Warum man noch nie etwas von Herz-Krebs gehört hat

Das Herz ist das vielleicht wichtigste Organ im Körper. Wird es krank, ist das Leben schnell in Gefahr. Umso mehr verwundert es, dass man nie etwas von Herz-Krebs hört – nicht im Fernsehen, Büchern oder im Bekanntenkreis. Wie kann das sein? Praxisvita hat für Sie nachgeforscht.

Tatsächlich gibt es Herz-Krebs, allerdings nur selten. „Wir finden immer wieder Tumoren im Herzen", erklärt Professor Jacqueline Barrientos, Assistant von der Hofstra North Shore-LIJ School of Medicine in einem Beitrag des Online-Journals Medical Daily.

Doch Krebs im Herzen ist so selten, das es dafür keinen eigenen Namen gibt. Mediziner gebrauchen den Begriff Rhabdomyosarkomen, was eigentlich einen bösartigen Tumor der Weichteile beschreibt.

Eine Studie, bei der 12.000 Datensätze von Autopsien an Krebspatienten ausgewertet wurden, zeigt, dass nur in 0,1 Prozent der Fälle Krebszellen im Herzen nachweisbar waren. Und selbst von diesen 0,1 Prozent war nur in einem von sieben Fällen das herz direkt von Krebs betroffen und nicht von anderen Krebsherden metastasiert (meistens aus der Lunge). Das Herz-Krebs in der Regel von „außerhalb“ kommt, zeigt sich auch an der Tatsache, dass er zumeist im rechten Teil des Herzen auftritt – also da wo das Blut des Körpers in die Herzkammern gelangt.

Das heißt, nach Dr. Timothy J. Moynihan der Mayo Institute "die meisten Krebsarten im Herzen gefunden haben aus anderen Teilen des Körpers kommen",

 

Wieso das Herz keinen Krebs bekommt

Eine Theorie besagt, dass Fettgewebe – wo sich besonders viele Toxine ablagern und die Zellökologie beschädigt – Krebswachstum befördert. Im Herz dagegen gibt es fast kein Fettgewebe – ein Grund, wieso dort auch keine Krebszellen entstehen.

Außerdem ist das Herz in eine Art schützende Membran eingeschlossen: Der Herzbeutel. Seit längerem schon untersuchen Forscher die Funktionen dieser Membran, wovon eine sein könnte das Herz vor Tumorzellen zu schützen.

Hinzu kommt, dass das Herz im Grunde ein Muskel ist. Anhand der Gewebestruktur sind Muskeln weniger anfällig für Krebs.

Hamburg, 17. November 2014

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