Warum Mütter öfter auf Sunblocker verzichten sollten

Redaktion PraxisVITA
Kleinkind schwimmt im Pool
Mit Hilfe von Sonnenlicht kann der Körper wertvolles Vitamin D bilden © Fotolia

Sonne macht nicht nur gute Laune, Sommersprossen und gebräunte Haut, sie ist auch ein wichtiger Vitamin D-Lieferant. Für kleine Kinder ist Vitamin D unverzichtbar, um Muskeln, Knochen und das Immunsystem zu stärken. Deshalb gilt: Sunblocker ist wichtig, sollte aber in Maßen verwendet werden.

Sonnenlicht gehört zu den schönen Dingen im Leben, die in Maßen genossen werden sollten. Zuviel davon kann die Hautzellen dauerhaft schädigen und Krebs erzeugen. Für Kinder galt das bisher ganz besonders und ausreichend Schatten und Sun-Blocker sind ein Muss in jedem Sommerurlaub. Sonnenlicht ist aber auch notwendig, damit unsere Haut Vitamin D produzieren kann. Doch gerade bei Säuglingen ist die Sorge von Müttern oft besonders groß. Die Folge: Aus Angst, etwas falsch zu machen, schützen sie ihre Kleinen häufig sehr aufmerksam vor Sonnenstrahlen – mit Mützchen, ganz viel Schatten und auch Sun-Blockern. Schließlich kann der Nachwuchs ja auch über die Muttermilch mit Vitamin D versorgt werden, oder? Stimmt. Aber dafür muss zumindest die Mutter ausreichend in die Sonne – und selbst dann gilt: Ein Rundum-Sonnenschutz ist für Kinder nicht gesund! 

 
 

Babys langsam an das Sonnenlicht gewöhnen.

So geht es richtig: Gewöhnen Sie Ihr Kind in kleinen Schritten langsam an die Sonne.

Babys unter 12 Monaten sollten der Sonne überhaupt nicht ausgesetzt werden, für sie sind Schatten und Sunblocker in jedem Fall Pflicht. Ältere Kinder können für kurze Zeiträume, die man langsam ausweiten kann, langsam an die Sonne gewöhnt werden. Aber auch hier gilt: Die Mittagsonne zwischen 11.00 und 14.00 Uhr sollte vermieden werden, ebenso besonders hohe UV-Belastung im Gebirge oder am Strand. Sonnencreme und Schutzkleidung wie eine Schirmmütze mit Nackenschutz sind in jedem Fall Pflicht. An einem schönen Sommertag ist eine halbe Stunde im Freien für Kinder meist schon ausreichend, um genug Vitamin D zu tanken und einem Mangel vorzubeugen. Dazu sollten in dieser Zeit Sunblocker nur sparsam verwendet werden, um die Vitamin D-Aufnahme nicht einzuschränken. Das gilt übrigens nicht nur für Kinder. Besonders für stillende Mütter ist eine gute Vitamin D-Versorgung ebenso bedeutsam, da so die Chance steigt, mehr von dem wertvollen Vitamin an das Baby weiterzugeben.

 

Auch ohne Sonne ist Vitamin D-Quelle Pflicht

Was jedoch tun, wenn die Sonne sich im Winter nicht blicken lässt? In diesem Fall empfehlen Wissenschaftler eine Nahrungsergänzung mit Vitamin D-Präparaten. Forscher der McGill Universität in Montréal, Kanada haben in einer Studie bei 132 Kleinkindern nachweisen können, dass eine regelmäßige Vitamin D-Quelle in den ersten drei Lebensjahren der Kinder zu einem besseren Muskelaufbau und weniger Körperfett führt. „Es ist faszinierend zu sehen, dass Vitamin D Kleinkindern nicht nur hilft, ein gesundes Knochengerüst aufzubauen, sondern auch zu einer gesunden Menge an Muskeln verhilft und weniger Körperfett bewirkt“, sagt Hope Weiler, Direktorin der Mary Emily Clinical Nutrition Research Unit an der McGill Universität.

Hamburg, 7. Mai 2016

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