Warum Schwerhörige mehr musizieren sollten

Eine Band probt
Das Erlernen eines Instruments verbessert das Hörvermögen von Schwerhörigen – das belegt eine US-Studie © Shutterstock

Bei dem Krach wird man ja schwerhörig! Dieser Satz ist widerlegt – zumindest, wenn er im Schlagzeugkeller oder während der Bandprobe fällt. Denn das Erlernen eines Instruments verbessert das Hörvermögen von schwerhörigen Menschen – das haben US-amerikanische Forscher jetzt herausgefunden.

Viele Schwerhörige vermeiden Orte mit einer lauten Geräuschkulisse wie Partys und Restaurants. Denn dort sind sie häufig nicht in der Lage, Unterhaltungen zu führen – und das ist vielen unangenehm. Dieses Meiden sozialer Situationen führt nicht selten zu Frustration und Depressionen.

Wissenschaftler der Northwestern University in Evanston haben darum nach einem Weg gesucht, das Hörvermögen von Schwerhörigen in solch einer Umgebung zu verbessern.

 

Höhere Gehirnaktivität bei Musikern

Für ihre Studie teilten sie schwerhörige Probanden in zwei Gruppen ein. Die Teilnehmer der ersten Gruppe spielten ein Instrument, die der zweiten Gruppe nicht. Dann ließen sie die Probanden Hörtests in einer lauten Umgebung absolvieren. Dabei untersuchten die Forscher die Vorgänge im Gehirn der Probanden mittels EEG (Elektroenzephalografie).

Das Ergebnis: Die Probanden, die ein Instrument spielten, konnten besser einzelne Geräusche aus dem lauten Hintergrund heraushören und merkten sich besser, was sie gehört hatten. Die EEG-Aufzeichnungen zeigten außerdem, dass die Nerven im Gehirn der Musiker während des Hörtests aktiver waren als die der Nicht-Musiker. Dabei spielte es keine Rolle, welches Instrument die Probanden spielten – unter ihnen waren beispielsweise auch Schlagzeuger.

Die Erklärung der Studienleiter: Bei dem Erlernen eines Instruments entwickeln sich auch die auditiven Fähigkeiten weiter. Schwerhörige, die bisher kein Instrument spielen, sollten ihrer Meinung nach damit anfangen – dann können sie womöglich auch bald wieder in lauten Bars und auf Partys mitreden.

Hamburg, 14. Januar 2015

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