Warum nehme ich nicht ab? Wenn Entzündungen dick machen

Warum nehme ich nicht ab?
Sie achten auf Ihre Ernährung, machen Sport und fragen sich trotzdem: Warum nehme ich nicht ab? Die Ursache können versteckte Entzündungen im Körper sein © Fotolia

Es ist wie verhext: Auf der Waage rührt sich nichts – trotz Sport und Einschränkung beim Essen. Wie frustrierend! Sie stellen sich auch die Frage: Warum nehme ich nicht ab? Dann wird es höchste Zeit einmal abzuchecken, ob vielleicht Entzündungen dafür verantwortlich sein könnten.

Der Wille ist da, die Portion auf dem Teller deutlich kleiner als sonst und das Fitnesstraining häufiger – und immer wieder fragen Sie sich: Warum nehme ich nicht ab? Statt des Gewichts sinkt nämlich nur die Motivation.

Keine Sorge, im Prinzip sind Sie mit Ihrer Entscheidung, überflüssige Pfunde loszuwerden, schon auf dem richtigen Weg. Aber: Reines Kalorienzählen und das Fett verteufeln führen nicht zum Ziel. Sondern? „Hinter dieser Diät-Misere stecken Entzündungen. Sie wirken wie eine Abnehmblockade und sind das Ergebnis einer gefährlichen Allianz von Bauchfett und Stress. Ursache und gleichzeitig Lösung für beides, ist das wohlbekannte Duo: Ernährung und Lebensgewohnheiten“, das wissen Experten wie Dr. Dr. Michael Despeghel schon lange. Er ist erfolgreicher Gesundheitstrainer und Lifestyle-Coach. Er überschaut die komplexen Zusammenhänge im Detail und kennt zum Glück auch den Königsweg zum Idealgewicht.

Kornflakes
Warum nehme ich nicht ab? Streichen Sie zunächst die modernen Nahrungsgifte wie Weizen, Zucker und Alkohol von Ihrem täglichen Speiseplan© Fotolia
 

Warum nehme ich nicht ab? Verstecktes Fett macht dick

Auch wenn der Name etwas uncharmant klingt: Bauchfett hat jeder, auch sehr schlanke Menschen. Es wird auch viszerales oder tiefer liegendes Fett genannt, denn es ummantelt unsere inneren Organe, stützt und schützt sie. Im Gegensatz zum übrigen Fett hat es wesentlich größere Zellen (Adipozyten) und sogar ein besonderes Talent: Es verfügt über spezielle Andockstellen für Hormone. Diese sind beliebt bei Adrenalin und Cortisol, unseren Stresshormonen. Sie fühlen sich von den Bauchfettzellen magisch angezogen! Und genau das ist das Problem: Essen wir mehr, als wir verbrauchen, insbesondere viel Zucker in Form von Kohlenhydraten, werden die Fettzellen immer größer – und noch verbindungsfreudiger. Leiden wir zudem unter psychischer Belastung, Infekten oder Schlafmangel werden vermehrt Stresshormone ausgeschüttet. Und das macht dick.

Das Chaos

Leider haben Cortisol und Adrenalin zwei Gesichter. In Stress-Situationen sind es nützliche Gefährten, treffen sie aber auf Fettzellen, werden sie zu Meistern der Manipulation: Beim Andocken an die Fettzellen verändern sie deren Aufgaben – weg von Fortpflanzung hin zu Entzündung und Verschleiß. Dieser Kurswechsel setzt jedoch eine Kaskade von negativen Stoffwechselprozessen in Gang. Das geht so weit, dass unsere Muskeln keine Nährstoffe und Energie – Zucker – mehr aufnehmen und „verhungern“. Und das ist spürbar: Man fühlt sich ständig müde, kraftlos und antriebsschwach.

Natürliche Entzündungshemmer

Gemüse

Aubergine, Avocado, Fenchel, Karotte, Kohl, Lauch, Paprika, Rote Bete, Salat, Spinat, Tomate, Zwiebel

Obst

Apfel, Aprikose, Beeren, Kirschen, Papaya, Rhabarber, rote Weintrauben, Zitrusfrüchte

Getreide

Amaranth, Buchweizen, Hirse, Naturreis, Quinoa

Öle & Fette

Hanföl, Leinöl, Walnussöl, Rapsöl, Olivenöl

Gewürze

Basilikum, Ingwer, Kurkuma, Majoran, Meerrettich, Nelken, Petersilie, Salbei

Nüsse, Samen, Kerne

Kokosnuss, Kürbiskerne, Mandeln, Mohn, Sonnenblumenkerne

Der Schneeball-Effekt

Weil die Muskeln den Zucker nicht mehr aufnehmen, bleibt die Frage: Wohin damit? Das Fettgewebe am Bauch bietet sich als praktische Lagerstätte an. Es hat immer „Tag der offenen Tür“ und nimmt gerne und viel Zucker auf. Abgeben gehört jedoch nicht zu seiner Stärke. Die Fettzellen werden regelrecht gemästet und produzieren freudig immer mehr Entzündungsstoffe.

Warum nehme ich nicht ab? Doppelt dramatisch

Und es gibt noch einen weiteren Leidtragenden: unser natürliches Schutzschild – das Immunsystem. Ihm machen die Entzündungen enorm zu schaffen. Permanent müssen Immunzellen ausrücken und gegen die Scheinbedrohung kämpfen. Diese Anstrengung bleibt nicht ohne Konsequenzen: Die Abwehr ist so beschäftigt, dass sie mit vielen neuen Erregern überfordert ist. Viren und Bakterien haben somit leichtes Spiel, sich in unserem Körper auszubreiten und zusätzliche Entzündungen und Infekte auszulösen. Können diese nicht mehr richtig ausheilen, gleichen sie einem Schwelbrand. Mediziner sprechen dann von „versteckten“ oder „stillen“ Entzündungen. Sie schwächen unser Immunsystem und begünstigen dadurch ernste Erkrankungen, wie z. B. Herzinfarkt, Diabetes Typ II und Krebs. Außerdem bringen sie natürlich den Fett- und Zuckerstoffwechsel ebenso durcheinander, wie die Entzündungsstoffe aus dem Fettgewebe. Das Chaos im Körper ist perfekt.

Warum nehme ich nicht ab? Der Ausweg

Wie gelingt jetzt der Durchbruch am besten? „Entscheidend ist, dass Sie die modernen Nahrungsgifte wie Weizen, Zucker und Alkohol von Ihrem täglichen Speiseplan verbannen“, rät Dr. Dr. Despeghel. Diese sind meist gut getarnt in Fertiggerichten und stark verarbeiteten Produkten zu finden, wie z. B. Pizza, Fischstäbchen, Kartoffelsalat oder Frucht-Joghurts. Als ersten Schritt empfiehlt unser Experte, das richtige „Mind-Set“ zu entwickeln: „Machen Sie sich bewusst, was Sie wirklich (!) alles essen und vor allem, was genau darin enthalten ist. Denn Achtsamkeit fängt beim Auswählen an – und der bewussten Entscheidung, was man sich auf den Teller legt!“ Dieser Appell zu mehr Bewusstsein kommt nicht von ungefähr: 90 Prozent der Menschen glauben zwar, sich gesund zu ernähren, tun es aber nicht.

Obst und Salat
Besonders Gemüse, Obst, Salat, Wildpflanzen, Sprossen und frische Kräuter sind gute Lieferanten von Antioxidantien. Diese helfen Ihrem Körper beim Kampf gegen die Entzündungen© Fotolia

Zeichen setzen

Bei der „Anti-Entzündungs-Diät“ werden dann alle Lebensmittel mit den Nahrungsgiften für etwa vier Wochen weggelassen. Durch diesen „Entzug“ geben Sie Ihrem Stoffwechsel ein deutliches Signal und leiten damit eine Art „Reset“ ein: Die Fettzellen schrumpfen, weil das bisherige Angebot fehlt. Denn als Mini-Version kann sie nicht mehr so viel Schaden anrichten, weil sie weniger Entzündungsstoffe aussendet. Das entspannt die Lage – und Ihr Gemüt! Auch das Immunsystem kommt wieder zum Durchatmen, weil der ewige Alarm durch die verwirrten Fettzellen nachlässt. Unterstützen Sie Ihre Abwehr zusätzlich, indem sie entzündungshemmende Nahrungsmittel essen. „Besonders Gemüse, Obst, Salat, Wildpflanzen, Sprossen und frische Kräuter sind gute Lieferanten von Antioxidantien. Diese sekundären Pflanzenstoffe fangen freie Radikale und helfen Ihrem Körper beim Kampf gegen die Entzündungen“, empfiehlt Dr. Dr. Despeghel. Und – das versteht sich fast von selbst – Bewegung tut ihr Übriges, um Stresshormone zu reduzieren und Energie zu verbrauchen statt einzulagern. Machen Sie mit Ihrem Fitnesstraining also auf jeden Fall weiter – und die Frage „Warum nehme ich nicht ab“ gehört endgültig der Vergangenheit an!

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