Warum Schwangere Sport treiben sollten

Carolin Banser
Sport in der Schwangerschaft
US-amerikanische Forscher fanden heraus, dass ein niedriges Geburtsgewicht durch Sport in der Schwangerschaft nicht zwingend mit Bluthochdruck im späteren Lebensalter in Zusammenhang stehen muss © Fotolia

Bisher veröffentlichte Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen einem niedrigen Geburtsgewicht und der Entwicklung von Bluthochdruck im späteren Leben. US-amerikanische Wissenschaftler haben nun einen Ansatz gefunden, dieses Risiko deutlich zu senken.

Sport in der Schwangerschaft erhöht die Chancen, den Blutdruck eines Kindes – auch bei niedrigem Geburtsgewicht – zu senken. Das geht aus einer Studie der Michigan State University (MSU) hervor.

James Pivarnik, Autor und Professor für Kinesiologie an der MSU, versichert: „Es wurden eine Reihe Babys mit Normal- bzw. Niedriggewicht untersucht. Das Überraschende war, dass bei Frauen, die während ihrer Schwangerschaft sportlich aktiv waren, kein Zusammenhang zwischen einem niedrigen Geburtsgewicht und einem hohen Blutdruck nachgewiesen werden konnte.“ Der Autor betont: „Sport in der Schwangerschaft ist nicht nur gut für die Mutter, sondern auch für das Kind.“

Für die Studie wurden 51 Frauen über einen Zeitraum von 5 Jahren beobachtet, die während und nach ihrer Schwangerschaft körperliche Aktivitäten wie Joggen oder Spazierengehen ausübten. In einer Nachfolgestudie fand das Forscherteam um Pivarnik heraus, dass regelmäßiger Sport einen gesunden Blutdruck bei den Ungeborenen begünstigte.

 

Sport während der Schwangerschaft hat direkten Einfluss auf die Gesundheit des Kindes

„Diese Erkenntnis zeigt uns, dass besonders Trainingseinheiten während der entscheidenden Wachstumsphasen in der Schwangerschaft (v.a. während des dritten Trimesters) einen größeren direkten Einfluss auf die Gesundheit des Kindes zu haben scheinen, als bisher angenommen.“

Um seine Vermutung zu bekräftigen, stellten Pivark und seine Kollegen weitere Untersuchungen an. Und tatsächlich: Die Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft so viel Sport trieben wie empfohlen (150 Minuten pro Woche), hatten im Alter von acht bis zehn Jahren einen deutlich niedrigen Blutdruck als diejenigen, deren Mütter sich weniger sportlich betätigten.

 

Sport in der Schwangerschaft ist gesund

Studienleiter James Pivark betont, dass sich die Einstellung zu Sport in der Schwangerschaft in den letzten Jahren grundlegend verändert hat. Der Sport führt weder zu Fehl- noch zu Frühgeburten, sondern kann vielmehr Komplikationen wie etwa hohen Blutdruck oder Schwangerschaftsdiabetes verhindern. Es gibt auch Hinweise darauf, dass körperlich aktive Frauen kürzere Wehen haben.

Erfahren Sie hier, welche Sportarten für Schwangere besonders geeignet und welche Bewegungsdisziplinen tabu sind.

Hamburg, 8.Januar 2015

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