Warum unsere Ohren uns vor Depressionen schützen können

Eine Pflegerin spricht einer alten Frau ins Ohr
Schwerhörigkeit kann depressiv machen. Doch ihre Behandlung hilft auch gegen Depressionen, zeigt eine aktuelle Studie © Shutterstock

Was hat Schwerhörigkeit mit Depressionen zu tun? Eine aktuelle Studie bestätigt jetzt den Zusammenhang zwischen den beiden Leiden.

Etwa 400 Millionen Menschen von der sogenannten Altersschwerhörigkeit betroffenen. Wird diese behandelt, kann das sowohl die kognitiven Leistungen als auch die psychische Gesundheit der Patienten verbessern – das zeigt eine aktuelle Studie französischer Wissenschaftler.

 

Cochlear-Implantat gegen Depressionen

Die Forscher begleiteten 94 schwerhörige Probanden im Alter zwischen 65 und 85 Jahren. Alle bekamen ein sogenanntes Cochlear-Implantat. Ein solches Implantat wird unter die Kopfhaut des Patienten gesetzt und reicht bis ins Innenohr. Es wandelt gesprochene Worte und andere Töne in elektrische Signale um, die dann vom Hörnerv ins Gehirn weitergeleitet werden.

Um festzustellen, wie sich diese Therapie auf die sonstige Gesundheit der Probanden auswirkte, analysierten die Wissenschaftler Sprechverstehen, Depressionssymptome, kognitive Leistung und empfundene Lebensqualität zu drei verschiedenen Zeitpunkten: Vor dem Einsatz des Implantats, sechs und zwölf Monate danach.

Das Ergebnis: Bereits nach sechs Monaten zeigte sich eine Verbesserung der kognitiven Leistung bei den Probanden. Besonders bemerkenswert war dieser Effekt bei den Patienten, die vor dem Einsatz des Implantats die schlechtesten Ergebnisse erzielten – 80 Prozent von ihnen verbesserten sich deutlich in den Tests.

Nach zwölf Monaten hatte sich auch die psychische Gesundheit der Probanden deutlich verbessert – 76 Prozent von ihnen zeigten keinerlei Depressions-Symptome, während es vor dem Eingriff nur 59 Prozent waren.

Hamburg, 14. März 2015

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