Warum Sie Popcorn mit Stäbchen essen sollten

Redaktion PraxisVITA
Popcorn
In einer Studie sollten Testpersonen Popcorn auf verschiedene Arten essen – Ziel war es herauszufinden, welche Methode am meisten Genuss bereitet © iStock/Rawpixel

Der erste Bissen schmeckt fantastisch! So gut, dass Sie glauben, nie wieder etwas anderes essen zu wollen. Der zweite Bissen ist gut und beim dritten schmecken der Burger oder das Stück Torte nur noch durchschnittlich. Es ist der Reiz des Neuen, der glücklich macht und schnell vergeht. Doch es gibt einen einfachen Trick, um mehr Genuss und Glück bei Alltäglichem zu empfinden.

 

Aus Glück wird Routine

Warum fällt es so schwer, alltägliche Dinge wertzuschätzen und zu genießen? Die neu gekauften Schuhe sind nach zwei Wochen genauso wenig interessant wie das aktuellste Smartphone. Nach kurzer Zeit muss das neuere Modell her. Das Phänomen, dass wir nach einem Glückserlebnis schnell wieder auf niedrigeres Zufriedenheitslevel zurückfallen, heißt hedonistische Anpassung. Wir gewöhnen uns an das Glück. Das einzige was dagegen hilft, sind neue Reize – und das kann auf Dauer kostspielig werden, wenn es um Materielles geht.

Jetzt haben Forscher aber einfachere und günstigere Methoden gefunden, wie wir die Freude an Alltäglichem wiederentdecken und das Glückslevel aufrechterhalten können.

 

Studie – das Glück neu erfinden

Die beiden Wissenschaftler Professor Robert Smith von der Ohio State Universität und Professor Ed O'Brien von der Universität Chicago haben in einer Studie 68 Teilnehmer gebeten, Popcorn zu essen. Die eine Hälfte aß mit der Hand, die andere versuchte, das Popcorn mit Stäbchen in den Mund zu bugsieren. Anschließend sollten die Probanden bewerten, wie sie den Konsum empfunden hatten. Das Ergebnis: die Testgruppe, die mit Stäbchen gegessen hatte, konnte den Snack mehr genießen als die andere Gruppe.

Bei einem weiteren Experiment sollten 300 Testpersonen in drei Gruppen fünf Schlucke Wasser trinken – die eine Gruppe trank aus Gläsern, die anderen Teilnehmer sollten sich eine unkonventionelle Art überlegen, ihr Wasser zu trinken. Die dritte Gruppe wechselte bei jedem Schluck die Trinktechnik. Zu den ungewöhnlichen Arten gehörten das Trinken aus einem Martiniglas, einer Schale oder einem Versandumschlag.

Nach jedem Schluck sollten die drei Gruppen bewerten, wie hoch der Genuss war, den sie dabei empfunden hatten. Am genussvollsten beurteilten die Teilnehmer das Wassertrinken, die bei jedem Schluck eine andere Methode angewendet hatten. Umgekehrt sank der Genuss bei den anderen Teilnehmergruppen.

Durch die unkonventionelle Methode wurde der Gewöhnungseffekt ausgetrickst. Einige Restaurants weltweit machen sich diese Wirkung ebenfalls zu Nutze: dort essen die Besucher im Bett oder im Dunkeln oder sie angeln sich Ravioli von einer Wäscheleine, um den Genussfaktor zu erhöhen. Das Prinzip funktioniert natürlich nicht nur beim Essen, sondern auch in anderen Lebensbereichen.

 

5 Vorschläge für mehr Abwechslung und Genuss im Alltag

Frau isst Pizza
Wer seine Pizza bis zum letzten Stück genießen will, sollte mal versuchen, jedes Stück auf eine andere Art und Weise zu essen © iStock/SrdjanPav

Pippi Langstrumpf hat es vorgemacht: Sie legte sich zum Schlafen falsch herum ins Bett. Probieren Sie doch einmal aus, ob der Effekt bei Ihnen eintritt. Hier haben wir einige Vorschläge gesammelt, wie Sie das Glück in Alltäglichem wiederfinden und den Genuss erhöhen:

  • Mit den Händen essen. Den Genuss steigern sie noch, indem Sie mit verbundenen oder geschlossenen Augen essen
  • Jeden Bissen anders essen. Ein Stück Pizza genießen Sie laut der Studie mehr, wenn Sie jedes Stück auf eine andere Weise zu sich nehmen: das erste klappen Sie zusammen, beim nächsten Stück essen Sie zuerst den Rand, das dritte mit Messer und Gabel, das nächste eingerollt…
  • Spannend ist es auch, die Wahl des eigenen Essens im Restaurant dem Partner oder Freund oder Freundin zu überlassen
  • Nehmen Sie verschiedene Wege zur Arbeit, um die morgendliche Routine zu durchbrechen
  • Laufen Sie beim Joggen immer wieder ein paar Meter rückwärts – das macht das Laufen nicht nur zu etwas Besonderem, sondern schult auch die Koordination und fordert die Rückenmuskulatur. Aber schauen Sie vorher nach, ob keine Hindernisse Ihren Weg kreuzen.
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