Warum Sie wütend keinen Sport machen sollten

Carolin Banser
Sportliche Frau am Strand
Wer aufgewühlt ist, sollte beim Sport lieber nicht an seine Grenzen gehen © alamy

Sport ist für viele Menschen die beste Lösung, um sich abzureagieren. Warum das nicht immer eine gute Idee ist und wann Training sogar gefährlich werden kann, haben Forscher jetzt herausgefunden.

Ungerechtfertigte Kritik vom Chef, Ärger mit Behörden, Streit mit dem Partner, den Freunden, Eltern oder Kindern: Ein anstrengendes Workout ist für viele Menschen der beste Weg, Dampf abzulassen. Forscher der McMaster University in Kanada warnen jetzt allerdings davor, sich völlig zu verausgaben. Demnach kann die Kombination von körperlicher Anstrengung und negativen Emotionen das Risiko für einen Herzinfarkt erhöhen.

Die Wissenschaftler analysierten in ihrer Studie, die kürzlich im Fachmagazin Circulation veröffentlicht wurde, Daten von mehr als 12.000 Herzinfarkt-Patienten (Durchschnittsalter 58) aus mehr als 52 Ländern. Die Teilnehmer wurden in einem Fragebogen darum gebeten, Angaben über ihren Gemütszustand und ihre sportlichen Aktivitäten zu machen – und zwar eine Stunde, bevor die ersten Symptome einsetzten und einen Tag vor dem Herzinfarkt.

 

Kombination aus Sport und negativen Emotionen verdreifacht das Risiko für einen Herzinfarkt

Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass ein hartes Training und negative Emotionen ähnliche Auswirkungen auf den Körper haben. Dazu zählen z.B. ein ansteigender Puls, ein unterbrochener Blutfluss und eine verlangsamte Blutversorgung. Beide Faktoren erhöhen das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, um das Doppelte – unabhängig von anderen Risikofaktoren wie etwa Alter, Gewicht, Bluthochdruck und Rauchen. Die Forschung zeigt außerdem, dass eine Kombination aus beiden Faktoren das Risiko verdreifacht.

Studienautor Andrew Smyth betont dennoch, dass körperliche Aktivität viele Vorteile für die Gesundheit hat. So schützt sie u.a. vor Muskelschwund und einem erhöhten Cholesterinspiegel. Auch Brustkrebs und Darmkrebs lässt sich mit Sport entgegen wirken. "Wir würden jedoch empfehlen, dass Menschen, die besonders wütend oder aufgewühlt sind und Sport treiben wollen, um Dampf abzulassen, nicht über ihr gewohntes Trainingsmaß hinaus gehen sollten", erklärt Smyth.

 

Trotz Training entspannen – so funktioniert’s

Musik

Entspannende Musik nach dem Training sorgt dafür, dass der Regenerationsprozess schneller einsetzt und die Pulsfrequenz rascher gesenkt wird.

Akupressur

Auf Höhe des linken inneren Nagelbettwinkels abwechselnd mittelstark drücken, drei Minuten.

Soul-Food

Eine Banane vor dem Sport entspannt, beruhigt und macht stressfrei.

Wie Sie außerdem sofort entspannen können, lesen Sie hier.

Hamburg, 13. Oktober 2016

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