Warum Sie Antibiotika bei Bronchitis vermeiden sollten

Häufig verschreiben Ärzte Antibiotika bei Bronchitis – dabei gibt es auch natürliche Heilmittel, mit denen wir Atemwegsinfekte bekämpfen können
Häufig verschreiben Ärzte Antibiotika bei Bronchitis – dabei gibt es auch natürliche Heilmittel, mit denen wir Atemwegsinfekte bekämpfen können

Die Atemwegsinfekte zählen zu den häufigsten Erkrankungen beim Menschen. Erfahren Sie hier, warum Sie auf Antibiotika bei Bronchitis verzichten sollten und wie Sie häufige Atemwegsinfekte mit natürlichen Heilmitteln behandeln können.

„Monatelang musste ich homöopathische Heilmittel nehmen, um meine Verdauungsbeschwerden nach der Einnahme von Antibiotika wieder in den Griff zu bekommen. Jetzt geht es wieder, aber ich mache einen großen Bogen um Ärzte, die das Zeug sofort verschreiben“, berichtet Jana Herrmann.

 

Antibiotika bekämpfen auch gesunde Bakterien

Der Fall zeigt: Selbst wenn das Bakterienkiller-Medikament tatsächlich dazu führt, dass akute Beschwerden abklingen, können die Folgen der Behandlung zu langanhaltenden Gesundheitsproblemen führen. Denn Antibiotika greifen nicht nur Bakterien an, die möglicherweise eine Krankheit ausgelöst haben, sondern auch gesunde Zellen und Bakterien, die unser Körper braucht, da sie ihn wie ein zweites Immunsystem beschützen. Ein weiterer Grund, warum immer mehr Mediziner dazu raten, Antibiotika nur dann einzusetzen, wenn keine andere Möglichkeit mehr besteht, sind sogenannte Resistenzen. Diese bilden sich immer dann heraus, wenn Antibiotika über einen längeren Zeitraum oder sehr häufig eingesetzt werden. Doch in der Regel besteht dafür gar keine Notwendigkeit.

 

Bronchitis: Grüner Tee statt Antibiotika bei Bronchitis

Etwa 90 Prozent aller Atemwegsinfektionen werden von Viren verursacht. Das bedeutet, dass Antibiotika bei Bronchitis in 90 Prozent aller Fälle völlig sinnlos sind, da sie Viren überhaupt nicht angreifen können. Obwohl alle Ärzte das wissen, verschreiben sie häufig trotzdem Antibiotika bei Bronchitis. Der Grund: Die Mediziner wollen sich absichern, für den Fall, dass sie eine Lungenentzündung übersehen haben. Eine verhängnisvolle Vorsicht, denn Wissenschaftler der Virginia Commonwealth Universität konnten in einer klinischen Studie nachweisen, dass Antibiotika bei Bronchitis die Heilung in keiner Weise beschleunigen. Im Gegenteil, sie schwächen den Organismus und erhöhen das Risiko einer zukünftigen Resistenz. Daher raten immer mehr Ärzte dazu, eine Bronchitis, die im Schnitt etwa drei Wochen dauert, einfach „auszusitzen“. Die Beschwerden sollten in dieser Zeit mit schleimlösenden Naturheilmitteln bekämpft werden – das ist die einzig wirkungsvolle Therapie. Mediziner empfehlen natürliche Präparate gegen die Entzündung wie Bromelain (aus der Ananas), Kreuzkümmel und Antioxidantien wie Vitamin C und E sowie Zink (besonders reichhaltig beispielsweise in Haferflocken und Kürbiskernen).

 

Nebenhöhlenentzündungen: Heilpflanzen wirken schleimlösend

Wenn Entzündungen der Nasenschleimhäute und Nasennebenhöhlen (Sinusitis) nicht rechtzeitig behandelt werden, können sich daraus chronische Beschwerden entwickeln, gegen die nur ein massiver Einsatz von Antibiotika oder sogar eine Operation hilft. Daher raten Ärzte dazu, auch leichte Beschwerden schnell mit Naturheilmitteln zu bekämpfen, damit es erst gar nicht dazu kommt. In der Apotheke sind verschiedene Präparate erhältlich, die antibakterielle und schleimlösende Extrakte aus Heilpflanzen enthalten.

Heilkräuter helfen bei Bronchitis und ähnlichen Atemwegsinfekten
Heilkräuter können bei vielen Atemwegsinfekten helfen und Antibiotikaeinsatz vermeiden© Fotolia

Die pflanzlichen Mittel unterstützen den Abtransport des bakterienhaltigen Schleims und fördern die Heilung. Studien zeigen, dass eine optimale Wirksamkeit erreicht wird, wenn die pflanzliche Arznei über 14 Tage hinweg eingenommen wird. Nebenwirkungen gibt es in der Regel keine.

 

Mittelohrentzündung: 48 Stunden Schnelltherapie

In den ersten 48 Stunden kann eine Mittelohrentzündung noch effektiv behandelt werden, ohne dass Antibiotika notwendig sind. Dafür sollte umgehend ein Nasenspray mit dem abschwellenden Inhaltsstoff Dexpanthenol angewendet werden: Drei- bis viermal täglich zwei bis drei Stöße des Sprays jeweils in beide Nasenlöcher einsprühen. Dadurch können sich Bakterien nicht so leicht in den Gehörgängen festsetzen. Neuen Studien zufolge sollte die Behandlung mindestens acht bis zehn Tage lang durchgeführt werden. Ärzte bestätigen, dass drei bis vier Anwendungen täglich über diesen Zeitraum ungefährlich sind.

 

Bindehautentzündung: Euphrasie hemmt Entzündungsstoffe

Bei einer Bindehautentzündung – die sich durch ein Fremdkörpergefühl, Brennen und Juckreiz, dazu verklebte, rote Augen bemerk- bar macht – sollten Sie in den ersten drei Tagen unbedingt auf Antibiotika verzichten. Eine Studie der Universität Southampton zeigt, dass die Beschwerden in diesem Zeitraum in der Regel langsam wieder abklingen – ob mit oder ohne Antibiotika. Erst, wenn sich nach vier Tagen keine Besserung einstellt, sollte ein Arzt die Ursache der Entzündung untersuchen. Die Symptome können jedoch vom ersten Tag an mit natürlichen Heilmitteln bekämpft werden: Euphrasia officinalis (Augentrost) hemmt die Bildung von Entzündungsstoffen und hat gleichzeitig einen schmerzlindernden, blutstillenden und durchblutungsfördernden Effekt. Anwendung: 1/2 Teelöffel Augentrost (Apotheke) mit 1 Tasse Wasser überbrühen, maximal 2 Minuten ziehen lassen, abkühlen. Sterile Kompresse mit dem Aufguss tränken, 5 Minuten auf die Augen legen. Mehrmals wiederholen.

 

Mandelentzündung und Halsschmerzen: Myrrhe bekämpft Bakterien

An den ersten zwei Tagen können Sie eine aufkommende Mandelentzündung noch selbst behandeln, sollten die Beschwerden sich dann nicht deutlich verbessert haben, lässt sich eine Antibiotika-Medikation nicht mehr vermeiden. Doch bis dahin helfen spezielle Kräutertees, den bakteriellen Befall der Mandeln zu bekämpfen. Das können Sie außerdem tun: Gurgeln Sie nach dem Zähneputzen mit desinfizierenden Lösungen. Gut geeignet sind Myrrhe, Salbei und Minze. Tragen Sie ein wärmendes Tuch oder einen Schal. Zur Unterstützung der Immunabwehr jede Stunde ein Globuli der homöopathischen Arznei Phytolacca D6 einnehmen.

Lassen Sie sich in Ihrer Apotheke einen Anti-Mandelentzündungs-Tee zusammenstellen: 20 g Eibischblätter, 20 g Käsepappel, 15 g Kamillenblüten, 10 g Fliederblüten, 10 g Wollkraut, 10 g Lungenkraut, 10 g Pomeranzenschalen, 5 g Königskerzen. Einen Esslöffel der Mischung mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und dann abseihen. Dreimal täglich eine Tasse trinken.

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.