Warum Pizzaschachteln gefährlich sind

Pizzaschachteln sind krebserregend
Pizzaschachteln enthalten gefährliche Chemikalien, die krebserregend sein können und im Verdacht stehen, Fehlgeburten auszulösen © alamy

Wer gerne Pizza isst, weiß: Der Lieferservice ist einfach die perfekte Alternative zum leeren Kühlschrank am Sonntag. Doch neueste Erkenntnisse dürften die Freude daran trüben.

Die US-amerikanische Lebensmittelsicherheitsbehörde FDA hat schlechte Nachrichten für alle Pizzafans: Drei häufig verwendete Chemikalien stehen im Verdacht, krebserregend zu sein. Es handelt sich dabei um sogenannte perfluorierte Kunststoffe. Diese zeichnen sich durch ihre wasser- und ölabweisenden Eigenschaften aus und kommen deswegen bei Stoffen zum Einsatz, die mit Nahrungsmitteln in Kontakt treten. Sie werden bei der Herstellung der Pizzakartonböden verwendet, um die Packung stabil zu halten.

 

Können Pizzaschachteln Fehlgeburten auslösen?

Doch damit nicht genug. Eine Studie der Syddansk Universitet in Dänemark hat eine weitere Erkenntnis gewonnen, bei der vor allem weibliche Pizzaliebhaber aufhorchen. Demnach erleiden schwangere Frauen 16 Mal wahrscheinlicher eine Fehlgeburt, wenn ihre Nahrung im Pizzakarton geliefert wird. Dasselbe gilt auch für mikrowellentaugliche Popcorn-Verpackungen und herkömmliche Burger-Verpackungen.

Im Fokus der Untersuchung standen alle Chemikalien mit dem Kürzel PFAS (Per- und Polyfluorierte Alkylsubstanzen), die sowohl in fettdichten Verpackungen wie Pizzaschachteln, Burger-Verpackungen oder Bonbon-Verpackungen als auch in Sportbekleidung und Möbeln vorkommen. Das Ergebnis der Analyse: Die 56 Frauen, die eine Fehlgeburt erlitten, hatten einen höheren Gehalt an PFA-Substanzen im Blut. Die schädlichen Auswirkungen dieser Substanzen auf die Entwicklung und die Fortpflanzung waren Forschern bereits bekannt. Wie stark der Einfluss der PFAS aber tatsächlich ist, hat selbst die Wissenschaftler geschockt.

 

PFA in Alltagsgegenständen

Erste Hinweise zu den giftigen Chemikalien kamen von der New York Times. Die Tageszeitung berichtete, dass bestimmte PFA-Formen verboten wurden, nachdem Analysen ergaben, dass sie sich im Körper ansammeln, dort jahrelang zurückbleiben und damit das Krebsrisiko und andere Krankheitsrisiken erheblich erhöhen. Auch das Nachrichtenmagazin Newsweek betonte, dass die Verwendung von bestimmten perfluorierten Chemikalien in Haushaltsprodukten und Alltagsgegenständen in der EU (z.B. Mobiltelefone, Schuhe, Rucksäcke, Elektronikartikel) bereits stark eingeschränkt ist.

 

FDA fordert neue Regelung für Pizzaschachteln

Die Studienleiterin, Tina Kold Jensen, merkt an, dass die gefährlichen Stoffe nicht auf den Verpackungen aufgeführt werden müssen, da sie im Grunde genommen Teil der Verpackung und nicht Teil des Essens sind. Einem Bericht der Food Safety News zufolge, hat die US-amerikanische Lebensmittelbehörde FDA bereits darauf hingewiesen, dass die gefährlichen Chemikalien verboten werden sollen und eine neue Regelung für Pizzaschachteln und Lebensmittelverpackungen eingeführt wird. Auch wenn die FDA ihren Plan noch nicht in die Tat umgesetzt hat: Das Verbot ist ein erster wichtiger Schritt, um die Lebensmittelsicherheit zu verbessern.

Hamburg, 28. Januar 2016

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