Warum Sie bei Pollenallergien stoßlüften sollten

Stephanie Pingel Medizinredakteurin
Pollenallergie
Eine neue Untersuchung zeigt, dass kurzes Stoßlüften die beste Belüftungsart ist, um die Pollenkonzentration in Wohnräumen zu senken © iStock

Frühlingszeit ist Allergiezeit! Doch wie kann ich verhindern, dass die lästigen Pollen in die Wohnung gelangen und die Symptome verschlimmern? Deutsche Forscher geben jetzt einen einfachen und effektiven Tipp.

Kaum wärmen uns im Frühling die ersten Sonnenstrahlen, geht auch die Heuschnupfensaison wieder los. Und wie jedes Jahr sind Betroffene auf der Suche nach den besten Methoden, um die Pollenkonzentration wenigstens im Haus oder in der Wohnung gering zu halten. Forscher der Technischen Universität München haben genau an diesem Punkt angesetzt – und geben nun anhand ihrer Untersuchungsergebnisse die Empfehlung, jeden Raum alle zwei Stunden für fünf Minuten stoßzulüften. Durch diese Maßnahme sank die Pollenkonzentration demnach im Vergleich mit anderen Lüftungsmethoden um zwei Drittel.

 

Stoßlüften: Einfaches Mittel gegen Pollen

Für die Untersuchung wurden in insgesamt vier Räumen unterschiedliche Lüftungstechniken über mehrere Stunden hinweg angewandt. Neben dem Zimmer, in dem stoßgelüftet wurde, gab es einen Raum mit gekipptem Fenster, einen, in dem ein Fenster ständig ganz geöffnet war sowie ein chemisches Labor mit automatischem Luftabzug. In keinem dieser Räume konnte die Pollenbelastung auch nur annähernd so gut gesenkt werden wie in dem Raum, in dem die Stoßlüftung vorgenommen wurde.

Allerdings weisen die Forscher darauf hin, dass auch andere Faktoren bei der Pollenkonzentration in einem Zimmer eine Rolle spielen, die man nicht oder nur schwer beeinflussen kann – beispielsweise die Windrichtung und der Publikumsverkehr. Dazu passt auch eine weitere Erkenntnis der Untersuchung, nach der sich die generelle Pollenkonzentration im Laufe des Tages in einem Raum erhöht. Blütenstaub kann an der Kleidung haften bleiben und gelangt so mit in die Wohnräume. Je mehr Menschen ein- und ausgehen, desto stärker wird auch die Belastung. Ein weiterer Grund für ein erhöhtes Pollenvorkommen: Hausstaub. Pollen können sich darin ansammeln. Deshalb ist gerade für Allergiker regelmäßiges feuchtes Staubwischen so wichtig.

 

Heuschnupfen ist die häufigste Allergieform

Rund jeder siebte Deutsche leidet an einer Allergie. Etwa 63 Prozent aller Betroffenen leiden unter Heuschnupfen. Damit ist die Allergie gegen Blütenstaub, Pollen und Gräser die häufigste Erkrankungsform in Deutschland. Heuschnupfen kann symptomatisch mit Medikamenten behandelt werden. Heuschnupfengeplagte können außerdem durch eine Hyposensibilisierung gegen die Ursache der Krankheit vorgehen. Dabei wird in regelmäßigen Abständen das jeweilige Allergen in kleinen Dosen injiziert oder getropft. Dadurch gewöhnt sich der Körper nach und nach daran und beginnt, das Allergen zu tolerieren. Die Behandlungsmethode funktioniert bei rund 80 Prozent aller Heuschnupfenpatienten, dauert jedoch etwa drei bis fünf Jahre.

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