blätter der Pflanze ab. In einigen Nahrungsergänzungsmitteln mit Aloe werden die Blätter der Pflanze komplett verwertet, beispielsweise in Form von Säften – auf diese Produkte sollten Verbraucher ganz verzichten.

Kosmetika, in denen ausschließlich das Gel aus dem Inneren der Blätter verwendet wird, sind dagegen unbedenklich, so die Experten. Denn in dem Gel sind keine Anthrachinone enthalten.

Das Gel im Inneren der Aloe-Blätter speichert viel Wasser und gilt darum als guter Feuchtigkeitsspender – beispielsweise nach einem Sonnenbrand oder Insektenstichen Hautproblemen © iStock/bennyartist
 

Gel der Aloe-Pflanze gewinnen

Auch bei Rezepten für Säfte oder Cremes, die zu Hause aus der eigenen Aloe-Pflanze hergestellt werden, gilt: Nur solche verwenden, bei denen ausschließlich das Gel zum Einsatz kommt. Bei einigen Rezepten für Mixgetränke mit Aloe wird beispielsweise das ganze Blatt im Mixer zerkleinert – bei dieser Zubereitungsart gelangen auch die schädlichen Stoffe aus der Schale in den Saft.

Stattdessen sollte das Gel aus dem Blatt herausgelöst werden. Dazu das Blatt mit einem scharfen Messer abschneiden. Aus der Schnittstelle tritt ein gelblicher Saft (Aloin) aus, der hautreizend wirkt. Dieser sollte zunächst gründlich abtropfen – das dauert etwa eine Stunde. Danach ein etwa zentimeterbreites Stück am unteren Ende des Blattes abschneiden, um das restliche Aloin zu entfernen.

Anschließend das Blatt mit einem Messer längs halbieren und das Gel mit einem Löffel herausschöpfen. So eignet es sich etwa zur Behandlung von Insektenstichen oder Sonnenbrand oder zur Herstellung einer Körperlotion (einfach zu gleichen Anteilen mit Olivenöl oder Kokosöl vermischen).
 

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