Warum Restaurants häufig ungesünder als Fast-Food-Buden sind

Mann und Frau beim Abendessen
Aktuelle Studien belegen: das Essen in einem Restaurant ist nicht unbedingt gesünder als in einer Fast-Food-Kette © Fotolia

Wer sich für ein gemütliches Abendessen in einem Restaurant entscheidet, lebt nicht gesünder als derjenige, der seinen Hunger bei einer Fast-Food-Kette stillt. Wie ist das zu erklären? Praxisvita deckt auf.

Die Gerichte, die in einem Restaurant serviert werden, enthalten einen noch höhreren Anteil an Cholesterin und Natrium, als Pommes Frites, Burger und Co. Das ist das Ergebnis einer Studie der University of Illinois. Für seine Analyse berief sich der Wissenschaftler Ruopeng An auf Daten aus der National Health and Nutrition Examination Survey. Darin sind die Angaben von 18.000 amerikanischen Erwachsenen über einen Zeitraum von sieben Jahren zusammengefasst.

 

Natrium- und Cholesterin-Zufuhr werden stark erhöht

Menschen, die in Restaurants gegessen haben, nahmen signifikant mehr Cholesterin pro Tag zu sich, als Menschen, die zuhause aßen“, berichtete An. Er verdeutlichte: „Diese Extradosis an Cholesterin, etwa 58 Milligramm pro Tag, macht 20 Prozent der empfohlenen Obergrenze für die gesamte Cholesterinaufnahme von 300 Milligramm pro Tag aus.“ Zum Vergleich: Diejenigen, die in einer Fast-Food-Bude aßen, nahmen nur zehn Milligramm mehr Cholesterin auf, als diejenigen, die ihr Essen zu Hause zu sich nahmen. 

Wer auswärts isst, erhöht außerdem die Gefahr, dem Körper zu viel Natrium zuzuführen. So kann das Essen bei einer Fast-Food-Kette den Natrium-Spiegel um 300 Milligramm in die Höhe treiben. Bei einer Mahlzeit in einem Restaurant beträgt der Anstieg sogar 412 Milligramm. Die Tagesempfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für Erwachsene liegt bei 550 Milligramm.

 

Darum ist zu viel Natrium ungesund

„Wer dauerhaft zu viel Salz isst, schädigt auch Herz und Nieren. Und das Risiko für Osteoporose steigt“, warnt Antje Gahl von der DGE. Ihr Rat: „Nicht mehr als sechs Gramm täglich! Das reicht, um den Körper mit genügend Natrium und Chlorid zu versorgen.“ Dass die meisten von uns mehr essen – im Schnitt neun Gramm – liegt an den Salzen, die sich in den Gerichten der Restaurants verstecken.

 

Besser nicht auswärts essen

Studienautor Ruopeng An fasst zusammen: „Diese Ergebnisse zeigen, dass das Essen in einem Restaurant nicht unbedingt gesünder ist als in einer Fast-Food-Kette. Tatsächlich ist das Risiko, zu viel zu essen, in einem Restaurant sogar höher, als wenn man Fast Food konsumiert.“ Er empfiehlt allen denjenigen, die sich gesund ernähren wollen: „Essen zuhause zubereiten und es vermeiden, auswärts zu essen – soweit das möglich ist."

Hamburg, 16. Juli 2015

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