Warum Sie sich vor einem Date nicht impfen lassen sollten

Verena Elson
Eine Frau langweilt sich auf ihrem Date
Wenn es beim Date nicht funkt, könnte es auch daran liegen, dass das Gegenüber krank wird – so das Ergebnis einer aktuellen Studie © iStock

Wenn das Immunsystem zu kämpfen hat, ändert sich unsere ganze Erscheinung – und das schreckt andere ab, zeigt eine aktuelle schwedische Studie.

Wenn Sie das Gefühl haben, Ihr Partner riecht heute irgendwie ungewohnt unangenehm, sollten Sie sich von ihm fernhalten – denn er wird womöglich krank. Wissenschaftler des Karolinska Instituts in Stockholm fanden in einem Experiment heraus, dass wir die Anfänge einer Krankheit in unseren Mitmenschen sehen und riechen können.

Das Team um Professor Mats Olsson injizierte Probanden einen Krankheitserreger, der, ähnlich einer Impfung, für ein paar Stunden Müdigkeit, Gliederschmerzen und leichtes Fieber auslöste. Probanden in einer Kontrollgruppe bekamen eine Kochsalzlösung injiziert, die keine Immunreaktion auslöst. Alle Probanden trugen daraufhin für einige Stunden Einlagen unter den Achseln, die ihren Körpergeruch einfingen. Zudem machten die Wissenschaftler Fotos von ihren Gesichtern.

 

Kranke Menschen riechen anders

Eine dritte Gruppe von Testpersonen hatte nun die Aufgabe, an den Schweißeinlagen zu riechen und sich die Fotos der Studienteilnehmer anzusehen. Dann machten sie Angaben darüber, mit welchen Personen sie gerne befreundet wären und mit welchen lieber nicht.

Die Auswertung ergab: Die Testpersonen wollten nicht mit den infizierten Personen befreundet sein – gesunde Probanden wirkten deutlich sympathischer auf sie. Die anschließende Geruchsprobe bestätigte das Ergebnis: Die „infizierten“ Proben machten die Menschen auf den Fotos noch unsympathischer, „gesunde“ Proben verstärkten den sympathischen Eindruck. Die Testpersonen konnten die Aktivität des Immunsystems bereits zwei Stunden nach der Injektion sehen und riechen – noch bevor die betroffenen Personen die Symptome bemerkten.

 

Schutzreaktion des Gehirns

„Das menschliche Gehirn ist besser in der Früherkennung von Krankheiten bei anderen Personen, als wir bisher dachten“, so das Fazit von Professor Olsson. „Zudem tendieren wir dazu, auf diese Signale zu reagieren, indem wir infizierte Menschen weniger mögen als gesunde.“

Die Erklärung für dieses Phänomen ist eine Schutzreaktion des Gehirns, so die Studienautoren: Es registriert die Krankheiten anderer bereits, bevor sie ausgebrochen sind und bringt uns dazu, sie zu meiden. So sinkt die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung. All das geschieht, ohne dass wir uns dessen bewusst sind.

Wer gerade geimpft wurde oder leise Anzeichen einer beginnenden Erkältung verspürt, sollte sein Date also lieber verschieben – dann steigen die Chancen, dass sein Gegenüber ihn „gut riechen“ kann.

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