Warum Sie nach dem Sport Kaffee brauchen

Frau trinkt Kaffee aus Becher
Kaffee macht nicht nur wach, sondern kann nach dem Sport auch unsere Sehfähigkeit verbessern © Fotolia

Offenbar macht körperliche Anstrengung nicht nur unsere Glieder müde. Auch die Augen gehen in eine Art Stand-By-Modus. Zum Glück gibt es einen einfachen Trick, um unsere Augen wieder aufzuwecken.

Eine Studie von internationalen Wissenschaftlern hat untersucht, was Sport mit unseren Augen macht. Dazu ließ die Forschergruppe um Dr. Nicholas Gant von der University of Auckland Radfahrer drei Stunden lang im Labor strampeln und maßen gleichzeitig mit Hilfe einer Eyetracking-Kamera deren Augenbewegungen. Die Beobachtungen waren eindeutig: Sobald die Radfahrer Ermüdungserscheinungen durch die körperliche Anstrengung zeigten, wurden auch ihre Augenbewegungen langsamer. „Es ist beeindruckend, dass müde Beine die Augen verlangsamen,“ sagt Dr. Gant. „Das könnte eine Erklärung dafür sein, dass müde Radfahrer manchmal einen ganzen Bus übersehen. Unsere Ergebnisse sind wichtig, weil unsere Augen sich eigentlich schnell bewegen müssen, um neue Informationen schnell zu erfassen“. Als Ursache erkannten die Forscher ein Ungleichgewicht von neurochemischen Verbindungen, das sich im gesamten Kontrollsystem des Gehirns ausbreitete. So können visuelle Informationen nicht mehr schnell genug zwischen Augen und Gehirn vermittelt werden.

 

Rettung aus der Kaffeemaschine

Diese Symptomatik kann nicht nur für Radfahrer riskant sein. Zum Glück haben die Forscher ein einfaches Heilmittel identifiziert: Kaffee! Schon geringe Dosen von Koffein reichen aus, um das Ungleichgewicht wieder zu beheben. „Die Menge an Koffein, die wir während des Trainings verabreichten, entsprach ungefähr zwei Tassen Kaffee. Entkoffeinierte Placebo-Getränke hatten allerdings keinen Effekt“. Interessanterweise ist das Gehirn, inklusive dem Bereich der visuelle Informationen verarbeitet, immun gegen Müdigkeit. Erst wenn die Verbindungen zwischen Auge und Gehirn aus dem Gleichgewicht geraten, tritt eine Sehverschlechterung ein. Das Team will im nächsten Schritt untersuchen, ob Psychopharmaka, die ebenfalls ein Ungleichgewicht von neurochemischen Verbindungen verursachen, einen ähnlichen Effekt auf die Sehkraft haben.

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