Warum Sie 2015 öfter schwimmen gehen sollten

Schwimmer
Beim Schwimmen in kaltem Wasser bauen wir Unterhautfettgewebe auf – das schützt uns vor Infektionen, haben US-Wissenschaftler herausgefunden © Fotolia

Schwimmen stärkt den Kreislauf – das ist seit Langem bekannt. Doch es hat noch eine weitere Schutzfunktion: Es fördert die Bildung von Unterhautfettgewebe – und das schützt uns vor Infektionen, haben US-Forscher jetzt herausgefunden.

Staphylococcus aureus ist eine weit verbreitete Bakterienart. Bis zu 50 Prozent der gesunden Erwachsenen tragen diese Bakterien vorübergehend oder dauerhaft in sich. Das kann ohne Folgen bleiben, führt aber auch häufig zu verschiedenen Haut- und Schleimhautinfektionen wie Furunkeln, Impetigo contagiosa (eine hochinfektiöse bakterielle Hauterkrankung), Wundinfektionen und sogar zu Lungenentzündung oder Blutvergiftung. Bakterienstämme von Staphylococcus aureus, die gegen viele Antibiotika resistent sind, stellen ein weltweites Problem dar.

 

Verbindung zwischen Staphylococcus aureus und Hautfettgewebe

Die Forscher um Richard Gallo an der San Diego School of Medicine hatten Staphylococcus aureus in früheren Studien im Fettgewebe der Haut nachgewiesen – darum wollten sie jetzt herausfinden, ob das Fettgewebe auch dabei helfen kann, Hautinfektionen zu vermeiden.

Dazu infizierten sie Mäuse mit Staphylococcus aureus und stellten bereits nach wenigen Stunden eine Zunahme von Anzahl und Größe von Fettzellen am Ort der Infektion fest. Faszinierend für die Forscher: Diese Fettzellen produzierten große Mengen sogenannter Cathelicidine. Das sind Moleküle, die eindringende Bakterien, Viren, Pilze und andere Erreger zerstören.

Das Problem mit diesen Immunhelfern: Zu wenig davon bedeuten ein erhöhtes Risiko häufiger Infektionen wie Neurodermitis und ein Überschuss fördert Autoimmun- und entzündlich bedingte Erkrankungen wie Lupus erythematodes, Schuppenflechte oder Rosazea.

 

Meilenstein in der Immunforschung

Die Entdeckung der Cathelicidinen-Produktion im Hautfettgewebe sehen die Studienleiter als Meilenstein – bisher war diese Rolle der Fettzellen völlig unbekannt. Sie konnten ihre Ergebnisse bestätigen, indem sie Mäuse mit Staphylococcus aureus infizierten, die entweder keine Fettzellen oder keine Cathelicidinen produzieren konnten. In beiden Fällen litten die Mäuse an häufigeren und stärkeren Infektionen.

Weitere Tests zeigten, dass menschliche Fettzellen ebenfalls Cathelicidinen produzieren – bei übergewichtigen Personen mehr als bei normalgewichtigen.

 

Schwimmen stärkt die Immunabwehr der Haut

Doch wie können wir selbst diesen neu entdeckten Teil unserer Immunabwehr stärken? Frühere Studien haben gezeigt, dass regelmäßiges Schwimmen in schwimmbadkaltem Wasser Unterhautfettgewebe aufbaut – das ist ein Schutzmechanismus des Körpers vor der Kälte. So werden wertvolle Fettzellen als Schutzschild vor Infektionen gebildet, einem Überschuss von Cathelicidinen etwa durch Übergewicht wird durch die regelmäßige Bewegung jedoch vorgebeugt. Experten empfehlen, zwei- bis dreimal pro Woche für je 20-30 Minuten zu schwimmen.

Hamburg, 5. Januar 2015

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