Warum Sie Orangensaft einfrieren sollten

Stephanie Pingel Medizinredakteurin
Orangensaft einfrieren
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Wie kann unser Körper die gesundheitsfördernden Komponenten aus Orangensaft besser aufnehmen? Forscher haben dazu in einer neuen Studie eine überraschende Entdeckung gemacht – und erklären nun, warum wir Orangensaft vor dem Verzehr einfrieren sollten.

Sogenannte Carotinoide stehen gerade bei vielen wissenschaftlichen Untersuchungen im Fokus. Der Grund: Die fettlöslichen Pigmente, die unter anderem Farbe und Form von Tomaten und Karotten prägen, sollen verschiedene gesundheitsfördernde Effekte haben. Unser Körper wandelt Carotinoide beispielsweise in Vitamin A um, welches wiederum unter anderem wichtig für unser Sehvermögen ist.

 

Schützt Orangensaft vor Krebs?

Mit zwei eher seltenen Carotinoiden, die unter anderem in Orangensaft vorkommen, haben sich nun spanische Forscher des Laboratory of Food Colour and Quality an der Universität von Sevilla beschäftigt. Bereits vorhandene Untersuchungen zeigen, dass die beiden Stoffe Phyoten und Phytofluen bestimmten Krebsarten wie Brust- und Prostatakrebs, aber auch Erkrankungen wie Arteriosklerose vorbeugen können.

 

So ist Orangensaft am gesündesten

Die Forscher wollten wissen, auf welche Weise der menschliche Körper die gesundheitsfördernden Stoffe am besten aufnehmen kann. Dazu analysierten sie in ihrer Studie die Zellstrukturen von frisch gepresstem, von pasteurisiertem sowie von tiefgefrorenem Orangensaft, der entweder in der Mikrowelle, bei Raumtemperatur oder im Kühlschrank aufgetaut wurde. Das Fazit: Zwar hatte die generelle Konzentration von Phyoten und Phytofluen in dem Saft, der tiefgekühlt wurde, deutlich abgenommen. Gleichzeitig erhöhte der Tiefkühlvorgang aber die sogenannte Bioverfügbarkeit der Carotinoide, also die Aufnahmemöglichkeit der Stoffe im Körper. Der Effekt war bei den Säften am größten, die erst tiefgekühlt und anschließend bei Raumtemperatur oder in der Mikrowelle aufgetaut worden waren.

 

Frisch gepresst ist nicht in jedem Fall besser

„Die Konzentration der Carotinoide im tiefgekühlten Saft hat zwar abgenommen. Gleichzeitig wurden durch den Tiefkühlvorgang aber die Partikel der Stoffe verkleinert und Zellmaterial zerstört – dadurch konnten mehr Carotinoide vom Kreislauf aufgenommen werden“, erklärt Studienleiterin Prof. Paula Mapelli-Brahm. Frisch gepresster Saft hingegen hatte zwar die höchste Konzentration von Carotinoiden, aber das bedeute laut den Forschern nicht automatisch, dass auch alle vom Körper absorbiert werden können. Für einen gesunden Tagesstart kann es sich künftig also lohnen, Orangensaft nach dem Einkauf einzufrieren und am Abend vor dem Verzehr wieder auftauen zu lassen.

Quelle: Mapelli-Brahm, Paula, et. al. (2018): Impact of thermal treatments on the bioaccessibility of phytoene and phytofluene in relation to changes in the microstructure and size of orange juice particles, in: Journal of Functional Foods.

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