Hustenstiller für Kinder: Darum sind sie nachts gefährlich

Normalerweise ist Husten eine gesunde Abwehrreaktion des Körpers – aber besonders in der Nacht kann er ziemlich quälend werden. Hustenstiller für Kinder sind nachts trotzdem keine gute Idee, da sie gefährlich werden können. Die Kinderärztin Dr. Nadine McGowan erklärt, warum.

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Im Kindergartenalter leiden die Kleinen besonders oft darunter: Infekte, die mit Husten und Schnupfen einhergehen. Sie sind einer der häufigsten Gründe, warum Eltern mit ihren Kindern in meine Praxis kommen. Wenn Husten ihr Kind quält, wollen Eltern es in der Regel möglichst schnell davon befreien – oftmals mit Mitteln, die den Husten unterdrücken. Doch Hustenstiller für Kinder sind vor allem nachts keine gute Idee.

Hustenstiller für Kinder nachts: Darum ist das gefährlich

Bei Husten gibt es zwei Arten – den trockenen Reizhusten und den produktiven, feuchten Husten, der mit Schleimbildung als Ursache  einhergeht. Wenn sich bei letzterem der Schleim löst, kommt es zunächst zu vermehrtem (Ab-)Husten – das kann das Einschlafen durchaus stören. Immer wieder fragen Eltern dann, ob Hustenblocker für Kinder geeignet sind.

Die Antwort hängt von der Art des Hustens ab. Hustenstiller bei Kindern sind sinnvoll, wenn das Kind unter lästigem, trockenem Reizhusten leidet, also kein Schleim produziert wird. Bei einem produktiven, schleimigen Husten hingegen können die Mittel sogar gefährlich sein: Hier wird durch das Unterdrücken des Hustenreizes der Abtransport von Schleim aus den Bronchien verhindert und es kann – insbesondere im Schlaf – zu einer gefährlichen Schleimansammlung kommen. 

Im schlimmsten Fall wird dadurch die Atmung behindert und die Sauerstoffversorgung beeinträchtigt, es droht ein Sauerstoffmangel mit allen Folgen. Hustenstiller als Mittel gegen Husten sollten deshalb immer nur nach Rücksprache mit einem Arzt eingesetzt werden.

Hustenstiller fürs Kleinkind und Baby: Vorsicht!

Säuglinge mit Husten oder Atemschwierigkeiten sollten immer zeitnah von einem Kinderarzt untersucht werden. Hustenstillende Medikamente sind nicht zu empfehlen, denn die meisten enthalten Substanzen, die zu den Opiaten zählen – zum Beispiel Codein oder Noscapin. Sie wirken gegen den Hustenreiz und außerdem auch beruhigend. Für Babys und Kleinkinder sind solche Arzneistoffe deshalb nicht geeignet.

Honig als effektiver Hustenblocker für Kinder

Nutzen Sie im Zweifelsfall und bei leichteren Infektionen lieber ein einfaches aber effektives Hausmittel: Honig. Ein Löffel davon vor dem Schlafengehen pur eingenommen oder im Tee eingerührt, wirkt oft Wunder. Aber: Honig ist erst für Kinder ab einem Jahr geeignet. Vorher sollten Kleinkinder auf keinen Fall Honig zu sich nehmen. Grund: Er kann in den ersten zwölf Monaten einen lebensgefährlichen Säuglingsbotulismus, eine bakterielle Infektion die mit Toxinbildung einhergeht, auslösen.

Empfehlenswert sind außerdem pflanzliche Hustenpräparate mit Efeu, Thymian und Primel, die leicht desinfizierend wirken und damit bei viralen Infekten eine zusätzliche Infektion mit Bakterien – die auf vorgeschädigten Schleimhäuten leicht passieren kann – verhindern können. Aus diesem Grund kann eine ergänzende Behandlung mit diesen pflanzlichen Präparaten durchaus sinnvoll sein.

Rezeptfreie Hustenstiller für Kinder mit ätherischen Ölen stark reizend

Vorsichtig sollten Eltern allerdings auch bei (auch pflanzlichen) Medikamenten sein, die starke ätherische Öle enthalten – wie z.B:

  • Eukalyptus

  • Menthol

  • Efeu

  • Thymian

  • Myrtol

  • Eibisch

  • Isländisch Moos

  • Kampfer

Solche ätherischen Öle können bei Kindern, insbesondere sehr kleinen, zu stark reizend sein und manchmal auch Allergien auslösen.

Hustenstiller für Kinder keine Option bei langem Husten

Insgesamt kann es bis zu vier Wochen dauern, bis der Husten gänzlich wieder abgeklungen ist. Allerdings sollten sich die Symptome von Woche zu Woche ständig bessern. Wenn nicht, könnte auch einmal eine Allergie dahinterstecken – oder der nächste Infekt, der den vorangegangenen nahtlos abgelöst hat.

Wenn sich der Husten beim Kind über mehrere Tage nicht bessert, Fieber hinzukommt oder Sie das Gefühl haben, der Schleim säße so fest, dass er die Atmung behindert oder zu Würgereiz führt, dann sollte sicherheitshalber der Kinderarzt befragt werden. Hustenstiller für Kinder sind dann, insbesondere nachts, erst recht keine Option.